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Von der Bundesgartenschau zum Gartenparadies:
Rolf Steinmüllers lebenslange Blumenliebe

Rolf Steinmüller, 84, pflegt täglich den historischen Garten der Buga 2009 in Schwerin.

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  • Veröffentlicht Juni 10, 2024
Rolf Steinmüller in seinem „Gartenparadies“ Foto: Janine Pleger


Vor dem Interviewtermin hat Rolf Steinmüller bereits Unkraut gehackt, geharkt und die Pflanzen gewässert.

„Das Gelände mit den ringförmigen Beeten gehörte zum ehemaligen Eingangsbereich der Bundesgartenschau 2009 und sollte für die nächste Buga 2025 erhalten werden“, erzählt der Senior. „Seit zwei Jahren bin ich fast jeden Tag hier und kümmere mich um die Blumen, Büsche und Sträucher. Der Flieder war fast tot, als ich hier angefangen habe, schauen Sie mal, wie schön der jetzt blüht“, sagt Rolf Steinmüller stolz.

Dass der heute 84-Jährige noch so fit ist, liegt entweder an den Genen oder seiner sportlichen Betätigung in der Jugend. Steinmüller war Leichtathlet und Skispringer, der Helden wie Skisprung-Ass Harry Glass noch persönlich kennengelernt hat. Sein Gartenwissen hat der im Vogtland geborene Mann beim Studium in Berlin erworben, die berufliche Zukunft führte ihn weiter in den Norden, wo er mit 24 Jahren der jüngste Direktor eines Volkseigenen Gutes (VeG) der DDR wurde. Obstbau war sein Spezialgebiet und dass es Obst aus Stralendorf oder Most aus der Region gab, hatte auch mit Steinmüllers Betriebsführung zu tun. Er ließ bereits 1964 Pflaumen- und Apfelbäume an Landstraßen pflanzen und sorgte so für leckeres Obst vom Straßenrand.

Neben Äpfeln, Pflaumen und Kirschen galt seine Liebe auch den Blumen. Noch heute berichtet er mit leuchtenden Augen, wie er in den riesigen Gewächshäusern des DDR-Gutes duftende Freesien produziert hat. Den Blumen gilt auch in „seinem“ Garten die größte Aufmerksamkeit. Bei der Pflege bekommt er inzwischen liebevolle Unterstützung einer Familie, die dem Senior mit Hacke, Harke oder beim Unkrautziehen unterstützt. „Auch mit den Frauen vom anliegenden Küchengarten vom Verein Essbares Schwerin gibt es eine gute Zusammenarbeit“, freut sich Rolf Steinmüller.

Gern zeigt er die Rosenstöcke an der Mauer, die verschiedenen Iris-Pflanzen und freut sich über die besonders schön blühenden Pfingstrosen. „Während die Rosenstöcke sich mit ihren langen Wurzeln das Wasser aus dem Schweriner See holen, müssen viele der Pflanzen in den Beeten per Hand gegossen werden“, sagt er. Das Wasser dafür schöpfte er anfangs regelmäßig aus dem nahegelegenen Schweriner See vom Steg der Rudergesellschaft und schleppte die Eimer an die Beete.

Inzwischen stehen dem Blumenfreund jedoch zwei vom SDS bereitgestellte 1.000-Liter-Kanister zur Verfügung, die auch regelmäßig gefüllt werden. „Mit den Eimern gehe ich aber trotzdem noch gern ans Wasser, das hält jung“, scherzt der 84-Jährige.

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Janine Pleger

ist Redakteurin bei SNO | Schwerin-Lokal. Mail: redaktion@sn-o.de

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