Kolumne: Applaus Applaus

Jeder Mensch braucht Applaus. Gegenüber anderen Leuten sind wir damit meistens sehr freizügig. Unsere Kolumnistin Christin Leschien fragt sich aber heute, warum wir uns nicht auch selber einmal applaudieren?

…wie oft applaudieren wir anderen Menschen? Dirigenten, Comedians, Sängern, ja sogar dem Mitschüler oder Kommilitonen, wenn er einen guten Vortrag gehalten hat. Und warum machen wir das? Wir wollen durch unseren Applaus verdeutlichen, dass uns das Vorgetragene und die gezeigte Leistung gefallen hat.

Aber wieso applaudieren wir uns nicht auch mal selber? Sind wir mit unseren Leistungen nicht zufrieden? Sind wir zu perfektionistisch, dass wir nie die Leistung erreichen werden, für die es sich lohnt auch mal sich selbst zu applaudieren? Wieso denken wir, dass die Leistungen anderer Applaus-fähig sind, unsere Eigenen aber nicht?!

Die Frage ist mir beim Spielen mit meinem Kind gekommen. Er ist momentan in einem Alter, in dem er sich selbst für jede Kleinigkeit beklatscht. Sei es das Hinstellen eines Gegenstandes, sei es das Runterwerfen eine Gegenstandes oder gar das Pipi im Topf. All diese Dinge sind in seinen Augen so umwerfend, dass er sich selbst anerkennend feiert.

Für ihn sind es diese großen körperlichen und geistigen Entwicklungen, die ihn erfreuen.

Wieso haben wir dieses Feiern der eigenen Person verlernt? Ich mein, wir müssen uns ja nicht dafür loben die Sanitäreinrichtung aufgesucht zu haben. Aber wieso klatschen wir uns nicht wenigstens selbst mal auf die Schulter, wenn wir eine schwierige Aufgabe gemeistert haben, eine Prüfung abgelegt haben, oder einfach nur ein toller Freund/eine tolle Freundin, eine tolle Mama, ein toller Papa oder einfach nur ein wunderbarer Mensch sind?

Ist das in den Augen eines Erwachsenen selbstverständlich geworden?

Wie oft haut man sich selbst mal an den Kopf, wenn man was Dummes gemacht hat oder etwas vergessen hat. Wieso zeigen wir unserem Körper nur diese körperliche Gewalt und nicht auch mal unsere anerkennende Zuneigung zu uns selbst? Wir sollten uns alle viel mehr selbst schätzen, denn jeder Einzelne von uns leistet täglich einen positiven Beitrag.

So und jetzt applaudiere ich mir selbst, weil ich diesen Artikel fertig geschrieben habe, nachdem ich einen anstrengenden Tag hatte. Es sind die kleinen Dinge im Leben, mit denen man beginnen sollte sie zu schätzen!!!

 

Über die Kolumnistin:

Christin Leschien steht mitten im Leben und schreibt immer wieder Kolumnen für unterschiedliche Magazine und Zeitungen.  So schrieb sie beispielsweise schon für die PISTE und verschiedene Hunde-Magazine. Seit November 2017 schreibt sie für die Onlinezeitung Schwerin-Lokal monatlich eine Kolumne über den Alltag in Schwerin.

 

 

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