Kommunalpolitiker möchte Paulshöhe zum Denkmal machen

dirk rosehr
Heute hat LINKEN-Politiker Dirk Rosehr den Antrag gestellt, die Paulshöhe unter Denkmalschutz zu stellen

 

(sr). Lange war es um die Paulshöhe ruhig geworden. Nun scheint sich etwas zu bewegen. Der Kommunalpolitiker der LINKEN, Dirk Rosehr hat heute beim Landesamt für Kultur- und Denkmalschutz einen Antrag eingebracht, den Traditionssportplatz unter Denkmalschutz zu stellen.

 

Wenn das Landesamt dem Antrag folgen und die Paulshöhe zu einem Denkmal erklärt, würde das die Abrißpläne der Stadt erheblich erschweren. Zukünftig müsste dann das Landesamt für Denkmalschutz angehört werden, wenn Veränderungen an der Paulshöhe vorgenommen werden sollen. Der Abriß der Traditionssportstätte dürfte dann alles andere als sicher sein, da mit der Stattgabe des Antrages die Schutzbedüftigkeit der Paulshöhe noch einmal erhöht wäre. Dirk Rosehr hofft mit diesem Antrag den Abriß stoppen zu können. Dabei betrachtet das Mitglied des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg und Aufsichtsrat des Eigenbetriebes Schweriner Abwasserentsorgung, auschließlich die Anlage und nicht die darauf Vereine. »Aus meiner Sicht gibt es ein unmittelbares Interesse daran, die Sportstätte als Gesamtanlage unter Denkmalschutz zu stellen.« Weiter betont er, dass dieses Engagement seine private Initiative ist.

 

Paulshöhe erfüllt die Anforderungen der Verbandliga nicht

 

In dem Antrag heißt es: »Eines der ältesten Stadien darf nicht zerstört werden. Sport und Kultur sind nun einmal nicht umsonst zu haben. Ein Stadtparlament, das an den Grundfesten der Kultur schraubt, vernichtet mehr als nur die Einrichtungen.«

 

Für Rosehr ist es »unzumutbar«, dass eine seit 1922 bestehende Sportstätte abgerissen werden soll und damit Bauflächen für Wohnimmobilien in bester Lage weichen soll.

 

Dirk Rosehr im Gespräch mit dem Präsidenten von Dynamo Schwerin, Manfred Radke
Dirk Rosehr im Gespräch mit dem Präsidenten von Dynamo Schwerin, Manfred Radke

Durch die im Jahr 2010 bei nur zwei Gegenstimme in der damaligen Stadtvertretung beschlossene Weiterschreibung des Sportentwicklungskonzept, hatten die Stadtvertreter beschlossen, das der Fußball zukünftig im Sportpark Lankow zusammengeführt werden soll. Dieser Entscheidung war zuvor ein einjähriger Diskussionsprozess vorangegangen.

 

In mehreren Beratungen wurde der erarbeitete Entwurf mit allen am Prozess Beteiligten beraten und in den Arbeitsgremien Konsens zum Konzept erzielt werden, das vorsieht, bei schrittweiser Aufgabe der Standorte Krösnitz, Paulshöhe und Görries ein Fußballzentrum Lankow zu entwickeln. Der Fußballkonzeption haben alle Beteiligten damals einstimmig zugestimmt.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass die Sportanlage Paulshöhe die Anforderungen an eine Spielstätte der Verbandsliga nicht erfüllt. Eine Sanierung würde den Bestandsschutz aufheben und das Bauamt hatte bisher immer wieder darauf hingewiesen, dass es kaum vorstellbar sei, dass dann alle baurechtlichen Anforderungen bei Neubaumaßnahmen erfüllt und eingehalten werden können.

 

Widerstand gegen Abriß formiert sich seit über einem Jahr

 

Im vergangen Jahr organisierte sich dann Widerstand gegen die Pläne des Abriß der Paulshöhe. Ein Bündnis »Rettet die Paulshöhe – Paulshöhe muss weiterleben« formierte sich in den sozialen Netzwerken und konnte auf Facebook in kürzester Zeit fast 4.000 Unterstützer verzeichnen. Eine gestartete Openpetition erreichte leider nicht den erhofften Erfolg. Von den 20.000 benötigten Unterschriften konnten bisher nur 1.242 Unterschriften gesammelt werden.

sportplatz

Die CDU-Jugend machte sich damals ebenfalls für die Paulshöhe stark. Der heutige Stadtvertreter Georg Kleinfeld, zugleich auch Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU), sagte damals »Wir setzen uns für diese Sportstätte ein, denn die Schweriner Sportlandschaft lebt. Auch ‘exotische’ Sportarten wie Cricket und Baseball finden viele Unterstützer. Diese Landschaft kann aber nur blühen, wenn sie Platz dafür hat. So sinnvoll und begrüßenswert die Bündelung in Lankow auch ist, genügen die Kapazitäten nicht – besonders im Winter. Trotz des Haushaltsdefizites und der notwendigen Einschnitte erweist sich die Stadt damit keinen Gefallen, die Sportstätten in unverhältnismäßigem Umfang zu schließen.«

 

In den letzten Monaten, war es um die Paulshöhe dann ruhig geworden. Mit dem heute eingereichten Antrag, könnte nun ein neues Kapitel in der Auseinandersetzung aufgeschlagen worden sein.

 

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