Schwerin: 61 Prozent unbesetzte Azubi-Plätze am Bau

Die Baugewerkschaft schlägt Alarm. In Schwerin waren im Juli noch 61 Prozent der Ausbildungsplätze in den Unternehmen der Branche frei.

Auf den Baustellen in Schwerin fehlen die Azubis. Die Gewerkschaft schlägt Alarm. | Foto: Symbolbild

Deutschlandweit geht der Bauboom weiter. Zwar ist dieser aus unterschiedlichen Gründen in Schwerin etwas weniger deutliche erkennbar. Aber auch hier sind die Auftragsbücher der meisten Unternehmen gut gefüllt. Wer kleinere Aufträge vergeben möchte, erlebt teilweise wenig Interesse. Aber das Baugewerbe hat ein großes Problem. Der Nachwuchs fehlt, die die Industriegewerkschaft IG BAU.

Noch zu viele Ausbildungsplätze frei

 

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind zumindest viele Baufirmen auch in Schwerin weiter vergeblich auf der Suche nach Azubis. Unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit spricht die Gewerkschaft von im Juli noch 61 Prozent unbesetzten Ausbildungsplätzen. Von 56 ausgeschriebenen Plätzen in der Stadt waren noch 34 zu vergeben. Bereits im vergangenen Jahr waren zum selben Zeitpunkt 40 Prozent aller Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe unbesetzt.

 

Alarmsignal für die Branche

 

Jörg Reppin von der IG BAU Mecklenburg spricht spricht daher von einem „Alarmsignal“. Sollte es den Unternehmen nicht gelingen, weitere Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, kann dies die angespannte Situation in vielen Unternehmen weiter verschärfen. Und er macht auch gleich ein Problem aus, das er im Rahmend er bevorstehenden Tarif-Schlichtungsrunde laut ausspricht: „Nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen“, iso Reppin.

 

Klare Forderungen in der Tarifrunde

Die Forderung der Gewerkschaft, auch für Schwerin, ist daher klar: Ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei  zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten. Vor allem auch im Vergleich zu anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird. „Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Reppin. Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

Redaktion

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