Aberglaube in Sport und Glücksspiel: Rituale für das Quäntchen Glück

Magie, Glücksgötter oder Rituale: Seit Tausenden von Jahren glauben Menschen an das Übernatürliche und wie es sich auf das eigene Leben auswirkt. Nicht nur der Glaube und die damit verbundene Selbstbestimmung gehört dazu. Speziell in Glücksspielen und im Sport finden sich zahlreiche Rituale, die die Chancen auf einen Sieg oder Gewinn erhöhen sollen. Selbst im Alltag existieren sie.

Vierblättrige Kleeblätter, Hufeisen oder ein Schornsteinfeger sind nur einige der Dinge, die den Aberglauben des Menschen ausmachen und verschiedenste Lebensbereiche verbessern sollen. Sie haben einen Hintergrund, der zum Beispiel aus dem christlichen Glauben oder heidnischen Vorstellungen stammt. Altbekannt ist das Zerstören von Keramikgeschirr vor der Hochzeit. Hiermit sollen die Geister vertrieben werden, die der Ehe Unglück bringen könnten. Nachweisbar ist diese Theorie nicht; der Volksglaube hat sich dennoch etabliert. Ebenfalls beinahe magisch soll ein Kupferpfennig wirken. Kupfer gilt als Abwehr vor bösen Kräften und hat positive Eigenschaften auf die Liebe und das Vermögen.

Neben diesem Aberglauben, der sich noch heute in Riten und Bräuchen wiederfindet, darf der persönliche Glücksfaktor nicht vergessen werden. Damit ist die Nutzung von Glücksbringern abseits von Hasenpfoten oder Edelsteinen gemeint. Persönliche Gegenstände oder Geschenke lösen häufig einen positiven psychologischen Effekt aus, der mit Aberglauben in Verbindung gebracht wird. So kann ein Stift, der für den erfolgreichen Abschluss einer Doktorarbeit verwendet wurde, plötzlich zum Talisman aufsteigen. Ob es sich bei einem Gegenstand um einen Glücksbringer handelt, ist daher stark abhängig von der einzelnen Person. Ob diese wirklich glückbringend sind, kann nach Ansicht der Wissenschaft nicht stichhaltig belegt werden. Der emotionale Wert macht die Gegenstände jedoch so besonders und lädt sie mit Glauben auf.

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Glücksspiel: Kann die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht werden?

Glück und Schicksal sind neben dem Verständnis des Glücksspiels der ausschlaggebende Punkt für den großen Gewinn. Entweder die Glückssträhne ist intakt oder bringt dem Spieler nur Verluste ein: Magie sitzt selten am Poker- oder Roulettetisch. Die Gewinnwahrscheinlichkeiten lassen sich im geringsten Maße nur durch klassische Strategien verbessern. Sicher sind diese jedoch nicht. Dennoch möchten Spieler gern alles über die mystische Seite des Glücksspiels wissen und lassen sich auf alten Aberglauben oder überlieferte Traditionen ein. Eines der besten Beispiele ist das Tragen roter Kleidung. Die Chinesen glauben daran, dass die Farbe Rot das Spiel positiv beeinflusst. Rot gilt in China als Glücksfarbe und wird aus diesem Grund beim Spielen im Casino angezogen.

Nicht nur bei den Chinesen gibt es Rituale, die den Sieg oder ein positives Ereignis in greifbare Nähe rücken sollen. Wenn Briten „lucky“ sein wollen, sagen sie am ersten Tag des Monats dreimal das Wort „rabbit“. Der Clou: Es muss direkt nach dem Aufwachen geschehen. Auffallend ist, dass viele Glücksspieler von diesem Aberglauben Gebrauch machen, um ihre Chancen auf den Jackpot zu erhöhen. Woher dieser Brauch stammt, ist jedoch unklar. Weiterhin zu nennen sind klassische Glückszahlen, von denen die Zahl 7 wohl die bekannteste ist. Sie galt schon in der Antike als von den Göttern bevorzugte Zahl, was sich bis ins Christentum hielt. Viele Spieler setzen daher auf die 7 oder Zahlen mit einer 7 an zweiter Stelle.

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Der Sportsgeist im doppelten Sinne: Aberglaube und der Sport

Im sportlichen Bereich existiert ebenfalls Aberglaube. Heutige Rituale und Praktiken vor oder während einer Partie auf dem Spielfeld können auf Zeiten zurückgeführt werden, in denen der Glauben an Magie und Götter wichtiger Bestandteil des Lebens war. Ein magischer Vorteil entsteht dadurch nicht, dafür wird der Teamgeist gestärkt und der Kopf auf das bevorstehende Match vorbereitet. Dies führte dazu, dass noch heute Tänze, Figuren oder Gesten vor Beginn eines Spiels ausgeführt werden, die sich positiv auf den Ablauf auswirken sollen. Das bekannteste Beispiel ist, den Rasen vor einem Fußballspiel zu berühren. Dadurch soll Gott das Spiel segnen.

Gerade Tänze sind ein wahres Schauspiel, wenn sie von einem ganzen Team ausgeführt werden. Der maorische Haka ist ein ritueller Tanz der neuseeländischen Ureinwohner, der das gegnerische Team einschüchtern und die Verbundenheit der Spieler stärken soll. Neben solchen Beispielen finden sich noch zahlreiche weitere Verhaltensweisen einzelner Sportler, die aus Aberglauben oder Gewohnheit entstanden sind. Der Ursprung solcher Riten ist immer abhängig von der Person und hat nur selten einen historischen oder mythologischen Hintergrund. Fußballer Christiano Ronaldo zieht sich seit seiner Kindheit die Stutzen bis übers Knie, was sich zu seinem persönlichen Aberglauben entwickelt hat.

Der Zufall und der eigene Aberglaube gehen Hand in Hand. Wann und wieso Menschen „lucky“ sind, kann aus wissenschaftlicher Sicht nicht erklärt werden. Magie und Zauberei bringen Leute zusammen und sind oft Grund zum Feiern. Entstanden sind die Rituale entweder aus dem Glauben an eine höhere Macht oder aus beiläufiger Routine, die sich über mehrere Generationen fest in der jeweiligen Kultur verankert hat. Obwohl nicht erklärt werden kann, warum sie für den Ausgang eines Ereignisses sorgen, ist ihre Kraft und ihr Wirken unbestritten: Sie verbessern das Selbstbewusstsein, geben Hoffnung in schwierigen Situationen und sorgen für eine dauerhafte Struktur, was sich positiv auf das Gemüt auswirkt. Wer positiv durch das Leben geht, hat einfach mehr Glück! Ein Kreislauf, den es zu leben gilt.

 

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