Schwerin: Zukunftsquartier Neu Zippendorf

Neu Zippendorf soll zu einem modellhaften Zukunftsquartier in Schwerin werden. Am Montag wurden erste Ideen und Entwürfe öffentlich vorgestellt.

Der neue Berliner Platz in Schwerin in einer ersten Ideenskizze. | (c) buttler architekten

Derzeit steht der Stadtteil Neu Zippendorf in Schwerin nicht zwingend ganz oben auf der Wunschliste wohnungssuchender Menschen. Oder vielleicht ist es richtiger umschrieben, dass sich die Geister scheiden. Während die einen dort gern leben und teilweise auch einen sehr schönen Blick genießen, lehnen andere die DDR-Plattenbaustruktur ab. Auch ist die Infrastruktur nicht optimal – wenngleich die Anbindung per Nahverkehr an die Stadt durchaus sehr gut ist. Aber sei es, wie es sei: Der überwiegende Teil von Neu Zippendorf gilt als problematisch. Das aber soll sich ändern.

Neu Zippendorf soll Zukunftsquartier werden

Denn Neu Zippendorf soll sich modellhaft in ein Zukunftsquartier wandeln. Im Zentrum wird dann auch wieder der zuletzt von Leerstand und nun ersten Abrissen gezeichnete Berliner Platz stehen. Am vergangenen Montagabend sind nun im Rahmen einer Info-Veranstaltung erste Planungen öffentlicher geworden. Infrastrukturminister Christian Pegel, Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig präsentierten dabei erste Architekturskizzen und Perspektiven, die eine erste Ahnung von dem, was einst entstehen soll, ermöglichen.

So oder so ähnlich könnte es in gut einem Jahrzehnt in Neu Zippendorf aussehen. | (c) buttler architekten

Bezahlbares Wohnen in einem attraktiven Umfeld ist geplant

Ein zentraler Mittelpunkt der Planungen liegt dabei auf dem Bereich des bezahlbaren Wohnens. Ziel ist es, eine attraktivere soziale Durchmischung und ein insgesamt ansprechendes Wohnumfeld mit moderner Infrastruktur zu schaffen. „Neu Zippendorf steht mit seiner Sozialstruktur vor großen Herausforderungen. Die wollen wir durch gezielte Angebote an junge Familien meistern, die das urbane Umfeld schätzen und lieber zu einer günstigen Miete als im eigenen Häuschen wohnen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier.

Präferiertes Architekturbüro gefunden

Durch die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) waren im Vorfeld mehrere Architekturbüros eingeladen, Ideen für eine familienfreundliche Zukunft in Neu Zippendorf zu entwickeln. Sowohl die Gremien der WGS als auch der Stadtverwaltung sahen dabei in einem Ideenentwurf des Büros buttler architekten die interessantesten Ansätze. In derem Mittelpunkt stehen die Bildung einer neuen Gemeinschaft und innovative Wohnformen wie Reihenhäuser zur Miete. Aber auch die Einbeziehung von Wohngruppen sowie die Schaffung multifunktionaler Räume des Gemeinschaftsbedarfs – realisiert in einem deutlich verkehrsberuhigten und grünen Umfeld mit Wohnhöfen und Gemeinschaftsgärten – überzeugten.

WGS geht von einem Jahrzehnt der Realisierung aus

„Wir reden hier von Entwicklungen, die nicht in ein oder zwei Jahren umsetzbar sind. Sondern innerhalb eines Jahrzehnts“, so Thomas Köchig (WGS). Das durch ihn derzeit geleitete Unternehmen ist ein wichtiger und zentraler Motor der Quartiersentwicklung. Nach dem Abriss zweier Elfgeschosser und weiterer Gebäude kann die WGS in den kommenden Jahren den Umbau Neu Zippendorfs auf insgesamt drei Baufeldern abschnittsweise realisieren.

Stadt prüft verschiedene Ansiedlungen und weitere infrastrukturelle Entwicklungen

Projektbegleitend ist natürlich auch die Stadt gefordert. Konkret im Bereich der infrastrukturellen Entwicklung. So prüft man in der Verwaltung u.a. aktuell den Umzug des Jobcenters und der Arbeitsagentur mit insgesamt 500 Arbeitsplätzen in den Süden. Darauf verweist die Verwaltung selbst. Allerdings, daran sollte hierbei erinnert sein, hatte sich die WGS mit dem Standort Neu Zippendorf gerade nicht um die Ansiedlung dieser beiden Verwaltungseinheiten beworben. Daher dürfte es maximal um in der Nähe befindliche Flächen gehen. zudem berät die Stadtvertretung aktuell die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums im Bereich der Planungen – bzw in dessen konkreter Nachbarschaft. Ziel dabei ist es, eine bessere ärztliche Versorgung zu ermöglichen. Und es steht auch für die kommunale Berufsschule für Gesundheit und Soziales noch eine Standortentscheidung an – auch darauf verweist die Stadtverwaltung im Zusammenhang mit den Quartiersideen in Neu Zippendorf.

Gelingt das Projekt, führt dies bestimmt zu einer deutlichen Aufwertung des gesamten Wohnumfelds. Und dann müssen neben den derzeit angedachten Projekten sicherlich auch die eine oder andere Schule und Kitas entstehen. Noch sind es Ideen und erste Planungsansätze. Aber es tut sich etwas in Neu Zippendorf. Und das ist ein gutes Zeichen.

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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