Erste Hilfe nach Vereinsgründung:
ZONTA spendet für Frauenhaus Schwerin
Der Verein ZONTA Schwerin unterstützt das Frauenhaus mit einer Spende und ruft zur Mithilfe auf. Gesucht werden Wohnraum, Fachkräfte und Engagement, um Frauen und Kindern ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen.

Der neu gegründete Verein ZONTA Schwerin e.V. hat seine erste Spende übergeben. So gingen 500 Euro an das Frauenhaus Schwerin. Das Geld stammt überwiegend aus den Einnahmen des Adventsbasars 2025 im Schleswig-Holstein-Haus.
Doch mit der finanziellen Unterstützung allein soll es nicht getan sein. Der Verein möchte die Arbeit des Frauenhauses langfristig und praktisch begleiten. „Wir benötigen Unterstützende, die den Frauen und gegebenenfalls auch deren Kindern günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. Dies stellt eine wachsende Herausforderung für die Mitarbeitenden des Frauenhauses dar“, so Astrid Rochow, Vorsitzende des ZONTA-Vereins.
Eigenständiges Leben ermöglichen
Ein wichtiger Teil der Arbeit im Frauenhaus besteht darin, betroffenen Frauen nach dem Aufenthalt den Weg in ein eigenständiges, gewaltfreies Leben zu ebnen. Dazu gehört vor allem die Suche nach bezahlbarem Wohnraum – ein Bereich, in dem Unterstützung aus der Schweriner Bevölkerung dringend gebraucht wird. Interessierte können sich an den Förderverein wenden oder direkt Kontakt zum Frauenhaus aufnehmen.
Auch während ihres Aufenthalts sind die Frauen auf Hilfe angewiesen. „Es ist kaum vorstellbar, wie das Selbstwertgefühl der Frauen in psychisch oder physisch gewaltvollen Beziehungen leidet. Viele verharren zu lang in diesen Situationen, weil sie ihre Rechte nicht kennen oder sich den Schritt in ein eigenständiges Leben nicht zutrauen“, sagt Andrea Sadelberg, Gründungsmitglied von ZONTA Schwerin.
Pädagogische Fachkraft für Kinder und Jugendliche
Im Alltag des Frauenhauses begegnen die Mitarbeitenden schweren Einzelschicksalen, aber auch viel Menschlichkeit. Leiterin Liane Dommer berichtet von einer Einrichtung, die regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Neben finanzieller und ehrenamtlicher Hilfe fehle derzeit vor allem eine pädagogische Fachkraft für Kinder und Jugendliche. „Trotz großer Bemühungen konnte die Finanzierung dieser Stelle noch immer nicht final geklärt werden. Das ist sehr bedauerlich“, sagt Dommer. Kinder seien immer von häuslicher Gewalt mitbetroffen und bräuchten im Frauenhaus eine eigene Ansprechperson, die ihnen zuhört und ihre Perspektive ernst nimmt.
Um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, ruft der Verein zudem zur Teilnahme am internationalen Aktionstag „One Billion Rising“ auf. Am 14. Februar um 14 Uhr treffen sich Unterstützerinnen und Unterstützer in der Mecklenburgstraße/Ecke Schloßstraße in Schwerin. Mit Tanz, Aktionen und öffentlicher Präsenz soll ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden.
Der Name der weltweiten Bewegung verweist auf eine erschütternde Zahl: Schätzungen zufolge wird etwa jede dritte Frau – rund eine Milliarde weltweit – im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Für ZONTA Schwerin ist klar: Engagement vor Ort bleibt entscheidend, um Betroffenen Schutz, Perspektiven und gesellschaftliche Unterstützung zu geben.



