Darum sind Steuerparadiese aktuell auch Impfparadiese

In den letzten Monaten kam die neue Debatte im Unterausschuss des Parlaments wieder auf. Nicht nur aufgrund von Corona befindet sich Europa gerade in einer äußerst schwierigen Phase.

Die Regierung gibt Milliarden aus um Existenzgrundlagen zu retten. Gleichzeitig müssen die Schulden wieder zurückgezahlt werden. Heute gibt man zu, dass dann nach der letzten Krise mit der Sparpolitik und den zusammenhängenden Steuererhöhungen für die Mittelschicht Fehler gemacht worden sind. Doch warum sind die bekanntesten Steuerparadiese nun auch zum Impfparadies geworden.

Das Problem der Steuerparadiese und der EU

Allein durch Steuervermeidung entgehen dem deutschen Staat jedes Jahr 50-190 Milliarden €. Es geht darum, diese Ungerechtigkeit direkt an der Wurzel anzupacken und Korrekturen für das eigene Wirtschaftssystem herbeizuführen. Das Steuersystem soll die Triebkraft für die Nachhaltigkeit des Staates sein. In den letzten Jahren ergab sich eine Diskrepanz zwischen dem Vorgehen der Union gegenüber den Drittstaaten.

So hat sich die Erstellung einer Liste von Steueroasen als äußerst nützlich erwiesen. Dadurch ist es gelungen, die bekannten Steueroasen zunehmend unter Druck zu setzen. Die erst kürzliche Streichung der Cayman Inseln hat gezeigt, dass die alte Steuerliste noch lange nicht perfekt ist. Auf BestBrokerReviews.com gibt es weitere Informationen, was die erfolgreichsten Broker und Handelsunternehmen außerhalb der EU anbelangt.

Was haben die Impfparadiese mit den Steuerparadiesen zu tun?

So sind zum Beispiel in Ländern wie in den Niederlanden Einschnitte notwendig. Es gibt sieben Steueroasen innerhalb der EU, die die Mitgliedstaaten jährlich über 40 Milliarden € kosten. Gleichzeitig können einige Länder in Zeiten von Corona Tempo machen, wenn es darum geht durch die Krise zu kommen und die Impfungen voranzutreiben. Es gibt nicht nur Israel, dass mit vorbildlich schnellem Tempo vorangeht, auch andere Länder stechen heraus.

Auf der Webseite Our World Data ist ein Projekt von der Universität Oxford zu finden. Gemeinsam mit der gemeinnützigen Global Change Data Lab ist es gelungen, die verschiedenen Staaten hinsichtlich ihrer Impfdosenanzahl zu vergleichen. Mit Stand vom 9. November kam Israel auf rund 5,69 Millionen verimpfter Dosen. Pro 100.000 Einwohner sind das 65.830 Impfdosen. Mit gehörigem Abstand dahinter folgt Deutschland mit 3.947 Impfdosen pro 100.000 Einwohner.

Das sind die aktuellen Impfparadiese

Es wäre aber ungerecht, Israel als einziges positives Beispiel hervorzuheben. Es gibt nämlich auch andere Staaten, die sich zunehmend positiv hervor tun. Darunter tauchen die Seychellen, die Cayman Inseln und die Vereinigten Arabischen Emirate auf – allesamt erklärte Steuerparadiese. Hier zahlen die Bewohner keine Einkommensteuer. Die Seychellen hat das auf die schwarze Liste der Steueroasen innerhalb der EU geschafft. Bis Oktober 2020 waren auch die Cayman Inseln gelistet. In dieser Liste tauchen die Länder auf, die wiederum die Steuerpolitik nur teilweise oder gar nicht erfüllen. Das hat den Inseln den Titel als Steueroase und neuerdings der als Impfparadies eingebracht. 

Die Seychellen

Anhand der Zahlen der WHO ist dieser Inselstaat einer der Exoten in der Pandemie, denn bis heute haben die Seychellen nur einen Menschen an den Virus verloren. Insgesamt haben sich 1.513 Personen infiziert. Am 10. Januar begannen die Seychellen mit den ersten Impfungen als das erste Land in Afrika. Mittlerweile haben andere Länder, wie zum Beispiel Marokko, Guinea und Mauritius, nachgezogen. Der Präsident der Seychellen Wavel Ramkalawan war der erste Bürger, der sich impfen ließ. Gemäß der offiziellen Angaben sind heute knapp 40.000 Impfdosen verabreicht, was je 100.000 Einwohner 39.840 Impfdosen bedeutet. Werbewirksam verkündete der Präsident, dass die Seychellen das erste Land der Welt sein, das 70 % der Bevölkerung über 18 Jahre durchgeimpft hat. Ehrlich gesagt ist es nicht so schwer, da dieses Land im Indischen Ozean liegt und insgesamt nur knapp acht 90.000 Einwohner hat. Es wäre also unfair die Seychellen mit den Anforderungen und Bedingungen in Deutschland gleich zu setzen.

Die Cayman Inseln

Die Cayman Inseln liegen in der Karibik und sind für ihre traumhaften Strände bekannt. Es handelt sich um ein britisches Überseegebiet, das aus drei Inseln besteht. In Zeiten der Corona Pandemie machen die Inseln von sich reden, denn sie haben es geschafft, je 100.000 Einwohner 16.750 Bewohner zu impfen. Ausgehend von der dortigen Gesundheitsbehörde haben 70 % aller Menschen über 60 Jahre bereits eine Impfung erhalten. Ein wichtiger Punkt für diese Insel ist der Tourismus. Die Insel stellt aus diesem Grund ihren Bürgern die Impfung kostenlos zur Verfügung und hat mit Unterstützung des Vereinigten Königreichs Ende Dezember begonnen. Die Bürger sind auch hier in unterschiedliche Gruppen unterteilt. So werden zunächst die Personen ab 70 Jahren und Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft. Schon am vergangenen Wochenende war es so weit und die Bürger der zweiten Gruppe konnten ihre erste Impfung erhalten. Das sind die Einwohner von 16 bis 60 Jahren. Diese Einwohner müssen auch einen relevanten medizinischen Status besitzen. Ausgehend von den Angaben der WHO gab es auf den Cayman Inseln bisher nur 450 Fälle und zwei Todesfälle.

Grundsätzlich sollte bei der Bewertung der so genannten Impfparadiese die geographische Lage mit einbezogen werden. So ist es nur schwerlich möglich, Inselstaaten mit einem Land mitten in Europa zu vergleichen, das noch dazu über offene Grenzen verfügt. Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie die Verteilung der Impfdosen in den folgenden Wochen und Monaten verläuft und sich die Länder stufenweise durch den Impfplan arbeiten.

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