Wie lässt sich die Attraktivität der Innenstädte stärken und steigern?

Wie lässt sich die Attraktivität der Innenstädte stärken? Eine nicht ganz neue Frage, die auch schon vor der Corona-Krise auf der Agenda stand. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen, Monate und Jahre aber lässt sie nun aktueller denn je erscheinen. Ein Landeskongress befasste sich daher mit der Thematik.

Was kann man tun, um die Attraktivität der Innenstädte zu stärken? | Foto: privat

Was können Städte tun, um ihre Zentren zu reaktivieren oder attraktiv zu halten? Durch welche Maßnahmen können mögliche oder bereits entstandene Frequenzverluste in Gastronomie, Dienstleistungsbereich und Einzelhandel kompensieren? Welche Rahmenbedingungen braucht es, um Kunst- und Kultur dauerhaft in den Innenstädten zu etablieren? Wie können wir nachhaltiges und klimaneutrales Bauen in unsere Städte integrieren? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasste sich kürzlich der Landeskongress „Innenstadtentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern – Herausforderungen und Chancen“.

 

Landeskongress diskutierte Herausforderungen und betrachtete gelungene Projekte

Um eben die aktuellen Herausforderungen für die Kommunen zu analysieren und zu diskutieren sowie einen Austausch über gute Ansätze und gelungene Projekte zu befördern, trafen sich Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Christian Pegel und sein Kabinettkollege, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, in Neubrandenburg mit Bürgermeistern, Kommunalpolitikern, Planern, Städtebauern und Quartiersmanagern. Die Anwesenden einte dabei das Ziel, die Attraktivität der Innenstädte mit Blick auf die neuen Realitäten zu stärken.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wohnen in der Innenstadt wird immer teurer: Steigen nun auch noch Anwohnerparkgebühren?

 

Minister sieht Innenstädte vor großen Herausforderungen

„Corona-Pandemie, Ukrainekrieg und Inflation wirken sich, wenn auch verzögert, auf die Entwicklung unserer Städte aus. Hinzu kommen Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Seit der Wende vor 30 Jahren haben die Städte nicht vor derartigen komplexen Herausforderungen gestanden wie heute“, meinte dabei Innen- und Bauminister Christian Pegel. Eine vielleicht etwas gewagte These, betrachtet man die Entwicklungen der Innenstädte ausgehend vom Moment des Mauerfalls bis heute. Dennoch ist es zweifellos richtig, dass die Entwicklungen der vergangenen Wochen, Monate und Jahre nun wieder neue Herausforderungen mit sich bringen.

 

Elan und Eifer der Akteure vor Ort hervorgehoben

„Die Landesregierung unterstützt die Kommunen auf vielfältige Weise. Sei es nach dem Finanzausgleichsgesetz oder durch diverse Förderprogramme. Das wird auch in Zukunft so sein. Überrascht hat mich die Vielfalt der Ideen für Projekte, mit denen die Städte zukunftsfähig gemacht oder erhalten werden sollen. Nicht überrascht, aber sehr gefreut hat mich zu sehen, mit welchem Elan und welchem Eifer die Akteure vor Ort zu Werke gehen, damit ihre Heimatstädte lebenswert für die Einwohner und attraktiv für Gäste werden und bleiben“, so Pegel weiter. Aus Sicht seines Kabinettskollegen Reinhard Meyer seien eine wirtschaftliche Stärkung und kulturelle Belebung der Innenstädte von großer Bedeutung. Um eben dieses Ziel zu erreichen, brauche es „attraktive Einzelhandelsgeschäfte, abwechslungsreiche Gastronomie, serviceorientierte Dienstleistungen sowie kleinere und größere Veranstaltungen“, so der Wirtschaftsminister. Ein solcher Mix lasse innerstädtische Erlebnisraume entstehen – attraktiv für Anwohner, Besucher und auch Touristen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Essenspreise in Kitas und Schulen vor deutlichem Anstieg – Hier passiert sozial etwas!

 

Diskussion auch über Bundes- und Landesprogramme

Zur Sprache kamen im Rahmen des Landeskongresses unter anderem auch zwei kürzlich aufgelegte Programme zur Stärkung der Innenstädte. Das vom Innen- und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam entwickelte Sofortprogramm „Re-Start lebendige Innenstadt“ sollte dabei die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Strukturwandel der Innenstädte abfedern und tiefgreifenden Veränderungen wie Betriebsschließungen, Leerstand, geringere Nutzungsintensität und Qualitätsverlust in der Versorgung entgegenwirken. „Wir wollten mit dem Programm erreichen, dass die Zentren ihre wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung zurückgewinnen. Deshalb fördert das Innenministerium Strategien, Konzepte, Belebungs- und Kundenbindungsmaßnahmen des innerstädtischen Einzelhandels sowie kleinere investive Maßnahmen. Insgesamt konnten wir vier Ober- und vier Mittelzentren sowie 13 Grundzentren in das Programm aufnehmen. Das Fördervolumen beträgt rund 3,7 Millionen Euro“, so Christian Pegel.

Zum anderen diskutierten die Teilnehmenden der Veranstaltung auch das 2021 aufgelegte Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Das 250 Millionen Euro umfassenden Programm soll Kommunen dabei unterstützen, innovative längerfristige Konzepte für die Revitalisierung der Innenstädte zu erarbeiten. Zudem verfolgt es das Ziel, drängende Aufgaben auch kurzfristig umzusetzen. Sieben Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern sind dabei zur Förderung vorgesehen: Bad Sülze, Neubrandenburg, Parchim, Ribnitz-Damgarten, Schwerin, Stralsund und Wismar.

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.