Die Bundesliga im Mittelpunkt des Fußballs

 

Trotz einiger Kritik von Fans und Politikern war die Rückkehr der Liga ein großer Erfolg für Vereine und Rundfunkveranstalter. Nachdem die Bundesliga beschlossen hatte, wieder aktiv zu werden, und von den Behörden die Genehmigung erhalten hatte, stand die Liga wochenlang unter Beschuss von Politikern, Journalisten und Fans.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Infratest dimap, die Ende April im Auftrag des Senders DW durchgeführt wurde, ergab, dass 49% der Deutschen gegen die Fortsetzung der Saison waren.

Es wurde befürchtet, dass Spieler und Mitarbeiter kontaminiert werden und die Bundesliga möglicherweise zu einer zweiten Welle beitragen könnte. „Das Hygienekonzept funktioniert nicht. Die Auswirkungen werden katastrophal sein“, prognostizierte Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten im Bundestag. Bisher haben sich jedoch alle Befürchtungen als falsch erwiesen. Fast alle Tests von Spielern und Mitarbeitern sind negativ ausgefallen. Dynamo Dresden war die einzige Mannschaft aus der Bundesliga oder Bundesliga 2, die wegen mehrerer Infektionen unter Quarantäne gestellt werden musste.

 

„Wir haben noch einen Puffer, um in den nächsten Wochen weitere Spiele auszutragen.“

 

Die Deutsche Fußballliga (DFL), die für den Betrieb der beiden Divisionen zuständig ist, geriet über die Situation in Dresden nicht in Panik. „Ich sehe es nicht als Rückschlag, weil wir damit gerechnet haben“, sagte Geschäftsführer Christian Seifert. „Wir haben noch einen Puffer, um in den nächsten Wochen weitere Spiele auszutragen.“ Die einzige Kontroverse, mit der sich die DFL früh nach dem Neustart befassen musste, trat auf, als einige Teams anfingen, physische Distanzierungsregeln zu ignorieren.

 

Das Hygieneprotokoll der Liga empfiehlt, so weit wie möglich physisch zu distanzieren, wenn der Ball nicht rollt. Dies hat zu einigen unangenehmen Momenten geführt, in denen Spieler, Sekunden nachdem sie engen Körper-zu-Körper-Kontakt mit ihren Gegnern hatten, aufgefordert wurden, voneinander getrennt zu bleiben und nur auf die Ellbogen zu tippen, um ein Tor zu feiern.

Hertha Berlin war die erste Mannschaft, die Vorsicht walten ließ, als sie am ersten Spieltag nach der Pause ihre Tore gegen Hoffenheim mit Umarmungen, High Fiving und Schulterklopfen feierte, was bei politischen Entscheidungsträgern Besorgnis darüber auslöste, wie diszipliniert die Spieler waren könnte sein. „Das hat mir nicht gefallen. Sie wissen, dass viele Dinge im Zusammenhang mit Fußball Kritik hervorgerufen haben“, kommentierte Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident. Söder gehörte zu den frühen Anhängern des Neustarts der Bundesliga, aber er wusste, dass Bilder von umarmenden Spielern nach hinten losgehen könnten.

 

Wenn ein Spieler positiv testet, entscheiden die örtlichen Gesundheitsbehörden, ob nur der Spieler oder das gesamte Team unter Quarantäne gestellt werden muss. Sie sehen sich Beweise wie Videomaterial an, um herauszufinden, wie eng der persönliche Kontakt anderer mit der infizierten Person war. Andere Teams haben genauso ausgelassen gefeiert. So umfassend das Hygieneprotokoll auch ist, der Instinkt sagt den Spielern, dass die Dinge auf dem Spielfeld so sind, wie sie vor der Krise waren. „Sie können Ihre Gefühle nicht verbergen“, sagte Torschütze Vedad Ibisevic nach Herthas Spiel gegen Hoffenheim. „Ich habe unseren Arzt vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn wir das tun. Das war das Wichtigste für mich. Wir sind leidenschaftliche Fußballer und keine Roboter.“

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