Schwerin: Beliebtes Bistro nun mit Außenterrasse

Die "Feine Kost" in der Puschkinstraße ist klein und kuschelig. Schwierig in Corona-Zeiten. Daher beantragte Betreiber Matthias Schubert eine Außenterrasse.

Seit dieser Woche hat das Bistro „Feine Kost“ in Schwerin eine Außenterrasse. Ohne ginge es bei den Corona-Maßnahmen nicht. | Foto: schwerin-lokal

Die Zeiten sind alles andere als einfach für Gastronomen. Das gilt insbesondere auch in Schwerin. Denn nach dem wochenlangen Lockdown, der die Schließung bedeutete, läuft das Geschäft nur sehr langsam wieder an. Von Normalität ist man weit entfernt. Zwar sind wieder Touristen in der Stadt und auch die Einwohner von Schwerin sind wieder unterwegs und kehren ein. Aber es gelten recht strikte Regeln. Hält man sich als Gastronom an diese – was leider nicht für alle gilt – bedeutet dies u. a. einen teilweise massiven Verlust an Sitzplätzen. Speziell für sehr kleine Bistros und Restaurants ein echtes Problem.

Vier statt fünfzehn Plätze – Das hätte das Aus bedeutet

Die Stadtverwaltung Schwerin versprach daher schnelle und unbürokratische Unterstützung in Bezug auf die Realisierung von Außenplätzen. Dort, wo ausreichend Platz ist, um Tische und Stühle nur weiter auseinander zu rücken oder ein paar dazu zu stellen, ist das unproblematisch. Aber was tun, wenn innen plötzlich kaum noch ein Gast Platz hat, und vor der Tür bislang jeder Ansatz einer Außengastronomie unmöglich erschien? Wie beispielsweise beim Bistro „Feine Kost“ in der Puschkinstraße.

Das beliebte Bistro, das nahezu ausschließlich Bio-Produkte verwendet und vegetarische wie vegane Speisen anbietet, verfügt nur über wenige Quadratmeter Gastraum. So können aktuell dort, wo sonst kuschelig eng 15 Gäste Platz finden, nur etwa vier einkehren. Für Betreiber Matthias Schubert eine echte Herausforderung. „Lange kann man das wirtschaftlich nicht durchstehen. Unsere vielen Stammgäste hatten absolutes Verständnis, dass sie die Speisen in letzter Zeit mitnehmen und nicht bei uns essen konnten. Aber das kann nicht zur Dauerlösung werden“, so der gelernte Koch.

Die „Feine Kost“ in der Puschkinstraße in Schwerin hat nun eine Außenterrasse. | Foto: schwerin-lokal

„Feine Kost“ in der Puschkinstraße nun mit Außenterrasse

Und es ist keine Dauerlösung. Denn seit vergangenem Dienstag hat der sympathische Bistrobetreiber eine chice Außenterrasse. Zwar nicht direkt vor seiner Tür, aber gegenüber, vor der „Tuscherei“. Das hat zur Folge, dass Schubert seine Gäste nicht bedienen kann. Denn „über die Straße Speisen zu servieren, das ist nicht gestattet. Aber jetzt haben wir einen Ausgleich für die fehlenden Innenplätze. Und unsere Gäste sind froh, dass sie wieder vor Ort in Ruhe essen können.“ Dass dem so ist, konnte man schon Dienstagmittag beobachten. Denn da waren alle vier Tische der Terrasse belegt.

Betreiber Matthias Schubert kocht täglich frisch und selbst

Eines der „Geheimnisse“ des Erfolgs des Bistros „Feine Kost“ in Schwerin liegt offensichtlich im Betreiber selbst.  Schubert ist schon fast so etwas wie lebendes Inventar des kleinen Bistros an der Ecke Puschkinstraße/Domhof. Schon früh morgens sieht man ihn die frisch gelieferten Zutaten schnippeln und die Speisen tagfrisch direkt hinter dem Verkaufstresen zubereiten. Nichts ist mit Küche im Hintergrund, in der man machen kann, was man will. In der „Feinen Kost“ sehen die Gäste, dass „frisch zubereitet“ nicht nur ein Versprechen ist.

„Feine Kost“ in Schwerin: Betreiber Matthias Schubert und seine tatkräftige Unterstützung Steffi. | Foto: schwerin-lokal

„Wenn Du gutes Essen haben möchtest, brauchst Du ein gutes Produkt.“

Als sich vor einigen Jahren die Möglichkeit bot, das schnuckelige Bistro an der Ecke Puschkinstraße/Domhof zu übernehmen, zögerte Matthias Schubert nicht.  Sehr zur Freude der damaligen Gäste, von denen viele dem sympathischen Schweriner bis heute treu geblieben sind. Denn Schubert liebt und lebt, was er im Bistro „Feine Kost“ anbietet. Er ist Koch aus und mit Leidenschaft. Und dazu gehört für ihn, gesunde und ehrliche Speisen anzubieten. So lebt er selbst – und deshalb bietet er es auch seinen Gästen. Und dazu gehört eben, nur mit wirklich frischen Bio-Produkten von ausgewählten Partnern zu arbeiten. „Wenn Du gutes Essen haben möchtest, brauchst Du ein gutes Produkt. Da kommst Du am Biogedanken nicht mehr vorbei“, ist Schubert fest überzeugt.

Daher kauft er auch nur bei Bio-zertifizierten Partnern, die ihn überzeugen. Viele Produkte kommen dabei von einem echten Biogroßhändler. Und Matthias Schubert ergänzt seine Einkäufe natürlich durch regionale Produkte. „Aber da muss letztlich wirklich alles stimmen – von der Qualität bis zur Liefertreue“, so Schubert. „Die Landeier“ aus der Nähe von Crivitz liefern ihm beispielsweise, wie soll es anders sein, „richtig gute Eier“. Und einen Teil seiner Produkte bezieht er vom „Lebendigen Landbau“ aus Boienhagen. Eine Art Landwirtschaftskommune, die für den Eigenbedarf produziert. „Das, was zu viel ist, kaufe ich ihnen gern ab. Denn sie haben klasse Produkte“.

Aus Sri Lanka brachte Matthias Schubert Geheimnisse um die verschiedenen Curry-Gerichte nach Schwerin mit. | Foto: Symbolbild

Currys sind einer der Renner – Schubert lernte deren Geheimnisse auf Sri Lanka

Schuberts Gäste – die übrigens wie er überwiegend keine Vegetarier oder Veganer sind – schätzen dieses ehrliche Angebot. „Die Menschen, die zu uns kommen wollen gesunde, leichte und frische Speisen. Eben nicht mit zig unnötigen Zusatzstoffen.“ Also gibt es eine tolle Vielfalt an vegetarischen Suppen, Salaten, Hauptgerichten und Desserts. Etwa 95 Prozent der Suppen und Hauptgerichte sind dabei übrigens vegan. Die absoluten Renner im Bistro „Feine Kost“ in Schwerin sind das Rote-Beete-Carpaccio und Schuberts verschiedene Currys. Während er sein Geheimnis um die Zubereitung der hauchdünnen Rote-Beete-Scheiben nicht preisgibt, so verrät er zumindest, woher seine Curry-Künste stammen. Denn diese gehen auf einen Urlaub auf Sri Lanka zurück. „Fünf Tage bin ich den Leuten im Hotel auf die Nerven gegangen, weil ich unbedingt mal in die Küche schauen wollte. Dann, am fünften Tag kam der Chefkoch persönlich und nahm mich mit“, erinnert sich Schubert. Es folgte ein kompletter Tag mit dem für Currys zuständigen Koch, der ihm viele Geheimnisse verriet.

Von 85-jähriger Inderin in Ayurveda-Küche eingeführt

Das scheint überhaupt das Erfolgsrezept des zielstrebigen Bistro-Betreibers zu sein, der auch über eine Ausbildung als diätisch geschulter Koch verfügt: Interesse, Neugier und Wissbegierigkeit rund um die gesunde Küche. So ließ er sich von der 85-jährigen Inderin Leela Mata in die Geheimnisse der Ayurveda-Lebensweise und -Küche einführen. Noch heute erzählt Matthias Schubert mit unglaublichem Respekt von dieser Frau und der intensiven Zeit, die maßgeblich für seine Kenntnisse und sein Können auch im Bereich der Ayurveda-Küche verantwortlich ist.

Gesund, ausgewogen, dem eigenen Körper entsprechend die Speisen zuzubereiten ist zentral in der Ayurveda-Küche. | Foto: Symbolbild

Außenterrasse durch Flexibilität möglich

All dies stand in gewisser Weise also auf dem Spiel, als zwar die meisten Gastronomien nun auch in Schwerin wieder öffnen durften – aber nur unter Einhaltung der Regeln. Daher zeigt sich Matthias Schubert sehr dankbar dafür, dass es – trotz etwas K(r)ampf letztlich geklappt hat mit der Außenterrasse. „Es gab durchaus eine oder zwei Klippen zu überwinden. Aber nicht einmal rechtliche. Scheinbar sind nicht alle Mitarbeiter in der Verwaltung davon überzeugt, dass es jetzt schnell und unkompliziert gehen muss, um unseren Gastronomien zu helfen“, so der Ortsbeiratsvorsitzende Stephan Haring, der die Genehmigungsphase mit unterstützte.

Schubert grinst bei diesen Worten, ist letztlich aber vor allem froh, dass alles so gut ausgegangen ist. „Eben auch und vor allem, weil es auch andere Leute im Stadthaus und bei den SDS gab, die die Situation erkannt und mein Vorhaben wirklich unterstützt haben. Ob Herr Havel, Frau Trams, Herr Nottebaum oder auch Herr Bannow von den SDS. Und das sind nur einige Namen. Da hat niemand geltendes Recht gebogen, sondern im Rahmen der grundsätzlich vorhandenen Möglichkeiten wurde flexibel und ergebnisorientiert gehandelt.“

Viele Ideen für den Sommer

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nun hoffen Matthias Schubert und sein Team natürlich auf einen sonnenreichen Sommer. Viele Ideen für weitere frische Gerichte aber auch für Tartes und Kuchen rund um ein zusätzliches nettes Nachmittags-Kaffee-Angebot hat er auf jeden Fall. Davon konnten wie uns schon überzeugen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal wochentags zur Mittags- oder Kaffeezeit in der Puschkinstraße an der Ecke Domhof vorbeizuschauen.

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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