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Ein Ort für Begegnung und Menschlichkeit:
Zentrum Demenz zieht ins Augustenstift

In Schwerin unterstützt das Zentrum Demenz seit fast 20 Jahren Betroffene und Angehörige – mit dem Umzug in neue Räume beginnt ein neues Kapitel voller Möglichkeiten.

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  • Veröffentlicht Dezember 15, 2025
Vortstandsvorsitzender des Augustenstifts Frank-Holger Blümel, Sozialministerin Stefanie Drese, Leiterin Maria Puhlmann und Oberbürgermeister Rico Badenschier bei der Eröffnung des Zentrums Demenz am neuen Standort im alten Augustenstift.
Vort­standsvor­sitzen­der des Augusten­s­tifts Frank-Hol­ger Blümel, Sozialmin­is­terin Ste­fanie Drese, Ein­rich­tungslei­t­erin Maria Puhlmann und Ober­bürg­er­meis­ter Rico Baden­schi­er bei der Eröff­nung des Zen­trums Demenz, Foto: max­press

Das Zen­trum Demenz ist aus Schw­erin nicht mehr wegzu­denken. Rund 2.700 Men­schen in der Lan­deshaupt­stadt leben derzeit mit ein­er Form der Demen­z­erkrankung. Nach Prog­nosen des Lan­des werde die Zahl der Betrof­fe­nen in den kom­menden Jahren auf rund 3.400 steigen. Die tat­säch­liche Anzahl liege zudem deut­lich höher.
Seit fast zwei Jahrzehn­ten begleit­en die Mitar­bei­t­en­den des Zen­trums gemein­sam mit aktuell rund 40 Ehre­namtlichen Men­schen mit Demenz und ihre Ange­höri­gen – pro­fes­sionell, indi­vidu­ell und mit viel Herz. Beratung, Begleitung und Ent­las­tung ste­hen dabei eben­so im Fokus wie Ver­ständ­nis und Wertschätzung.

Der Umzug ins alte Augustenstift

Mit dem Umzug in die neuen Räum­lichkeit­en im Augusten­s­tift in der Stift­straße 9b kon­nte nun ein weit­er­er wichtiger Meilen­stein gefeiert wer­den. Das Augusten­s­tift blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit 1855 küm­mert es sich um bedürftige Men­schen, zunächst als Armen- und Siechen­haus, später als vielfältiges Net­zw­erk für Men­schen in unter­schiedlichen Lebensla­gen. Seinen Namen ver­dankt es der dama­li­gen Schirmher­rin, Großher­zo­gin Auguste von Meck­len­burg-Schw­erin.

Vor dem Umzug war der All­t­ag für die Mitar­bei­t­en­den mit viel Impro­vi­sa­tion ver­bun­den: Für Ver­anstal­tun­gen, Schu­lun­gen oder Präsen­ta­tio­nen mussten regelmäßig externe Räume genutzt wer­den. Am bish­eri­gen Stan­dort in der Garten­höhe standen lediglich zwei kleine Büros zur Ver­fü­gung – wöchentlich ging es sprich­wörtlich mit „Sack und Pack“ los.

Nun ist alles an einem Ort vere­int. Herzstück der neuen Räum­lichkeit­en ist der großzügige Grup­pen­raum mit klein­er Küche, mod­ern­er tech­nis­ch­er Ausstat­tung und ein­er war­men, ein­laden­den Atmo­sphäre. Zwei große Büros sowie ein Lager­raum für Mate­ri­alien ergänzen das Rau­mange­bot.

Worte der Anerkennung und Unterstützung

Lei­t­erin Maria Puhlmann beschreibt das Zen­trum Demenz als einen Ort, der den Men­schen sig­nal­isiert: „Du bist hier richtig – so wie du bist.“
Auch Ober­bürg­er­meis­ter Rico Baden­schi­er sowie Sozialmin­is­terin Ste­fanie Drese unter­strichen in ihren Gruß­worten die große Bedeu­tung der Ein­rich­tung und sicherten ihre Unter­stützung zu.

Der Vor­standsvor­sitzende des Augusten­s­tifts, Frank-Hol­ger Blümel, erin­nerte an die Anfänge des Pro­jek­ts. Nach­dem die ursprünglichen För­der­mit­tel nach drei Jahren aus­ge­laufen waren, sei allen Beteiligten klar gewe­sen: „Das müssen wir weit­er­führen.“ Es ent­stand eine starke Allianz aus Stadt, Land und Pflegekassen, die den Fortbe­stand des Zen­trums ermöglichte. Den­noch sei es jedes Jahr aufs Neue eine Her­aus­forderung, die Finanzierung zu sich­ern – mit der Hoff­nung auf weit­er­hin ver­lässliche Unter­stützung, um den steigen­den Bedarf deck­en zu kön­nen.

Bewährte Angebote

Alle bish­eri­gen Ange­bote wer­den fort­ge­führt – und auf­grund des gestiege­nen Bedarfs sog­ar erweit­ert. Kün­ftig gibt es jew­eils zwei Grup­penange­bote für Men­schen mit Demenz und für Ange­hörige. Hinzu kom­men Infor­ma­tion­s­abende rund um das The­ma Demenz, Einzel­be­gleitun­gen in der Häus­lichkeit, das beliebte Tanz­café für Men­schen mit Demenz sowie Yogaange­bote für Ange­hörige.

Neue Wege und Möglichkeiten

In Zukun­ft soll das Zen­trum Demenz noch stärk­er als Begeg­nungsstätte wirken – nicht nur für Betrof­fene und Ange­hörige, son­dern auch für Inter­essierte, Nach­barn und Anwohnende. Die Mitar­bei­t­en­den möcht­en einen offe­nen Raum für Aus­tausch schaf­fen und pla­nen neue Ange­bote wie Spie­le­nach­mit­tage oder Filmabende.