Zwei junge Optiker gehen eigene Wege: Das Besondere gibt’s bei Plusminus

Bereits direkt nach Ostern eröffneten Patrick Bölkow (28) und Martin Tiedt (28) fast geräuschlos ihr eigenes Optikerfachgeschäft Plusminus in der Schmiedestraße. Knapp drei Monate später schaute Schwerin-Lokal einmal bei den beiden Jungunternehmern vorbei.

Foto: Stephan Haring

 

Aus der schlechten Nachricht etwas Gutes machen. Augenoptikermeister Patrick Bölckow und Augenoptiker Martin Tiedt haben genau das gemacht. Denn eigentlich wollten beide den „normalen Berufsweg“ gehen. Martin war Angestellter bei einem Optiker in der Schmiedestraße. Dieser suchte Verstärkung. Klar, dass Martin da sofort an Patrick dachte. „Eigentlich ist es kein Problem, einen Job in der Optik zu finden. Aber ich liebe Schwerin, und da kam für mich kein Job außerhalb der Stadt in Frage“, erinnert sich Patrick. „Als Martin mir den Tipp gab, habe ich nicht gezögert.“ Alles sah gut aus – und doch kam es ganz anders. Der Chef lehnte plötzlich nicht nur die Einstellung von Patrick ab – er kündigte auch gleich noch Martin. „Die Kosten seien zu hoch, keine Lust mehr, und eigentlich wolle er sowieso aus Schwerin weg; er werde schließen“, erinnern sich die beiden. Sie schauten sich kurz an, nickten sich zu und boten die Übernahme des Standortes an. Die Gründungsidee war geboren – und der Zuschlag folgte sofort. Innerhalb von einer Woche erledigten die beiden – nun Jungunternehmer – die wichtigsten bürokratischen Wege, begannen mit dem Umbau, und eröffneten wieder. „Es standen ja noch Termine mit Kunden unseres Vorgängers, die wir übernehmen konnten. Denn kein Kunde kann doch etwas für die kurzfristigen Veränderungen“, so Martin. 

 

Kein anonymes Warten sondern Wohlfühlatmosphäre

 

PLUSMINUS war geboren. Gefragt nach der Namensentscheidung, erhält man auf Schlag etwa sechs Ideen der beiden. Angefangen bei Plus und Minus aus der Optik bis hin zum „P“ und „M“ in ihren jeweiligen Vornamen. „Wir wollten einen Namen, der eine Verbindung zu unserem Geschäft hat, aber der auch jedem Kunden seine eigene Interpretation offen lässt“, erläutert Patrick.

Aber nicht nur die Gründungsgeschichte und der Name sind Besonders. Die zwei Jungs selbst und Ihre Philosophie sind es zweifelsfrei auch. Klar, sie haben Tätowierungen, klar, sie sind noch jung. Auf den ersten Blick in einem Optikergeschäft nicht typisch. Aber das stört niemanden, denn schon beim Betreten des Geschäfts, übrigens sind die wesentlichen Einrichtungsteile selbst gebaut, fühlt man sich als Kunde willkommen. Muss man warten – was durchaus bei der Beliebtheit der beiden möglich ist – steht man nicht unmotiviert in einer Schlange. Bei einem hippen Erfrischungsgetränk kann man sich entspannt setzen und a schon einmal das Angebot an den orange hinterleuchteten Wänden betrachten.

 

Auch das ganz Besondere findet man bei Plusminus

 

Foto: Stephan Haring

Genau dieses Angebot ist das nächste „Besondere“. Klar, eine Brille ist eine Brille, mag man denken. Aber wer schon einmal eine aussuchen musste, weiß ein überschaubares und dennoch nicht zu eingeengtes Angebot zu schätzen. Bei Plusminus ist das der Fall. Und – dem Wesen der zwei Inhaber entsprechend – findet man bei ihnen auch nicht „das Übliche“. „Wir haben uns intensiv umgeschaut, wer in Schwerin welche Produkte hat. Und dann haben wir uns Nischen gesucht. Wir wollen definitiv nicht anbieten, was alle verkaufen.“, erläutert Patrick. Martin nimmt seine Brille ab und lächelt: „Die ist zum Beispiel von Masunaga, der ältesten japanischen Brillenmanufaktur Japans. Wir haben diese  Firma kennengelernt und sofort entschieden, dass wir sie im Angebot haben wollen.“ Also tragen nun beide eine Brille dieser Marke zur Schau, drei weitere sind im Geschäft ausgestellt.

Und noch ist die Markensuche nicht abgeschlossen. Wir mussten beispielsweise ein wenig warten, um mit den beiden zu sprechen, da sie gerade im Gespräch mit einem Außendienstler einen größeren Schwung neuer Modelle orderten. „Die leeren Stellen an den Wänden sollen ja gefüllt werden“, sagt Patrick mit Blick auf die eine oder andere Lücke an den Wänden. Findet man übrigens nicht gleich das Passende, geht der Kundenservice bei Plusminus durchaus noch weiter. „Dann schauen wir auch gern gemeinsam noch einmal online in die weiteren Angebote einer geeigneten Marke und bestellen das Wunschmodell.“

Foto: Stephan Haring

Auf die Frage nach dem grundsätzlich „Besonderen“ an Ihrem Geschäft ist, brauchen die zwei tatsächlich einen Augenblick für ihre Antwort. „Alles, was wir hier machen, ist für uns so selbstverständlich. Wir haben einfach Freude an unserer Arbeit und wollen, so wie wir sind, für unsere Kunden da sein. Es geht uns ja nicht darum, die Geilsten zu sein. Wer Lust hat, zu uns zu kommen, der bekommt etwas Ehrliches.“ Ein Gefühl, dass sich zweifelsfrei auf den Besucher bei Plusminus überträgt.

 

Foto: Stephan Haring

 

Übrigens: Auch, wer im Internet über brille.de seinen Einkauf erledigt oder einen Optikertermin vereinbart, landet bei Patrick und Martin. Denn sie arbeiten in Schwerin exklusiv mit dem Onlinedienstleister zusammen.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat erfolgreich ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Staatswissenschaften -Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein war er angestellt in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule tätig. Nebenberuflich arbeitet(e) er freiberuflich als Texter, Textkorrektor und Ghostwriter für Werbeagenturen, Unternehmen verschiedener Branchen, staatliche Institutionen, Parteien und Privatpersonen. Neben alledem gilt sein Interesse der großen vor allem aber lokalen Politik, den gewollten und ungewollten Pflanzen im Garten und dem Immobilienbereich. In Letzterem arbeitete er vor seinem Studium einige Zeit im Bereich der Projektentwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

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