Trauer im Zoo Schwerin:
Giraffenjungtier Kato musste eingeschläfert werden
Der Zoo Schwerin trauert um Giraffenbulle Kato. Das erst im März geborene Jungtier musste nach einer schweren Verletzung der Halswirbelsäule eingeschläfert werden. Die Ursache bleibt unklar.

Traurige Nachricht aus dem Zoo Schwerin: Der erst im März geborene Giraffenbulle „Kato“ musste am Donnerstag eingeschläfert werden. Trotz intensiver tierärztlicher Betreuung und verschiedener Behandlungsversuche verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Jungtiers in den vergangenen Wochen zunehmend. Gemeinsam mit dem Veterinäramt entschied sich der Zoo schließlich dazu, das Tier von seinem Leiden zu erlösen.
Kato war am 23. März als Sohn der Giraffenkuh Daisy geboren worden. Bereits kurz nach der Geburt zeigte sich, dass die Mutter ihr Kalb nicht säugen ließ. Nach Rücksprache mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Nubische Giraffen entschied sich der Zoo deshalb für eine Teilhandaufzucht. Das Jungtier wurde regelmäßig mit der Flasche gefüttert, lebte aber weiterhin in der Herde und wurde von den anderen Giraffen akzeptiert.
Auffällige Körperhaltung gab Rätsel auf
Etwa zwei Monate nach der Geburt bemerkten Tierpfleger erste gesundheitliche Probleme. Kato bewegte sich zunehmend weniger und zeigte eine ungewöhnliche Körperhaltung. Immer häufiger streckte er den Hals nach oben oder lehnte Kopf und Hals an Wände oder Baumstämme – ein mögliches Anzeichen für Schmerzen im Hals- oder Rückenbereich.
Zunächst behandelten die Veterinäre den jungen Bullen mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten sowie ergänzenden Vitaminen und Mikronährstoffen. Da sich sein Zustand jedoch nicht besserte, wurde Kato unter Narkose umfassend untersucht. Blut- und Röntgenuntersuchungen deuteten auf Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule hin.
Diagnose bestätigte schwere Verletzung
„Bei der Behandlung stand für uns immer im Vordergrund, das Tier so wenig wie möglich zusätzlich zu belasten“, erklärt Zoodirektor Dr. Tim Schikora. Eine Narkose sei bei Giraffen stets mit Risiken verbunden, sei nach Ausbleiben der erhofften Besserung jedoch unumgänglich gewesen.
Die Untersuchungen bestätigten schließlich den Verdacht einer schwerwiegenden Knochenveränderung im Bereich der Halswirbelsäule. Eine Operation kam nach Angaben des Zoos aus veterinärmedizinischer Sicht nicht infrage. Auch weitere Medikamente konnten den Gesundheitszustand nicht mehr verbessern. Der junge Giraffenbulle verweigerte zunehmend jede Bewegung.
Nach der Euthanasie ergab eine pathologische Untersuchung mittels Computertomografie die endgültige Diagnose: Kato hatte eine Fraktur im Übergangsbereich zwischen Hals- und Brustwirbelsäule erlitten.
Ursache bleibt unklar
Wie es zu der schweren Verletzung kam, lässt sich nicht mehr eindeutig klären. Nach Angaben des Zoos könnte sie durch einen Zusammenstoß beim spielerischen Verhalten oder bei Rangauseinandersetzungen innerhalb der Giraffengruppe entstanden sein. Auch ein Sturz während oder kurz nach der Geburt sei denkbar. Trotz regelmäßiger Kontrollen habe sich jedoch kein konkretes Ereignis beobachten lassen.
„Dass Tiere sich Verletzungen zuziehen, lässt sich trotz intensiver Pflege und hoher Haltungsstandards leider nicht vollständig ausschließen“, so Schikora.
Verlust für den Artenschutz
Der Tod des jungen Bullen ist nicht nur für den Zoo Schwerin ein schwerer Verlust. Die im Zoo gehaltenen Nubischen Giraffen gehören zur stark bedrohten Nördlichen Giraffe. Weltweit leben nach Angaben des Zoos nur noch rund 7000 Tiere dieser Art.
Die Schweriner Giraffen sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Ziel ist es, stabile Reservepopulationen in Zoos aufzubauen und damit den internationalen Artenschutz zu unterstützen. Mit Katos Tod verliert das Zuchtprogramm einen weiteren wichtigen Nachwuchs.




