Der Unternehmens-Ratgeber: „Sklaventreiber oder Samariter…?“

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Kürzlich gab es eine TV-Reportage über einen bekannten Softwarehersteller in Berlin, der sich bei knapp 300 Mitarbeitern eine Abteilung leistet, über die man trefflich philosophieren kann: Eine „Feel-good Managerin“ hält mit ihrem sechsköpfigen Team alle Sorgen und Nöte von den Mitarbeitern fern, schafft die Grundlage für die schnelle Integration neuer Kollegen und unterstützt aktiv ein gutes Betriebsklima. Zuviel des Guten oder nur eine ganz perfide Art, die bestmögliche Leistung der Mitarbeiter abzufordern?
In meinen Trainings stelle ich immer wieder fest, dass die Vorgesetzten das Gefühl haben, sie müssten sich in ihrem Führungsverhalten zwischen einer Betonung auf die strickte Aufgabenerfüllung oder einer eher menschlichen Ansprache grundsätzlich entscheiden, weil das jeweils eine das andere ausschließt.

 

Es ist bedenklich, dass manche Vorgesetzte von den Mitarbeitern unisono erwarten, ihren Führungsstil ohne wenn und aber zu akzeptieren, frei nach dem Motto:“…ich bin nun mal so gestrickt“. Nicht wenige Firmen in Deutschland leiden darunter, das solche uneinsichtige Vorgesetzte ihre Mitarbeiter mit falschem Ansatz führen und damit hohe Fluktuation verursachen.
Führungsstile sollten nicht als Charakterzug des Vorgesetzten verstanden werden, sondern als Handlungsweisen. Es geht darum, jedem Mitarbeiter individuell zu begegnen und seine Bedürfnisse nach Führung seinem sogenannten „Reifegrad“ anzupassen. So gesehen, bestimmt eigentlich der Mitarbeiter eher das Führungsverhalten seines Vorgesetzten.

 

Das Berliner Unternehmen hat erkannt, dass Mitarbeiter, die ohne Belastung ihren Job erledigen können, engagierter sind. Im Gegenzug, so die gemachte Erfahrung, kommen Leistung und Motivation von selbst, die Fluktuation ist deutlich gesunken. Unter dem Strich also eine lohnenswerte Sache für beide Seiten.

 

Das Fazit? Nicht für Aufgabe oder Mensch muss sich der Vorgesetzte entscheiden, sondern für die richtige Dosierung menschlicher Ansprache wird er optimale Aufgabenerfüllung bekommen.

 

Hans-Joachim Kölln hilft Unternehmen bei der Entwicklung von Personalrekruting-Strategien
Hans-Joachim Kölln hilft Unternehmen bei der Entwicklung von Personalrekruting-Strategien

Über unseren Gastautoren:

Nach technischen und kaufmännischen Ausbildungen in der Industrie, startete Hans-Joachim Kölln seine Karriere als Vertriebsleiter im Verkauf in einem Hamburger Vertriebsbüro. 
 
 
Viele Jahre arbeitete er als Sales-Director für verschiedene internationale Konzerne.  Im Rahmen von Konzern-Fusionen übernahm er neben den verkäuferischen Führungstätigkeiten auch die Aufgabe, internationale Projekte zur Integration neuer Konzernteile zu begleiten. 2004 verließ H.-J. Kölln, als Director Marketing und Sales Services den Verkauf.
Neue Aufgaben neben den klassischen Marketingfunktionen waren unter anderem Verantwortlichkeiten in Bereichen der Prozessentwicklung, Schnittstellendefinitionen sowie Supply Chain Development.
 
Hier entdeckte er das Interesse für die Arbeit mit Menschen im Umfeld erfolgreicher Unternehmensentwicklung und Mitarbeiterführung und hat dies seit 2010 als Inhaber der Unternehmensberatung KMU-Training-Nord  zu seinem Beruf gemacht.  Seine Leitlinie ist: „ Nur was man messen kann, kann man auch lenken“.
 
Unternehmenserfolg wird von Menschen gemacht. Menschen brauchen dazu Fähigkeiten und Motivation. Dafür das geeignete Umfeld zu schaffen, ist die primäre Aufgabe des Unternehmers sowie des Vorgesetzten.  Erfolg muss messbar sein, und sich objektiven Prüfungen stellen können.
 
Als Ihr UNTERNEHMENS-RATGEBER schreibt er nun regelmässig Ratgeber auf Schwerin-Lokal.de.

 

Über den Autor

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