Spatenstich am Lützower Ring:
Bis zu 90 neue Wohnungen in Friedrichsthal geplant – Anwohner äußern Bedenken
Am Lützower Ring in Schwerin-Friedrichsthal hat ein neues Wohnprojekt begonnen. Geplant sind bis zu 90 barrierefreie Seniorenwohnungen. In der Ortsteilvertretung gibt es jedoch Kritik an Verkehr und Parkplätzen.

Am Lützower Ring in Friedrichsthal ist am vergangenen Mittwoch der Startschuss für ein neues Wohnprojekt gefallen. Zum symbolischen Spatenstich kamen unter anderem Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) sowie der Vorsitzende des Bauausschusses der Stadtvertretung, Daniel Meßlien (SPD).
Geplant sind mehrere Mehrfamilienhäuser mit barrierefreien Wohnungen, die sich vor allem an ältere Menschen richten. Der Investor plant Zwei- und Dreiraumwohnungen mit etwa 60 bis 70 Quadratmetern Wohnfläche. Zielgruppe sind vor allem Menschen über 70 Jahre.
Der Projektträger ist in der Gegend bereits aktiv. Auf dem gegenüberliegenden Grundstück am Rosenberger Weg wurde kürzlich ein Gebäude mit 15 barrierefreien Wohnungen fertiggestellt. Rund 80 Prozent davon sind bereits vermietet. Für ein weiteres Haus mit elf Wohnungen am Rosenberger Weg 4 liegt ebenfalls schon eine Baugenehmigung vor.
Bis zu 90 Wohnungen möglich
Projektträger Martin Jaskulke erläutert, dass am Lützower Ring nun bis zu 90 Wohnungen entstehen könnten. Vorgesehen seien sechs Wohngebäude mit jeweils etwa 15 Wohnungen. Die geplanten Mieten liegen laut Investor bei rund 16 Euro pro Quadratmeter kalt und etwa 19 Euro warm.
Bevorzugt wird eine sogenannte offene Bebauung, so Jaskulke. Das bedeutet: mehrere kleinere Gebäude statt eines großen zusammenhängenden Wohnblocks. Nach Angaben des Investors sollen sich die Häuser so besser in das Wohngebiet einfügen und mehr Tageslicht in die Wohnungen lassen.
Damit diese Variante umgesetzt werden kann, müsste die Stadt allerdings Ausnahmen vom bestehenden Bebauungsplan erlauben. So sollen die Gebäude etwas weiter nach hinten auf dem Grundstück stehen als ursprünglich vorgesehen. Außerdem ist ein zusätzliches Staffelgeschoss geplant.
Diskussion über Verkehr und Parkplätze
Die Pläne wurden bereits in der Ortsteilvertretung Friedrichsthal vorgestellt. Dort hatten Bürgerinnen und Bürger sowie Mitglieder der Ortsteilvertretung Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Besonders häufig ging es um die Parkplatzsituation. Der Investor rechnet damit, dass etwa die Hälfte der künftigen Bewohner ein Auto haben wird. Entsprechend weniger Stellplätze sind eingeplant. Einige Anwohner zweifeln jedoch daran und befürchten zusätzliche Parkprobleme in den umliegenden Straßen.
Auch die Verkehrssituation wurde angesprochen. Vor allem an der Kreuzung Lützower Ring/Lärchenallee komme es schon heute regelmäßig zu Staus. Manche Bürger sorgen sich, dass der Verkehr durch zusätzliche Einwohner und Lieferverkehr weiter zunehmen könnte.
Ortsteilvertretung sieht noch Klärungsbedarf
Die Ortsteilvertretung spricht sich grundsätzlich für die geplante offene Bauweise aus. Kritisch sieht sie jedoch die geplante Überschreitung der Baugrenzen. Dadurch könne eine für Friedrichsthal „ungewöhnlich hohe Bebauungsdichte” entstehen.
Außerdem fordert das Gremium ausreichend Stellplätze auf dem Grundstück sowie eine Klärung weiterer Fragen, wie etwa zu Spielflächen für Kinder.
Sollte das Projekt über den sogenannten „Bau-Turbo“ umgesetzt werden, könnte auch ein Anteil von Sozialwohnungen verlangt werden. Der Investor erklärte jedoch, dass sozialer Wohnungsbau derzeit nicht geplant sei.
Wie es mit dem Projekt weitergeht, entscheidet sich in den kommenden Monaten in den politischen Gremien der Landeshauptstadt. Sollte der Investor Ausnahmen vom Bebauungsplan beantragen, müssen sich zunächst die zuständigen Ausschüsse und schließlich die Stadtvertretung mit dem Vorhaben befassen. Dabei werden auch die Hinweise und Bedenken der Ortsteilvertretung Friedrichsthal berücksichtigt.




