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Kepplerstraße 10: Stadt reagiert auf Brandschutzmängel

Schwerin, 05.10.2017 (red/sr). Nachdem vor wenigen Wochen ein dem Unternehmen Intown zugehöriges Gebäude in Dortmund aufgrund von Brandschutzmängeln geräumt werden musste, steht auch der Brandschutz des Intown-Blocks in der Kepplerstraße

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  • Veröffentlicht Oktober 5, 2017

Schw­erin, 05.10.2017 (red/sr). Nach­dem vor weni­gen Wochen ein dem Unternehmen Intown zuge­höriges Gebäude in Dort­mund auf­grund von Brand­schutzmän­geln geräumt wer­den musste, ste­ht auch der Brand­schutz des Intown-Blocks in der Kep­pler­straße 10 auf dem Prüf­s­tand. Die Stadt sieht Hand­lungs­be­darf. Von Ste­fan Rochow

 

In der Kep­pler­straße 10 sieht auch die Stadt Brand­schutzmän­gel

 

Kaputte Brand­schutztüren, fehlende Feuer­lösch­er auf den Fluren und ver­müllte Ecke in den Häusern: Die Vor­würfe gegen den Ver­mi­eter Intown im Mueßer Holz wiegen schw­er. Ger­ade in dem Objekt Kep­pler­strasse 10 gibt es Brand­schutzmän­gel, welche die Mieterini­tia­tive Intown vor eini­gen Wochen zusam­mengestellt hat und als Doku­men­ta­tion dem Ver­mi­eter als auch der städtis­chen Baube­hörde zur Ver­fü­gung gestellt hat.

 

Keine Feuerlöscherpflicht

 

Eingeschla­gene Brand­schutztüren

So wurde bemän­gelt, dass Feuer­lösch­er in den dafür vorge­se­henen Vor­rich­tun­gen auf den Fluren fehlen und das Brand­schutztüren in den Eta­gen teil­weise eingeschla­gen sind und daher ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Die Ver­ant­wor­tung für den Bramd­schutz liegt beim Ver­mi­eter. Dieser sieht, zumin­d­est lassen das erste Äußerun­gen ver­muten, keinen erhöht­en Hand­lungs­be­darf. Nach Angaben der Mieterini­tia­tive habe Intown bish­er lediglich mit­geteilt, dass es keine Pflicht des Ver­mi­eters gibt, Feuer­lösch­er aufzustellen.

 

For­maljuris­tisch hat der Ver­mi­eter hier recht. Trotz­dem ver­wun­dert es dann doch, dass der Ver­mi­eter den Brand­schutz offen­bar auf die leichte Schul­ter nimmt. Je größer ein Mieto­b­jekt ist, desto unverzicht­bar­er wird Sicher­heit­sausstat­tung wie beispiel­sweise ein Feuer­lösch­er oder Brand­melder. Denn während der Fluchtweg in kleineren Gebäu­den für alle Bewohn­er rel­a­tiv kurz ist, wer­den Brände bei großen, vor allem hohen Mehrfam­i­lien­häusern zum Prob­lem, beson­ders, wenn sie das Trep­pen­haus ein­schließen. Ein Ver­mi­eter sollte daher Inter­esse daran haben, ver­ant­wor­tungsvoll mit Brand­schutz­maß­nah­men umzuge­hen und max­i­male Sicher­heit zu gewährleis­ten.

 

Dabei kann man dur­chaus den Ärg­er des Ver­mi­eters ver­ste­hen, da eingeschla­gene Brand­schutztüren die Folge von Van­dal­is­mus sind und nun auf Kosten des Ver­mi­eters aus­gebessert wer­den müssen. Ander­er­seits muss der Brand­schutz aber auch gewährleis­tet sein und liegt im Auf­gaben­bere­ich des Ver­mi­eters.

 

Wegen mangelnden Brandschutzvorrichtungen unbewohnbar

 

In den let­zten Wochen ist es immer wieder zu Brand­schutzprob­le­men bei Wohn­blocks gekom­men, die von der Intown-Gruppe ver­wal­tet wer­den. So wurde im Juni ein Hochhaus in Wup­per­tal geräumt. Die Stadt ver­trat die Auf­fas­sung, das elf­stöck­ige Gebäude in der Hein­rich-Böll-Straße sei wegen man­gel­nder Brand­schutzvor­rich­tun­gen unbe­wohn­bar. 70 Men­schen wur­den von der Stadt ander­sweit­ig unterge­bracht. Bei dem 1959 erbaut­en Gebäude war 1960 Holz­wolle als Däm­m­ma­te­r­i­al in den Fas­saden ver­baut wor­den. Das war damals ein Stan­dard­ma­te­r­i­al gewe­sen, entspricht aber nicht mehr heuti­gen Maßstäben. Mehrfach seien Fris­ten geset­zt und Zwangs­gelder ange­ord­net wor­den. Allerd­ings habe das Haus mehrfach den Besitzer gewech­selt: „Das Spielchen fängt deshalb immer wieder von vorne an.”, sagte damals die Sprecherin der Stadt,  Ulrike Kusak. Bei jedem neuen Eigen­tümer müsse es neue Fris­ten und zunächst niedrige Strafzahlun­gen geben – die stün­den anfangs in keinem Ver­hält­nis zu den dro­hen­den Sanierungskosten. Daher hat­te ver­mut­lich auch der let­zte Ver­mi­eter, die Intown-Gruppe, nicht auf die Auf­forderun­gen der Stadt reagiert.

 

Im Gespräch mit Baudezernent Bernd Nottebaum über die Situation in der Kepplerstraße 10

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Mehr Infor­ma­tio­nen

 

Seit Jahren sanierungsbedürftig

 

Im Sep­tem­ber dann der näch­ste Fall in Dort­mund. Hier mussten 800 Mieter aus dem soge­nan­nten „Han­ni­bal-Kom­plex” evakuiert wer­den. Eigen­tümer auch hier wieder die Intown-Gruppe. Die Stadt führte auch hier ekla­tante Brand­schutzmän­gel im Kom­plex ins Feld. Der Bau galt seit Jahren als sanierungs­bedürftig. Schon 2013 hieß es in einem Bericht des Dort­munder Bauord­nungsamts, die in den 1970er Jahren gebaute Immo­bilie weise nach Eigen­tümer­wech­seln einen erhe­blichen Mod­ernisierungsstau auf, der zu ein­er hohen Leer­stand­squote geführt habe. Wegen der Größe und Außen­wirkung der 18-stöck­i­gen Anlage mit mehr als 400 Woh­nun­gen sei es wichtig, die Sanierung voranzutreiben. Intown hat­te hier immer wieder zugesichert, dass der Wohnkom­plex mod­ernisiert wer­den sollte. Män­gel, so soll seit­ens Intown im August zugesichert wor­den sein, wer­den behoben. Außer­dem liege ein langfristiger Sanierungs­plan vor, der bere­its ver­wirk­licht werde.

 

Die Stadt sah die Lage allerd­ings im Hin­blick auf den Brand­schutz als gefährlich an und entsch­ied sich für die Räu­mung. Intown hält diese Maß­nahme für über­zo­gen und kündigte umge­hend Klage gegen die städtis­che Maß­nahme an.

 

Stadt nimmt die Mängel sehr ernst

 

SPD-Frak­tionsvor­sitzen­der Chris­t­ian Masch

Wie in Schw­erin auch, hat­te die Intown-Gruppe auch in Dort­mund und Wup­per­tal Wohnkom­plexe erwor­ben, die schon vor dem Kauf einen hohen Sanierungs­be­darf aufgewiesen haben. Daher kann man dem Eigen­tümer nicht den Vor­wurf machen, dass er den Zus­tand der Häuser zu vertreten hat. Der Zus­tand war den Käufern aber bekan­nt und so muss klar sein, dass er hier Objek­te erwor­ben hat, die schnelles Han­deln erfordern. Die Mieterini­tia­tive befürchtet, dass Intown die Ver­hält­nisse in der Kep­pler­straße 10 egal sind. Ger­ade unter dem Aspekt, dass es in dem Haus in den ver­gan­genen acht Monat­en zu drei Brän­den gekom­men ist, haben die Mieter Angst und fühlen sich von ihren Ver­mi­etern im Stich gelassen.

 

„Das Immo­bilienun­ternehmen Intown scheint auf Leben und Gesund­heit sein­er Mieter keinen Wert zu leg­en.”, ver­muten SPD-Stadt­frak­tion­schef Chris­t­ian Masch und Maik Schöfer, von der Bürg­erini­tia­tive. Bei­de fordern von Intown, dass das Unternehmen seinen Ver­mi­eter-Pflicht­en nachkommt und den Brand­schutz in ihren Gebäu­den inten­siviert. Von der Stadt erwarten sie eine Inten­sivierung der Kon­trollpflicht.

 

Baudez­er­nent Bernd Not­te­baum

„Wir nehmen die Sit­u­a­tion in der Kep­pler­straße 10 sehr ernst.”, sagt Schw­erins Baudez­er­nent, Bernd Not­te­baum (CDU). So habe man bere­its am 26.09. – nach den Hin­weisen – eine Bege­hung im betr­e­f­fend­en Wohn­block gemacht. „Hier haben wir tat­säch­lich Brand­schutzmän­gel fest­gestellt”, so Not­te­baum. Der Eigen­tümer sei nun aufge­fordert wor­den, dazu Stel­lung zu beziehen. Diese Vorge­hensweise sei im Ver­wal­tung­shan­deln der vorgeschriebene Weg. Der Baudez­er­nent geht davon aus, dass der Eigen­tümer die Män­gel nun schnell­st­möglich abstellt. Weit­ere Schritte, sollte eine Eini­gung nicht möglich sein, behalte sich die Stadt aber vor.