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Spatenstich am Lützower Ring:
Bis zu 90 neue Wohnungen in Friedrichsthal geplant – Anwohner äußern Bedenken

Am Lützower Ring in Schwerin-Friedrichsthal hat ein neues Wohnprojekt begonnen. Geplant sind bis zu 90 barrierefreie Seniorenwohnungen. In der Ortsteilvertretung gibt es jedoch Kritik an Verkehr und Parkplätzen.

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  • Veröffentlicht März 30, 2026
Wohnprojekt Lützower Ring Schwerin
Sym­bol­is­ch­er Spaten­stich am Lüt­zow­er Ring: Vertreter von Stadt­poli­tik und Pro­jek­t­träger geben den Startschuss für das neue Wohn­pro­jekt in Friedrich­sthal. Foto: Dario Rochow

Am Lüt­zow­er Ring in Friedrich­sthal ist am ver­gan­genen Mittwoch der Startschuss für ein neues Wohn­pro­jekt gefall­en. Zum sym­bol­is­chen Spaten­stich kamen unter anderem Stadt­präsi­dent Sebas­t­ian Ehlers (CDU) sowie der Vor­sitzende des Bauauss­chuss­es der Stadtvertre­tung, Daniel Meßlien (SPD).

Geplant sind mehrere Mehrfam­i­lien­häuser mit bar­ri­ere­freien Woh­nun­gen, die sich vor allem an ältere Men­schen richt­en. Der Investor plant Zwei- und Dreiraum­woh­nun­gen mit etwa 60 bis 70 Quadrat­metern Wohn­fläche. Ziel­gruppe sind vor allem Men­schen über 70 Jahre.

Der Pro­jek­t­träger ist in der Gegend bere­its aktiv. Auf dem gegenüber­liegen­den Grund­stück am Rosen­berg­er Weg wurde kür­zlich ein Gebäude mit 15 bar­ri­ere­freien Woh­nun­gen fer­tiggestellt. Rund 80 Prozent davon sind bere­its ver­mi­etet. Für ein weit­eres Haus mit elf Woh­nun­gen am Rosen­berg­er Weg 4 liegt eben­falls schon eine Bau­genehmi­gung vor.

Bis zu 90 Wohnungen möglich

Pro­jek­t­träger Mar­tin Jaskulke erläutert, dass am Lüt­zow­er Ring nun bis zu 90 Woh­nun­gen entste­hen kön­nten. Vorge­se­hen seien sechs Wohnge­bäude mit jew­eils etwa 15 Woh­nun­gen. Die geplanten Mieten liegen laut Investor bei rund 16 Euro pro Quadrat­meter kalt und etwa 19 Euro warm.

Bevorzugt wird eine soge­nan­nte offene Bebau­ung, so Jaskulke. Das bedeutet: mehrere kleinere Gebäude statt eines großen zusam­men­hän­gen­den Wohn­blocks. Nach Angaben des Investors sollen sich die Häuser so bess­er in das Wohnge­bi­et ein­fü­gen und mehr Tages­licht in die Woh­nun­gen lassen.

Damit diese Vari­ante umge­set­zt wer­den kann, müsste die Stadt allerd­ings Aus­nah­men vom beste­hen­den Bebau­ungs­plan erlauben. So sollen die Gebäude etwas weit­er nach hin­ten auf dem Grund­stück ste­hen als ursprünglich vorge­se­hen. Außer­dem ist ein zusät­zlich­es Staffelgeschoss geplant.

Diskussion über Verkehr und Parkplätze

Die Pläne wur­den bere­its in der Ort­steil­vertre­tung Friedrich­sthal vorgestellt. Dort hat­ten Bürg­erin­nen und Bürg­er sowie Mit­glieder der Ort­steil­vertre­tung Gele­gen­heit, Fra­gen zu stellen.

Beson­ders häu­fig ging es um die Park­platzsi­t­u­a­tion. Der Investor rech­net damit, dass etwa die Hälfte der kün­fti­gen Bewohn­er ein Auto haben wird. Entsprechend weniger Stellplätze sind einge­plant. Einige Anwohn­er zweifeln jedoch daran und befürcht­en zusät­zliche Parkprob­leme in den umliegen­den Straßen.

Auch die Verkehrssi­t­u­a­tion wurde ange­sprochen. Vor allem an der Kreuzung Lüt­zow­er Ring/Lärchenallee komme es schon heute regelmäßig zu Staus. Manche Bürg­er sor­gen sich, dass der Verkehr durch zusät­zliche Ein­wohn­er und Liefer­verkehr weit­er zunehmen kön­nte.

Ortsteilvertretung sieht noch Klärungsbedarf

Die Ort­steil­vertre­tung spricht sich grund­sät­zlich für die geplante offene Bauweise aus. Kri­tisch sieht sie jedoch die geplante Über­schre­itung der Bau­gren­zen. Dadurch könne eine für Friedrich­sthal „ungewöhn­lich hohe Bebau­ungs­dichte” entste­hen.

Außer­dem fordert das Gremi­um aus­re­ichend Stellplätze auf dem Grund­stück sowie eine Klärung weit­er­er Fra­gen, wie etwa zu Spielflächen für Kinder.

Sollte das Pro­jekt über den soge­nan­nten „Bau-Tur­bo“ umge­set­zt wer­den, kön­nte auch ein Anteil von Sozial­woh­nun­gen ver­langt wer­den. Der Investor erk­lärte jedoch, dass sozialer Woh­nungs­bau derzeit nicht geplant sei.

Wie es mit dem Pro­jekt weit­erge­ht, entschei­det sich in den kom­menden Monat­en in den poli­tis­chen Gremien der Lan­deshaupt­stadt. Sollte der Investor Aus­nah­men vom Bebau­ungs­plan beantra­gen, müssen sich zunächst die zuständi­gen Auss­chüsse und schließlich die Stadtvertre­tung mit dem Vorhaben befassen. Dabei wer­den auch die Hin­weise und Bedenken der Ort­steil­vertre­tung Friedrich­sthal berück­sichtigt.