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Trauer im Zoo Schwerin:
Giraffenjungtier Kato musste eingeschläfert werden

Der Zoo Schwerin trauert um Giraffenbulle Kato. Das erst im März geborene Jungtier musste nach einer schweren Verletzung der Halswirbelsäule eingeschläfert werden. Die Ursache bleibt unklar.

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  • Veröffentlicht Juli 4, 2026
Zoo Schwerin
Giraf­fen­bulle „Kato“ wenige Tage nach sein­er Geburt im Zoo Schw­erin. Foto: Zoo Schw­erin

Trau­rige Nachricht aus dem Zoo Schw­erin: Der erst im März geborene Giraf­fen­bulle „Kato“ musste am Don­ner­stag eingeschläfert wer­den. Trotz inten­siv­er tierärztlich­er Betreu­ung und ver­schieden­er Behand­lungsver­suche ver­schlechterte sich der Gesund­heit­szu­s­tand des Jungtiers in den ver­gan­genen Wochen zunehmend. Gemein­sam mit dem Vet­er­inäramt entsch­ied sich der Zoo schließlich dazu, das Tier von seinem Lei­den zu erlösen.

Kato war am 23. März als Sohn der Giraf­fenkuh Daisy geboren wor­den. Bere­its kurz nach der Geburt zeigte sich, dass die Mut­ter ihr Kalb nicht säu­gen ließ. Nach Rück­sprache mit dem Europäis­chen Erhal­tungszucht­pro­gramm für Nubis­che Giraf­fen entsch­ied sich der Zoo deshalb für eine Teil­han­daufzucht. Das Jungti­er wurde regelmäßig mit der Flasche gefüt­tert, lebte aber weit­er­hin in der Herde und wurde von den anderen Giraf­fen akzep­tiert.

Auffällige Körperhaltung gab Rätsel auf

Etwa zwei Monate nach der Geburt bemerk­ten Tierpfleger erste gesund­heitliche Prob­leme. Kato bewegte sich zunehmend weniger und zeigte eine ungewöhn­liche Kör­per­hal­tung. Immer häu­figer streck­te er den Hals nach oben oder lehnte Kopf und Hals an Wände oder Baum­stämme – ein möglich­es Anze­ichen für Schmerzen im Hals- oder Rück­en­bere­ich.

Zunächst behan­del­ten die Vet­er­inäre den jun­gen Bullen mit schmerz- und entzün­dung­shem­menden Medika­menten sowie ergänzen­den Vit­a­mi­nen und Mikro­nährstof­fen. Da sich sein Zus­tand jedoch nicht besserte, wurde Kato unter Narkose umfassend unter­sucht. Blut- und Rönt­ge­nun­ter­suchun­gen deuteten auf Verän­derun­gen im Bere­ich der Hal­swirbel­säule hin.

Diagnose bestätigte schwere Verletzung

„Bei der Behand­lung stand für uns immer im Vorder­grund, das Tier so wenig wie möglich zusät­zlich zu belas­ten“, erk­lärt Zood­i­rek­tor Dr. Tim Schiko­ra. Eine Narkose sei bei Giraf­fen stets mit Risiken ver­bun­den, sei nach Aus­bleiben der erhofften Besserung jedoch unumgänglich gewe­sen.

Die Unter­suchun­gen bestätigten schließlich den Ver­dacht ein­er schw­er­wiegen­den Knochen­verän­derung im Bere­ich der Hal­swirbel­säule. Eine Oper­a­tion kam nach Angaben des Zoos aus vet­er­inärmedi­zinis­ch­er Sicht nicht infrage. Auch weit­ere Medika­mente kon­nten den Gesund­heit­szu­s­tand nicht mehr verbessern. Der junge Giraf­fen­bulle ver­weigerte zunehmend jede Bewe­gung.

Nach der Euthanasie ergab eine pathol­o­gis­che Unter­suchung mit­tels Com­put­er­to­mo­grafie die endgültige Diag­nose: Kato hat­te eine Frak­tur im Über­gangs­bere­ich zwis­chen Hals- und Brust­wirbel­säule erlit­ten.

Ursache bleibt unklar

Wie es zu der schw­eren Ver­let­zung kam, lässt sich nicht mehr ein­deutig klären. Nach Angaben des Zoos kön­nte sie durch einen Zusam­men­stoß beim spielerischen Ver­hal­ten oder bei Ran­gau­seinan­der­set­zun­gen inner­halb der Giraf­fen­gruppe ent­standen sein. Auch ein Sturz während oder kurz nach der Geburt sei denkbar. Trotz regelmäßiger Kon­trollen habe sich jedoch kein konkretes Ereig­nis beobacht­en lassen.

„Dass Tiere sich Ver­let­zun­gen zuziehen, lässt sich trotz inten­siv­er Pflege und hoher Hal­tungs­stan­dards lei­der nicht voll­ständig auss­chließen“, so Schiko­ra.

Verlust für den Artenschutz

Der Tod des jun­gen Bullen ist nicht nur für den Zoo Schw­erin ein schw­er­er Ver­lust. Die im Zoo gehal­te­nen Nubis­chen Giraf­fen gehören zur stark bedro­ht­en Nördlichen Giraffe. Weltweit leben nach Angaben des Zoos nur noch rund 7000 Tiere dieser Art.

Die Schw­er­iner Giraf­fen sind Teil des Europäis­chen Erhal­tungszucht­pro­gramms. Ziel ist es, sta­bile Reserve­pop­u­la­tio­nen in Zoos aufzubauen und damit den inter­na­tionalen Arten­schutz zu unter­stützen. Mit Katos Tod ver­liert das Zucht­pro­gramm einen weit­eren wichti­gen Nach­wuchs.