Gullydeckel werden jetzt grün:
Kreide-Graffitis gegen Kippen – Pilotprojekt startet in Schweriner Weststadt
Ein Gullydeckel als Mahnung: Mit auffälligen Kreide-Graffitis wirbt die Umweltgruppe Weststadt für einen bewussteren Umgang mit Zigarettenkippen und mehr Umweltschutz in Schwerin.

Mit bunten Kreidezeichnungen rund um Gullydeckel hat die Umweltgruppe Weststadt am Montagmorgen auf ein oft unterschätztes Umweltproblem aufmerksam gemacht. An der Kreuzung Lessingstraße/Ecke Carl-Moltmann-Straße entstanden auffällige Motive, die Passanten daran erinnern sollen, Zigarettenkippen nicht achtlos auf die Straße zu werfen.
Die Aktion markiert den Auftakt eines Pilotprojekts, das nach Angaben der Organisatoren auf kreative Weise für mehr Sauberkeit und Umweltschutz werben soll. Unterstützt wurde die Umweltgruppe dabei von der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE). Bereits am Vormittag blieben immer wieder Passanten stehen, betrachteten die Zeichnungen oder kamen mit den Beteiligten ins Gespräch. Die Botschaft der Aktion ist dabei klar: Was auf den ersten Blick wie harmlose Straßenkunst wirkt, soll auf die Folgen achtlos entsorgter Zigarettenkippen aufmerksam machen.
„Ziel unserer Aktion ist es, für die Umweltschäden zu sensibilisieren, die durch achtlos weggeworfene Kippen entstehen“, sagte Ronny Alex, Sprecher der Umweltgruppe Weststadt.
Kippen belasten Böden und Gewässer
Nach Angaben der Umweltgruppe gehören Zigarettenkippen zu den am häufigsten weggeworfenen Abfällen im öffentlichen Raum. Sie enthalten zahlreiche Schadstoffe, die Böden sowie Grund- und Oberflächengewässer belasten können. Gelangen die Filter über Gullys in den Wasserkreislauf, können sich diese Stoffe weiter verbreiten.

Mit den Kreide-Graffitis rund um die Gullydeckel soll genau auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht werden. Die Organisatoren hoffen, dass die auffälligen Motive Menschen dazu bewegen, Zigarettenreste künftig in Aschenbechern oder Abfallbehältern zu entsorgen.
Kreidefarbe verschwindet wieder
Für die Aktion kam nach Angaben der Umweltgruppe ausschließlich umweltfreundliche und leicht wasserlösliche Kreidefarbe zum Einsatz. Die Motive sind damit bewusst nur temporär angelegt und verschwinden nach einiger Zeit wieder.
Die Initiatoren verstehen das Projekt als Versuch, Straßenkunst mit Umweltbildung zu verbinden. Die Gestaltung des öffentlichen Raums solle zeigen, dass bereits kleine Denkanstöße das Verhalten im Alltag verändern können.
Ob das Pilotprojekt künftig auf weitere Standorte in Schwerin ausgeweitet wird, ist derzeit noch offen. Zunächst soll beobachtet werden, wie die Aktion von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird.




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