Schwerin: Höchster Anstieg der Neuinfektionen seit Wochen

Um knapp 90 Prozent stieg die Anzahl der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche am gestrigen Dienstag in MV an. Erstmals vermeldete das LAGUS dabei wieder einen dreistelligen Wert an neuen Fällen. Ganz "vorn" - im negativen Sinn - liegen dabei weiterhin die beiden großen Städte Rostock und Schwerin. Während Rostock nun in der Inzidenz auf knapp über 60 ansteigt, hat Schwerin die wichtige Schwelle von 50 überschritten. Bleibt dies so, könnten schon in Kürze erste Maßnahmen wirksam werden.

Die Zahl der Neuinfektionen in MV hat sich binnen einer Woche fast verdoppelt. Auch Schwerin liegt nun in der Inzidenz wieder über 50. | Foto: privat

Das Corona-Infektionsgeschehen nimmt deutschlandweit auch weiter an Fahrt auf. Gerade die bundesweiten Zahlen zeigen im Wochenvergleich täglich ein mehr als deutliches Plus, das sich im Schnitt um 50 Prozent bewegt. Auch in MV hatte es solche Anstiege in den vergangenen Tagen und Wochen durchaus wiederholt gegeben. Gestern nun legten die Zahlen mehr als deutlich zu – wenn auch die Landesinzidenz noch spürbar hinter dem Bundesdurchschnitt zurück bleibt. 

 

Nahezu Verdoppelung der Neuinfektionen im Land

Schon das Tages-Neuinfektions-Plus in MV an sich war dabei gestern durchaus bemerkenswert. Erstmals seit Langem verzeichnete das LAGUS mit 136 neuen Fällen wieder einen Zuwachs an Neuinfektionen im dreistelligen Bereich. Blickt man allerdings eine Woche zurück, zeigt sich, dass sich auch MV zweifelsfrei am Anfang einer vierten Welle befinden dürfte. Denn der Anstieg vom vergangenen Dienstag (73) zu gestern betrug satte 86 Prozent. Weiterhin Spitzenreiter bleibt derzeit die Hansestadt Rostock. Hier kamen gestern erneut 20 neue Fälle hinzu, und die Inzidenz stieg auf nun 60,2 Fälle je 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen. Hatte Rostock, bis zuletzt zur Verwunderung vieler, in der dritten Welle noch deutschlandweit teilweise das offiziell geringste gemeldete Infektionsgeschehen und wies im Regionenvergleich in MV stets die geringsten Inzidenzen aus, so ist die Hansestadt seit einigen Tagen deutlicher „Spitzenreiter im Land. Und auch im Bundesvergleich liegt die Hansestadt „vorn“. Ob und inwieweit dies auch auf die Hanse Sail und andere Großveranstaltungen zurückzuführen ist, bleibt Spekulation.

 

Inzidenzwert in Schwerin gestern auch auf über 50 gestiegen

Inzwischen aber zeichnet sich auch in Schwerin ein spürbar wachsendes Infektionsgeschehen ab. Denn auch die Landeshauptstadt meldete am gestrigen Dienstag 20 neue Fälle. Die Inzidenz stieg damit deutlich um knapp 13 Punkte von 41,8 auf 54,4. In der Stufenkarte nach risikogewichteten Kriterien, die sich aus der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierten und der Auslastung der Intensivstationen zusammensetzen, rutscht Schwerin damit von Gelb (Stufe 1) auf Orange (Stufe 2). Zusätzliche Maßnahmen ergeben sich nach Auskunft der Pressestelle der Stadt allerdings erst, wenn Schwerin sich mindestens an drei aufeinanderfolgenden Tagen in der Stufe 2 oder höher befindet. Sollte man also auch heute und morgen noch im orangenen Bereich bleiben, könnte es zu ersten Maßnahmen in Schwerin kommen. 

 

Noch keine Maßnahmen in Schwerin

11 der 20 gestrigen Fälle betrafen dabei Kontaktpersonen. 9 Neuinfektionen wurden über Hausärzte gemeldet. Ein positives Testergebnis ist einem Schüler einer 8. Klasse der Astrid-Lindgren-Schule zuzuordnen. Ein weiterer Fall betrifft einen Schüler einer 2. Klasse der Nils-Holgersson-Schule und eine Hortgruppe der Montessori Schule, die der Schüler besucht. Aufgrund der Hygienekonzepte ist für die betroffenen Klassen und die Hortgruppe bislang keine Quarantäne angeordnet. Für diese Kinder besteht allerdings nun Maskenpflicht in den Innenräumen der Schulen und im Hort. Schüler und Lehrer werden darüber hinaus in den kommenden 14 Tagen täglich Schnelltests durchführen. Sollten sich weitere Folgefälle bestätigen, wird das Gesundheitsamt weitere Maßnahmen festlegen.

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