»Wir sind laut, weil man uns die Südbahn klaut«

Demonstranten auf dem Weg zum Landtag, wo sie ihrem Ärger heute Luft machen wollten
Demonstranten auf dem Weg zum Landtag, wo sie ihrem Ärger heute Luft machen wollten

(am). In Schwerin trafen sich heute zahlreiche Anhänger der Südbahn, um für deren Erhalt zu demonstrieren. Schwerin-Lokal war vor Ort.

Menschen, die sich für die Schiene in unserer Region einsetzen, müssen ganz schön laut sein, damit man sie wahrnimmt. Für die Initiatoren zur Rettung der Südbahn trifft das zweifellos zu. Die verschaffen sich immer wieder Gehör und vertreten ihre Anliegen klar und deutlich. Sie wollen eine durchgängige Bahnlinie von Hagenow nach Streustrelitz erhalten. Demgegenüber stehen die Pläne der Landesregierung. Die will auf der Strecke zwischen Parchim und Malchow den Bahnverkehr einstellen. Der Grund: Zu geringe Auslastung. Kein Wunder, sagen die Befürworter der Bahn. Wenn man ein schlechtes Angebot vorhält, müsse sich auch nicht gewundert werden, dass die Fahrgäste ausbleiben. Die Forderung von Bürgerinitiativen, dem BUND und dem Verkehrsclub Deutschland sind deshalb: Ausbau des Angebots und Investitionen, um die Attraktivität zu erhöhen.

 

Die Forderungen zur Rettung der Südbahn liegen auf dem Tisch

 

Man merkt deutlich, dass den Demonstranten langsam der Gedulsfaden reißt
Man merkt deutlich, dass den Demonstranten langsam der Gedulsfaden reißt

Auf der heutigen Demonstration in Schwerin konnte man spüren, dass den Bahnbefürwortern allmählich der Geduldsfaden reißt. Man wirft dem neuen Verkehrsminister Pegel vor, dass er die Problematik nicht noch einmal neu aufgerollt und bewertet habe. Das Bündnis fordert von Minister Pegel die Aufnahme der Südbahn als essentiellen Bestandteil in den in Arbeit befindlichen integrierten Landesverkehrsplan. Es müsse ein Umdenken im Verkehrsressort geben. Die Südbahn solle für zwei weitere Jahre durchgehend bestellt werden, begleitet von Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung. Dazu gehörten die taktgenaue Anbindung von Plau am See an die acht Zugpaare der Südbahn . Außerdem müsse die Fahrt eines Spätzuges die Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sichern.

 

SAMSUNG CSCZahlreiche Menschen fanden sich jedenfalls in Schwerin ein, um ihre Forderungen lautstark zu vertreten. »Wir sind laut, weil man uns die Südbahn klaut«, hieß es immer wieder. Pfiffe zeigten, was man von der Verkehrspolitik der Landesregierung hält. Für Schwerin wird man die Diskussion anstoßen müssen, was eine Ausdünnung des Nahverkehrsangebots des Großraumes für die Landeshauptstadt für bedeutet.

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