Wohlige Wärme im Haus: Mit einem Kamin durch die kalte Jahreszeit

Die Tage werden spürbar kälter. In der Nacht sinken die Temperaturen regional schon bis an den Gefrierpunkt heran. In den meisten Haushalten wird jetzt schon wieder geheizt. Ein Kamin verbreitet angenehme Wärme. Aus baurechtlicher Sicht gibt es allerdings einige Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen.

 

Diese Kamintypen verbreiten wohlige Wärme

Wer sich für kalte Winternächte ein prasselndes Kaminfeuer ins Haus holen möchte, sieht sich einer großen Auswahl verschiedener Bautypen gegenüber. Die Unterscheidung erfolgt nach Bauart, Funktionalität und Brennmaterial. Dies sind die am häufigsten verbauten Kamintypen in Privathäusern:

 

  • Kachelofen: Er ist die wohl älteste und bekannteste Kaminvariante. Mit dem Kachelofen holten sich die Menschen schon vor mehreren hundert Jahren wohlige Wärme ins Haus. Seine Stärke ist die enorme Heizeffizienz, denn ein Kachelofen kann mit Kohle, Holz oder Pellets beheizt werden. Je nach Größe des Ofens spendet er zwischen 12 und 24 Stunden lang Wärme. Gerade für große Räume und ganze Hausbereiche ist der Kachelofen eine zuverlässige Wärmequelle.
  • Pelletofen: Diese Variante wird mit Holzpellets beheizt und gerne in modernen Energiesparhäusern verbaut. Eine bauliche Verknüpfung mit der Warmwasserbereitung und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach schafft ein energieeffizientes Wärmesystem. Pelletöfen sind am besten geeignet, um das ganze Haus mit erneuerbaren Energien zu beheizen. Aufgrund der Bauform entfällt allerdings der atmosphärische Aspekt eines Kaminofens. Wer sich ein heimeliges Wohnambiente mit einem prasselnden Kaminfeuer wünscht, wird beim Pelletofen wahrscheinlich enttäuscht.
  • Offener Kamin: Der offene, meist gemauerte Kamin ist der Inbegriff gemütlicher Winternächte. Mit Holz oder Pellets betrieben verbreitet das große offene Feuer Lagerfeuerromantik in den eigenen vier Wänden. Im Rahmen der neuen Bundesimmisionsschutzverordnung (BImSchV) sind offene Kamine in geschlossenen Räumen allerdings nicht mehr zulässig. Alle Kaminöfen müssen bis zu diesem Zeitpunkt mit einer Glasscheibe und einem Feinstaubfilter ausgestattet werden und Emissionswerte vorweisen, die den ökologischen Vorgabe des Gesetzgebers entsprechen.
  • Dänischer Kamin: Hierbei handelt es sich um einen gemauerten oder gusseisernen Kaminofen, bei dem die Flamme durch eine große, feuerfeste Glasscheibe abgeschirmt wird. Je nach Modell lässt sich ein dänischer Kamin an verschiedenen Stellen im Raum aufstellen, sofern eine Abluftmöglichkeit und ein feuerfester Untergrund vorhanden sind. Moderne dänische Kamine sind äußerst energieeffizient und können auch große, offene Räume über Stunden gemütlich warmhalten.
  • Hängekamin: Diese Variante wird hängend an der Wand oder an der Decke angebracht. Damit ist der Hängekamin eine kinderfreundliche Variante. Je nach Beschaffenheit von Decke, Wänden und Untergrund kann der Hängekamin frei im Raum platziert werden und erlaubt so eine flexible Planung. Die Wärmeentwicklung hängt von der Größe der Brennkammer, dem Heizmaterial und dem Standort ab. Einzelne Räume lassen sich über einen Hängekamin auch bei niedrigen Außentemperaturen angenehm warmhalten.

 

Der Elektrokamin als sichere Alternative

Wer bei gemütlicher Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer nicht auf höchste Sicherheit verzichten möchte, findet im Elektrokamin eine Alternative zum klassischen Brennofen. Elektrokamine haben je nach Modell nicht nur einen rein dekorativen Charakter, sie strahlen auch wohlige Wärme ab und können je nach gewähltem Modell und der Wattleistung ganze Räume beheizen. Die Wärmeentwicklung lässt sich meist über verschiedene Heizstufen oder sogar stufenlos nach Gradangabe steuern. Dabei sind Elektrokamine unabhängig von einem Abzug, da die Rauchbelastung im Innenraum entfällt. Auch Ruß, Staub und Brennstoffrückstände fallen beim Elektrokamin nicht an.

Im Handel sind verschiedene Modelle von rustikal bis modern und in unterschiedlichen Größen erhältlich. Moderne Varianten erschaffen eine realitätsnahe Optik aus brennenden Holzscheiten und wärmenden Flammen. Da kein echtes Feuer erzeugt wird, kann auch ein Korpus aus Echtholz gewählt werden.

Elektrokamine können flexibel im Raum aufgestellt werden, sofern eine Stromquelle erreichbar ist. Der Betrieb erfolgt über eine standardmäßige 220-Volt-Steckdose. Für die Installation eines Elektrokamins müssen in der Regel keine besonderen baulichen Vorgaben berücksichtigt werden. Auch eine Baugenehmigung ist bei einer Nachrüstung nicht erforderlich.

 

Der Abzug als Herzstück des Kamins

Jeder Kamin mit Verbrennungssystem benötigt einen Abzug. Dieser muss vor allem bei neueren Bauten unabhängig vom Belüftungssystem und der Raumluft sein. Da moderne Belüftungsanlagen die Raumluft ständig austauschen, darf ein rauchentwickelnder Kaminofen nicht mit dem Belüftungssystem gekoppelt werden, da sonst bei Betrieb ständig giftiges Rauchgas in die Atemluft gelangt und diese gesundheitsschädlich belastet. Zwei gänzlich unabhängige Kreisläufe aus Belüftungssystem und Abluft des Kaminofens sind erforderlich, damit die Raumluft sauber bleibt.

Die meisten Kaminöfen ziehen ihre Verbrennungsluft aus der Raumluft. Gerade bei kleinen Räumen kann dies dazu führen, dass die Raumluft recht schnell verbraucht ist und häufig gelüftet werden muss. Es gibt auch raumluftunabhängige Kaminöfen, die die für die Verbrennung erforderliche Luft aus einem separaten Belüftungssystem erhalten.

Der passende Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Abzug und das Abluftsystem des Kaminofens ist der regional zuständige Schornsteinfeger. Er kann zu Installationsmöglichkeiten beraten und übernimmt im Anschluss an die Arbeiten auch die Abnahme des kompletten Kaminsystems. Für die Reinigung und sonstige Wartungsarbeiten rund um den Kaminofen ist der Schornsteinfeger ebenfalls zuständig.

 

Brandschutzvorgaben für Kaminöfen

Da jede Art von Verbrennungskamin ein Sicherheitsrisiko darstellt, gibt es bestimmte Vorgaben, die Hausbesitzer beachten müssen, wenn sie in geschlossenen Räumen einen Kamin betreiben möchten. Zusätzliche Tipps und Sicherheitsvorkehrungen sorgen dafür, dass die wohlige Wärme und die romantische Atmosphäre des Feuers zu genießen sind, ohne ein allzu hohes Brandrisiko einzugehen.

 

Diese Vorgaben müssen Kaminbetreiber beachten:

  • Der Abstand des Kaminofens zur Wand muss mindestens 20 Zentimeter betragen. Alternativ ist es möglich, die Wände rund um den Kamin, insbesondere hinter der Brennkammer, mit einem Spezialmaterial zu verkleiden, das nicht brennbar ist.
  • Der Abstand zwischen Vorderseite und Mobiliar muss mit geöffneter Tür mindestens 50 Zentimeter betragen.
  • Der Fußboden unter dem Kamin muss aus nicht brennbarem Material bestehen oder, falls dies nicht gegeben ist, mit einer ausreichend großen Spezialplatte belegt werden, die brennbare Fußbodenmaterialien schützt.
  • Der Kamin benötigt einen Abzug, der von der Raumluft unabhängig ist.
  • Die Abgaswerte des Kamins müssen den jeweils regional gültigen Abgasnormen entsprechen und dürfen die Emissionsvorgaben keinesfalls überschreiten.
  • Vor der ersten Inbetriebnahme ist die offizielle Abnahme durch den regional zuständigen Schornsteinfeger erforderlich, der neben der Einhaltung der Baunormen und der Emissionswerte auch die korrekte Anbringung des raumluftunabhängigen Abzugs kontrolliert.

 

Mit diesen Praxistipps lässt sich das Sicherheitsrisiko zusätzlich minimieren:

  • Brennbare Materialien wie Textilien, leicht brennbare Möbelstücke, Spielsachen oder ähnliches sollten nicht innerhalb der Reichweite des Funkenfluges liegen bleiben. Hier sollte der Kaminofen im Betrieb einige Zeit beobachtet werden, um anschließend einen Sicherheitsradius bestimmen zu können.
  • Die Feuerstelle und die heiß werdenden Bestandteile des Kaminofens sollten unbedingt für Haustiere und Kinder unerreichbar sein und gegebenenfalls mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen, wie zum Beispiel einem Kamingitter, geschützt werden.
  • Vor dem Entzünden des Kamins ist immer zu prüfen, ob gegebenenfalls brennbare Materialien auf dem Ofen oder in unmittelbarer Nähe abgelegt wurden.
  • Rauchmelder sind im gesamten Wohnbereich ratsam und verpflichtend, besonders aber in Räumen, in denen ein Kaminofen betrieben wird. Es gibt spezielle Rauchwarnmelder, die besonders auf Kohlenstoffmonoxid ansprechen, das durch die Rauchentwicklung des Kaminofens freigesetzt wird und bei zu hoher Konzentration in der Raumluft unbemerkt eine Rauchvergiftung verursachen kann.
  • In unmittelbarer Reichweite des Kamins sollte ein Feuerlöscher untergebracht werden, der auch bei einem Brand leicht zugänglich ist. Natürlich sollte der Feuerlöscher regelmäßig gewartet und auf seine uneingeschränkte Funktionalität überprüft werden.

 

 

Redaktion

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