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„Eisiges Schweigen“:
ZEIT-Korrespondent zeigt in Schwerin Russlands innere Abschottung

ZEIT-Korrespondent Michael Thumann liest am 29. Oktober im NDR Landesfunkhaus Schwerin aus „Eisiges Schweigen flussabwärts“.

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  • Veröffentlicht Oktober 15, 2025
NDR Funkhaus in Schwerin. Foto: NDR
NDR Funkhaus in Schw­erin. Foto: NDR

 

Mit dem Auftritt des Jour­nal­is­ten und Rus­s­land-Ken­ners Michael Thu­mann set­zt die NDR-Kul­tur­rei­he „Der Nor­den liest – Die Herb­st­tour 2025“ am 29. Okto­ber in Schw­erin ein ein­drucksvolles Zeichen für poli­tis­che und lit­er­arische Zeitzeu­gen­schaft. Im NDR Lan­des­funkhaus Meck­len­burg-Vor­pom­mern liest der langjährige ZEIT-Kor­re­spon­dent aus seinem aktuellen Buch „Eisiges Schweigen flussab­wärts. Eine Reise von Moskau nach Berlin“ – mod­eriert von Christoph Bun­gartz (NDR Kul­tur).

Der erfahrene Aus­land­sko­r­re­spon­dent, der viele Jahre aus Moskau berichtet hat, beschreibt darin die gesellschaftliche Stim­mung in Rus­s­land nach Beginn des Angriff­skriegs gegen die Ukraine. Thu­mann verzichtet bewusst auf Prog­nosen über die Zukun­ft des Lan­des. Stattdessen beobachtet er Men­schen, Orte und die Verän­derun­gen im All­t­ag. „Ich beschreibe lieber, was ich sehe, als große Prog­nosen zu machen“, erk­lärt Thu­mann.

Seine lit­er­arische Reise führt von Moskau über Nar­va, einen der let­zten offe­nen Gren­zübergänge zwis­chen Rus­s­land und der EU, bis nach Tiflis. Dort trifft er rus­sis­che Exi­lanten, die vor der poli­tis­chen Repres­sion fliehen. In seinem Werk zeigt Thu­mann ein Land, das sich zunehmend abschot­tet – gegenüber dem West­en, aber auch gegenüber sich selb­st. „Rus­s­land ver­bar­rikadiert sich und zieht eine ide­ol­o­gis­che Gren­ze – durchs Land, durch die Gesellschaft und durch die Köpfe“, lautet seine ernüchternde Diag­nose.

Literatur trifft Zeitgeschehen

Die Lesung in Schw­erin ste­ht unter der Schirmherrschaft der Stiftung Lesen und wird in Koop­er­a­tion mit dem NDR Lan­des­funkhaus Meck­len­burg-Vor­pom­mern, dem Lan­desver­band der Volk­shochschulen und der Buch­hand­lung lit­tera et cetera ver­anstal­tet.

Karten sind für 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) über die Tourist-Info Schw­erin, online im NDR Tick­et­shop (ndr-ticketshop.de) sowie an der Abend­kasse erhältlich.

Wer die Ver­anstal­tung ver­passt, kann sie am 30. Novem­ber 2025 um 20 Uhr im „Son­ntagsstu­dio“ auf NDR Kul­tur nach­hören.

20 Jahre „Der Norden liest“ – eine Erfolgsgeschichte norddeutscher Literatur

Seit 2006 bringt die Herb­st­tour von NDR Kul­tur Autorin­nen und Autoren aus Nord­deutsch­land auf Büh­nen von Flens­burg bis Göt­tin­gen. In diesem Jahr feiert die Rei­he ihr 20-jähriges Jubiläum und präsen­tiert promi­nente Namen wie Anja Kamp­mann, Car­o­line Wahl, Saša Stanišić, Feridun Zaimoglu, Ursu­la Krechel und „König Boris“ Lauter­bach.

Organ­isiert wird die Tour von der Kul­tur­a­gen­tur HEINEKOMM und zahlre­ichen regionalen Part­nern. Jede Ver­anstal­tung bietet Begeg­nun­gen mit Lit­er­atur, Geschichte und Zeit­geschehen – oft an authen­tis­chen Schau­plätzen.

Nach dem Auftritt von Berit Glanz in Warnemünde (24. Okto­ber) ist Michael Thu­manns Lesung in Schw­erin die zweite Sta­tion der Tour in Meck­len­burg-Vor­pom­mern.