Ein Ort für Begegnung und Menschlichkeit:
Zentrum Demenz zieht ins Augustenstift
In Schwerin unterstützt das Zentrum Demenz seit fast 20 Jahren Betroffene und Angehörige – mit dem Umzug in neue Räume beginnt ein neues Kapitel voller Möglichkeiten.

Das Zentrum Demenz ist aus Schwerin nicht mehr wegzudenken. Rund 2.700 Menschen in der Landeshauptstadt leben derzeit mit einer Form der Demenzerkrankung. Nach Prognosen des Landes werde die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren auf rund 3.400 steigen. Die tatsächliche Anzahl liege zudem deutlich höher.
Seit fast zwei Jahrzehnten begleiten die Mitarbeitenden des Zentrums gemeinsam mit aktuell rund 40 Ehrenamtlichen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – professionell, individuell und mit viel Herz. Beratung, Begleitung und Entlastung stehen dabei ebenso im Fokus wie Verständnis und Wertschätzung.
Der Umzug ins alte Augustenstift
Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Augustenstift in der Stiftstraße 9b konnte nun ein weiterer wichtiger Meilenstein gefeiert werden. Das Augustenstift blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit 1855 kümmert es sich um bedürftige Menschen, zunächst als Armen- und Siechenhaus, später als vielfältiges Netzwerk für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Seinen Namen verdankt es der damaligen Schirmherrin, Großherzogin Auguste von Mecklenburg-Schwerin.
Vor dem Umzug war der Alltag für die Mitarbeitenden mit viel Improvisation verbunden: Für Veranstaltungen, Schulungen oder Präsentationen mussten regelmäßig externe Räume genutzt werden. Am bisherigen Standort in der Gartenhöhe standen lediglich zwei kleine Büros zur Verfügung – wöchentlich ging es sprichwörtlich mit „Sack und Pack“ los.
Nun ist alles an einem Ort vereint. Herzstück der neuen Räumlichkeiten ist der großzügige Gruppenraum mit kleiner Küche, moderner technischer Ausstattung und einer warmen, einladenden Atmosphäre. Zwei große Büros sowie ein Lagerraum für Materialien ergänzen das Raumangebot.
Worte der Anerkennung und Unterstützung
Leiterin Maria Puhlmann beschreibt das Zentrum Demenz als einen Ort, der den Menschen signalisiert: „Du bist hier richtig – so wie du bist.“
Auch Oberbürgermeister Rico Badenschier sowie Sozialministerin Stefanie Drese unterstrichen in ihren Grußworten die große Bedeutung der Einrichtung und sicherten ihre Unterstützung zu.
Der Vorstandsvorsitzende des Augustenstifts, Frank-Holger Blümel, erinnerte an die Anfänge des Projekts. Nachdem die ursprünglichen Fördermittel nach drei Jahren ausgelaufen waren, sei allen Beteiligten klar gewesen: „Das müssen wir weiterführen.“ Es entstand eine starke Allianz aus Stadt, Land und Pflegekassen, die den Fortbestand des Zentrums ermöglichte. Dennoch sei es jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, die Finanzierung zu sichern – mit der Hoffnung auf weiterhin verlässliche Unterstützung, um den steigenden Bedarf decken zu können.
Bewährte Angebote
Alle bisherigen Angebote werden fortgeführt – und aufgrund des gestiegenen Bedarfs sogar erweitert. Künftig gibt es jeweils zwei Gruppenangebote für Menschen mit Demenz und für Angehörige. Hinzu kommen Informationsabende rund um das Thema Demenz, Einzelbegleitungen in der Häuslichkeit, das beliebte Tanzcafé für Menschen mit Demenz sowie Yogaangebote für Angehörige.
Neue Wege und Möglichkeiten
In Zukunft soll das Zentrum Demenz noch stärker als Begegnungsstätte wirken – nicht nur für Betroffene und Angehörige, sondern auch für Interessierte, Nachbarn und Anwohnende. Die Mitarbeitenden möchten einen offenen Raum für Austausch schaffen und planen neue Angebote wie Spielenachmittage oder Filmabende.



