Schwerin: Knochenfund am Dom

Es war Montagabend, als ein Hund beim Gassigehen plötzlich in einer knietiefen Baugrube am Dom Schwerin verschwand. Plötzlich kam er mit einem Knochen zurück. Die hinzugerufene Polizei sperrte den Fundort ab.

Mit Absperrband sperrte die Polizei Schwerin den Fundort ab. | Foto: Stephan Martini

Absperrband der Polizei, an einer Baugrube am Dom Schwerin. So mancher fragte sich am Dienstag dieser Woche, was denn da neben dem das Stadtbild prägenden Kirchengebäude los sei. Schnell schossen Spekulationen in den Himmel. Denn weshalb sollte die Polizei an eine Baugrube absperren. Zudem ging das Gerücht um, man habe Knochen gefunden. Sollte da etwa etwas Schlimmeres passiert sein?

 

Hund fand menschlichen Knochen direkt neben dem Dom

Schwerin-lokal fragte bei Polizeisprecher Steffen Salow nach und erfuhr, dass Passanten tatsächlich im Baustellenbereich der Domumfelderneuerung auf Knochen gestoßen seien, die möglicherweise von einem Menschen stammen könnten. Konkreter dargestellt, hatte ein Hund beim abendlichen Gassigang plötzlich den direkten Weg in die etwa knietiefe Grube gesucht und war mit einem Knochen zurückgekehrt. Da dieser durchaus von einem Menschen hätte stammen können, fiel die Entscheidung, die Polizei zu rufen. Diese kam und sperrte den Bereich entsprechend ab. Da im Falle eines menschlichen Knochens eine Straftat nicht zwingend ausgeschlossen werden konnte, galt es, den Knochen etwas genauer zu untersuchen. Schnell fanden die Experten allerdings heraus, dass es sich zwar tatsächlich um Menschenknochen handelte. Allerdings waren diese schon deutlich älterer Natur, so dass eine aktuellere, oder zumindest in die Zuständigkeit der Polizei fallende, Straftat ausgeschlossen werden konnte. Möglich, dass es sich um menschliche Überreste einer früheren Bestattung handelte. Denn auch um den Dom herum wurden wohl in früheren Zeiten Menschen beerdigt. 

 

Polizei war nicht zuständig – dafür letztendlich die Nordkirche

Nun hätte, man annehmen können, dass sich das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege intensiver mit dem Fund befasst. Denn hier befinden sich auch die Experten aus dem Bereich der Archäologie. Im Rahmen unserer Recherchen erfuhren wir aber aus der Pressestelle des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV, dem das Landesamt zugeordnet ist, dass sich die Sache im konkreten Fall anders verhält. Hier liegt nämlich die Zuständigkeit, da es sich um einen Fund auf Kirchengelände handelt, bei der Nordkirche. Speziell beim Dezernat Bauwesen.

Natürlich fragten wir auch bei der dort zuständigen Dezernentin nach. Allerdings blieb diese Anfrage – anders als in Schwerin – bis zum Redaktionsschluss am gestrigen Abend unbeantwortet. So bleibt vorerst offen, wie es nun mit dem Knochenfund weitergeht. Sollte es sich um einen wissenschaftlich wichtigen Fund handeln, dürften sich sicherlich noch weitere Informationen ergeben. Andernfalls kann es auch sein, dass die Friedhofsbehörde der Stadt Schwerin den Fund „lediglich“ auf eine andere Ruhestätte umbettet. 

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