Schwerin: Denise Hanke beendet Volleyball-Karriere

Paukenschlag: Die wichtigste Spielerin des SSC Palmberg Schwerin, Denise Hanke, beendet ihre Volleball-Karriere. Ein schwerer Schlag für den Club.

Denise Hanke war für unzählige wichtige Punkte beim SSC Palmberg Schwerin verantwortlich. | Foto: Eckhard Mai

So manche Schläge musste der Deutsche Rekordmeister im Damen-Volleyball in den letzten Wochen hinnehmen. Erst kam es zum Komplettabbruch der Saison, nachdem der SSC Palmberg Schwerin eine wirklich grandiose Leistung über Monate zeigte. Dann zeigte sich, dass die Corona-Auswirkungen zu einem deutlich geringeren Budget in der kommenden Saison führen müssen. Auch ist es nicht möglich, alle Leistungsträgerinnen des letzten Teams zu halten. Nun ein echter Schlag: Team-Capitain Denise Hanke beendet per sofort ihre grandiose Volleyballkarriere.

Eine bemerkenswerte Volleyball-Karriere endet

Sind Zahlen oftmals eher emotionslos und kühl – so können sie aber auch Bände sprechen. Im Fall von Denise Hanke ist dies zweifelsfrei der Fall. 20 Jahre Volleyball, 13 Jahre Nationalspielerin, 240 Länderspiele, elf Jahre, 390 Spiele für den SSC. Und das ist noch nicht einmal das Ende. Einmal Vize-Europameisterin, sechs Meistertitel, dreimal DVV-Pokalsiegerin, dreimal Supercup, zweimal Most Valuable Player der Liga. Hinzu kommen noch zahlreiche nationale und internationale Erfolge, großartige Spiele und eine brillante Leistung als Kapitänin und Zuspielerin des Rekordmeisters. Mit 30 Jahren endet diese Bilderbuchkarriere jetzt. Die Frau der berüchtigten Hammeraufschläge und der „linken Klebe“ macht Schluss mit dem Leistungssport. Aber Denise Hanke bleibt dabei dennoch Schwerin treu.

Denise Hanke beendet in Schwerin ihre Volleyballkarriere. Dabei kann sie auf unzählige Titel zurückblicken. | Foto: Florian Seubert

Denise bleibt in Schwerin – und mit dem Herzen auch beim SSC

Denn die sympathische Spielerin wechselt zum SSC-Partner Helios Kliniken Schwerin. Zukünftig engagiert sie sich dort in der Leitung des betrieblichen Gesundheitsmanagements. „Die Entscheidung, nach dieser Saison aufzuhören und ein neues Kapitel anzufangen, hatte schon länger festgestanden“, so Denise. „Der Plan war aber, mit dem besten Team, das ich je hatte und das mir echt so ans Herz gewachsen ist, noch einmal Meister zu werden und dann zu gehen, wenn es am schönsten ist. Nach dem Abbruch der Saison bin ich deshalb noch mal heftig ins Wanken geraten.“ Besonders schwer fiel die Entscheidung jetzt natürlich, da das Ende nun ohne Titelkampf und ohne einen wirklichen Abschluss endet.

„Die schwerste Entscheidung, die ich je getroffen habe“

„Das war meine schwerste Entscheidung, die ich je getroffen habe, da habe ich lange mit mir gerungen. Aber am Ende wäre die einzige Motivation für eine weitere Saison gewesen, wenn das exakt gleiche Team noch mal angetreten wäre, um zusammen zu Ende zu bringen, was wir angefangen hatten und uns gemeinsam den Abschluss zu bescheren, den wir verdient haben. Das geht aber nicht, und ich muss auch nichts mehr beweisen. Da lasse ich den SSC lieber neu aufbauen.“

Verstanden sich fast blind: Trainer Felix Koslowski und Denise Hanke. | Foto: Michael Dittmer, Schwerin

Trainer Koslowski verliert mit Hankes Abschied doppelt

Felix Koslowski, Cheftrainer des SSC und des Bundesteams, verliert damit nach 13 gemeinsamen Jahren seine wohl wichtigste Spielerin. Für ihn gilt es jetzt, eine neue Führungskraft zu finden, die sowohl Schlüsselfigur im Spiel als auch Verbindungsglied zwischen Team und Trainer ist. Und das für seine beiden Teams – national wie in Schwerin. Ich bin ein Riesenfan von Denise und als Trainer und Volleyballfan sehr traurig, wenn so eine Spielerin ihre Karriere beendet. Ich hatte nie eine Kapitänin mit einer solchen Sozialkompetenz wie Nisi, ich hätte mir keine bessere wünschen können. Wir haben eine große Vertrauensbasis, ich habe sie in allen Dingen um Rat und ihre Meinung gefragt und ihre Erfahrung und Unterstützung sehr geschätzt.“ So ungern er darauf verzichtet, sagt er aber auch: „Dass Nisi sich jetzt zurückstellt und anderen Platz macht, um zu reifen und in ihre Fußstapfen treten zu können, zeigt ihre Größe und wie gut sie den Sport versteht.“

Hanke wünscht sich Abschiedsspiel

Einen großen Wunsch hat „Nisi“ aber noch: Ein echtes Abschiedsspiel im Sommer 2021 mit dem „Dreamteam dieser Saison“, wie sie die nun auseinandergehende Mannschaft selbst nennt. „Wir werden alles tun, um das zu ermöglichen“, verspricht Michael Evers aus der SSC-Teamleitung. „Mit Denise geht eine ganz große, ganz wichtige Spielerin des deutschen Volleyballs. Allein, dass jemand einem Verein über so lange Jahre die Treue hält, so ein integraler Bestandteil wird, ist inzwischen sehr außergewöhnlich, und dafür können wir ihr kaum genug danken.“

„Den Fans unglaublich dankbar“

„Ich bin den Fans unglaublich dankbar für ihre Unterstützung all die Jahre. Es war immer ein Fest, in der PALMBERG ARENA zu spielen und auch auswärts auf ihre Unterstützung zählen zu können“, so Denise Hanke in Richtung all derer, die wie eine Wand hinter ihr standen. „Ich wünsche mir sehr, dass alle diesem tollen Club auch weiter so zur Seite stehen, auch für die nächste Saison wieder ihre Dauerkarte kaufen, egal was kommt.“

Auch die Redaktion von schwerin-Lokal wünscht Denise Hanke alles Gute für ihren weiteren privaten wie auch beruflichen Weg. Und Felix Koslowski ein glückliches Händchen bei der Neubesetzung dieser so zentralen Stelle.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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