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Erste Hilfe nach Vereinsgründung:
ZONTA spendet für Frauenhaus Schwerin

Der Verein ZONTA Schwerin unterstützt das Frauenhaus mit einer Spende und ruft zur Mithilfe auf. Gesucht werden Wohnraum, Fachkräfte und Engagement, um Frauen und Kindern ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen.

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  • Veröffentlicht Februar 9, 2026
Frau Liane Dom­mer (Lei­t­erin des Frauen­haus­es Schw­erin), Frau Ulrike Haugg (zweite Vor­sitzende ZONTA Schw­erin e.V.), Frau Andrea Sadel­berg (Grün­dungsmit­glied ZONTA Schw­erin e.V.) und Anne Schmelter (eben­falls Grün­dungsmit­glied ZONTA Schw­erin e.V.) bei der Spendenüber­gabe. Foto: Zon­ta 

Der neu gegrün­dete Vere­in ZONTA Schw­erin e.V. hat seine erste Spende übergeben.  So gin­gen 500 Euro an das Frauen­haus Schw­erin. Das Geld stammt über­wiegend aus den Ein­nah­men des Advents­basars 2025 im Schleswig-Hol­stein-Haus.

Doch mit der finanziellen Unter­stützung allein soll es nicht getan sein. Der Vere­in möchte die Arbeit des Frauen­haus­es langfristig und prak­tisch begleit­en. „Wir benöti­gen Unter­stützende, die den Frauen und gegebe­nen­falls auch deren Kindern gün­sti­gen Wohn­raum zur Ver­fü­gung stellen. Dies stellt eine wach­sende Her­aus­forderung für die Mitar­bei­t­en­den des Frauen­haus­es dar“, so Astrid Rochow, Vor­sitzende des ZON­TA-Vere­ins.

Eigenständiges Leben ermöglichen

Ein wichtiger Teil der Arbeit im Frauen­haus beste­ht darin, betrof­fe­nen Frauen nach dem Aufen­thalt den Weg in ein eigen­ständi­ges, gewalt­freies Leben zu ebnen. Dazu gehört vor allem die Suche nach bezahlbarem Wohn­raum – ein Bere­ich, in dem Unter­stützung aus der Schw­er­iner Bevölkerung drin­gend gebraucht wird. Inter­essierte kön­nen sich an den Fördervere­in wen­den oder direkt Kon­takt zum Frauen­haus aufnehmen.

Auch während ihres Aufen­thalts sind die Frauen auf Hil­fe angewiesen. „Es ist kaum vorstell­bar, wie das Selb­st­wert­ge­fühl der Frauen in psy­chisch oder physisch gewaltvollen Beziehun­gen lei­det. Viele ver­har­ren zu lang in diesen Sit­u­a­tio­nen, weil sie ihre Rechte nicht ken­nen oder sich den Schritt in ein eigen­ständi­ges Leben nicht zutrauen“, sagt Andrea Sadel­berg, Grün­dungsmit­glied von ZONTA Schw­erin.

Pädagogische Fachkraft für Kinder und Jugendliche

Im All­t­ag des Frauen­haus­es begeg­nen die Mitar­bei­t­en­den schw­eren Einzelschick­salen, aber auch viel Men­schlichkeit. Lei­t­erin Liane Dom­mer berichtet von ein­er Ein­rich­tung, die regelmäßig an ihre Kapaz­itäts­gren­zen stößt. Neben finanzieller und ehre­namtlich­er Hil­fe fehle derzeit vor allem eine päd­a­gogis­che Fachkraft für Kinder und Jugendliche. „Trotz großer Bemühun­gen kon­nte die Finanzierung dieser Stelle noch immer nicht final gek­lärt wer­den. Das ist sehr bedauer­lich“, sagt Dom­mer. Kinder seien immer von häus­lich­er Gewalt mit­be­trof­fen und bräucht­en im Frauen­haus eine eigene Ansprech­per­son, die ihnen zuhört und ihre Per­spek­tive ernst nimmt.

Um Aufmerk­samkeit für das The­ma zu schaf­fen, ruft der Vere­in zudem zur Teil­nahme am inter­na­tionalen Aktion­stag „One Bil­lion Ris­ing“ auf. Am 14. Feb­ru­ar um 14 Uhr tre­f­fen sich Unter­stützerin­nen und Unter­stützer in der Mecklenburgstraße/Ecke Schloßs­traße in Schw­erin. Mit Tanz, Aktio­nen und öffentlich­er Präsenz soll ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mäd­chen geset­zt wer­den.

Der Name der weltweit­en Bewe­gung ver­weist auf eine erschüt­ternde Zahl: Schätzun­gen zufolge wird etwa jede dritte Frau – rund eine Mil­liarde weltweit – im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Für ZONTA Schw­erin ist klar: Engage­ment vor Ort bleibt entschei­dend, um Betrof­fe­nen Schutz, Per­spek­tiv­en und gesellschaftliche Unter­stützung zu geben.