Corona in Schwerin: Viel Bewegung in diesen Tagen

An sich begann diese Woche in Sachen Corona-Pandemie recht optimistisch. So öffneten wieder zahlreiche Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Und mit der Sport- und Kongresshalle steht nun auch der Standort für das Impfzentrum fest. Dann aber kam der gestrige Mittwoch. Gleich sieben neue Fälle im Augusten-Stift, ein Fall in einem Vitanas-Heim und Quarantäneanordnungen an zwei Schulen.

Sport-und Kongresshalle Schwerin. Hier soll das kommunale Corona-Impfzentrum entstehen. | Foto: Niteshift Lizens: CC BY 2.5

 

Seit Monaten hält das Coronavirus auch die Landeshauptstadt Schwerin in Atem. Die überwiegende Zeit allerdings blieb das Infektionsgeschehen dabei auf einem eher überschaubar niedrigen Niveau. Nur kurzzeitig stiegen die Zahlen zwischenzeitlich spürbar an. Für einige Tage war Schwerin dabei auch Risikogebiet. Aber selbst diese Zeit blieb im Vergleich zum größten Teil Deutschlands doch kurz und auch zahlenmäßig „im Rahmen.“ Dann fielen die Werte wieder, und die Stadt war über mehrere Tage im gelben Bereich. Für Kinder und Jugendliche wurden daher wieder Lockerungen möglich. Nun aber gibt es auch wieder Sorge, und die Ampel zeigt wieder orange.

 

Diverse Angebote für Kinder und Jugendliche wieder geöffnet

Oberbürgermeister von Schwerin: Dr. Rico Badenschier | Foto: SIS/Christoph Müller

Das zwischenzeitlich wieder entsprechend stabile und überschaubare Infektionsgeschehen hat Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier dabei auch gerade für Kinder und Jugendliche positive Entscheidungen möglich gemacht. Denn seit Dienstag sind die speziell für Schwerin angeordneten Einschränkungen für den Kinder- und Jugendsport, die Kinder- und Jugendtreffs sowie die Musik- und Kunstschulen aufgehoben. Damit sind nun Proben, Trainings und soziale Angebote auch in Innenräumen für die junge und jüngere Bevölkerungsgruppe von Schwerin wieder möglich. Zwar sah die Landesverordnung – abweichend von bundesweiten Regelungen – vor, dass diese Bereiche geöffnet bleiben können. Das zwischenzeitlich doch recht dynamische Infektionsgeschehen in Schwerin veranlasste den Krisenstab, geleitet vom Oberbürgermeister, aber dazu, für Schwerin entsprechende Einschränkungen anzuordnen. Blickt man auf die Entwicklungen der dann folgenden Wochen, erscheint diese Entscheidung durchaus zielführend.

Nun auch Entscheidung zu Standort des Impfzentrums

Aber nicht nur rund um das Infektionsgeschehen gab es aus in Schwerin eher positive Nachrichten in dieser Woche. Auch der Blick nach vorn macht Mut. In zahlreichen deutschen Städten begann man bereits in den vergangenen Wochen, Standorte für Impfzentren festzulegen. Auch die Ausstattung begann vielerorts schon. In Schwerin allerdings war man noch vor eineinhalb Wochen auf Standortsuche. „Wir sind zurzeit noch in der Phase, Vorschläge zu sammeln und zu prüfen“, erklärte Stadtsprecherin Michaela Christen da noch auf Anfrage unserer Redaktion. Nun aber ist der Standort klar. Das kommunale Impfzentrum der Stadt Schwerin soll in der Sport- und Kongresshalle entstehen. Um dann, wenn es losgeht, auch sofort optimal aufgestellt zu sein, sucht die Stadt noch freiwillige Helfer.

 

Freiwillige können sich unter www.schwerin.de/bewerbung-impfzentrum  melden

„Über die bereits durch das Land erfolgten Aufrufe bei den Verbänden und Institutionen hinaus appellieren wir an die freiwillige Hilfe durch befähigtes Personal aus der Landeshauptstadt. Bitte melden Sie sich auf der Homepage der Landeshauptstadt für die Mitarbeit im Impfzentrum an,“ so Dr. Rico Badenschier. Wer unterstützen kann und möchte, möge sich direkt über ein Kontaktformular melden. Grundsätzlich aber, so betont der Oberbürgermeister, bereitet sich die Stadt intensiv auf den Start und die Umsetzung der Impfaktion vor. „Wir setzen alles daran, die Schwerinerinnen und Schweriner schnell mit dem verfügbaren Impfstoff zu versorgen. Wenn die Verfügbarkeit besteht, ist die Stadt mit ihrer Impflogistik darauf vorbereitet, auch schon über Weihnachten und Silvester zu impfen“, sagt Dr. Rico Badenschier. Sobald auch die letzten Details geklärt sind, will Badenschier die Einwohner von Schwerin über die örtlichen Medien, die sozialen Medien und die Homepage der Stadt Schwerin informieren.

 

Ausbruch im Augustenstift

Gestern Nachmittag allerdings endete die eher positive Phase erst einmal. Mit zwölf Neuinfektionen kam es wieder zu einem spürbareren Anstieg, der die Stadt zudem wieder in den orangenen Bereich brachte. Besondere Sorgen macht dabei ein Infektionsgeschehen im Augusten-Stift. Denn allein gestern wurden dort sieben positive Coronafälle bekannt. Die Sorge ist laut Pressestelle der Stadt auch deshalb besonders groß, „da von den dort festgestellten Kontaktpersonen in einem Antigen-Schnell-Test zunächst nur zwei Betroffene positiv getestet wurden, die Überprüfung durch den regulären PCR-Test nun aber weitere Positiv-Befunde ergeben hat. Das Gesundheitsamt ist in engem Kontakt mit der Heimleitung und hat inzwischen Tests für alle Bewohner*innen auf der betroffenen Etage angeordnet.“ Die weiteren Neuinfektionen verteilen sich auf drei bereits in Quarantäne befindliche Personen, einen Fall, den ein Hausarzt meldete, sowie einen weiteren Fall in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes.

 

Infektionen und Quarantäne auch an zwei Schulen und in einem weiteren Seniorenheim

Zudem kam es zu mehreren Quarantäne-Anordnungen in Schwerin. So muss eine 7. Klasse der Werner-von-Siemens-Schule ebenso in häusliche Quarantäne wie auch 29 Kontaktpersonen am Fachgymnasium des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Technik. In beiden Fällen sind positiv getestete Personen, die nicht in Schwerin gemeldet sind, Auslöser der Entscheidungen des Gesundheitsamtes. Ebenfalls in Quarantäne müssen sich 12 Mitarbeiter und 23 Bewohner des Vitanas-Pflegeheims im Adam-Scharrer-Weg begeben. Ein Hausarzt hatte dort eine Bewohnerin aufgrund deutlicher Symptome testen lassen. Das Ergebnis bestätigte eine Corona-Infektion. Die Bewohnerin befindet sich inzwischen sogar in klinischer Behandlung.

 

Redaktion

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