Unsere Nachbarn in der zweiten Liga

Vom Profifußball ist Schwerin derzeit ziemlich weit entfernt. Kein Wunder, dass andere Sportarten wie Beachvolleyball bei uns in der Region vor allem im Sommer viel Zulauf erhalten und dabei sehr erfolgreich sind.

Aber auch in der Region steht es nicht gut um den Profifußball. Ehemalige Bundesligisten wie Hansa Rostock oder Energie Cottbus spielen lediglich in der dritten Liga. Der Retortenverein RB Leipzig ist derzeit der einzige ostdeutsche Vertreter in der ersten Bundesliga. In der zweiten Liga hingegen spielen gleich einige Traditionsvereine aus den neuen Bundesländern. Nachdem wir kürzlich geschaut haben, wie es für unsere Nachbarn im DFB-Pokal aussieht, soll sich der Blick heute auf die zweithöchste deutsche Spielklasse richten.

Der Traum lebt bei Union Berlin

Der Saisonstart ist nun schon einige Tage her und die Eisern Union hält sich wacker im oberen Tabellendrittel. Nach fünf Spieltagen steht man auf einem überzeugenden fünften Tabellenplatz. Kein Wunder, dass die Fans von mehr träumen. Ein Aufstieg in die erste Bundesliga und ein Derby gegen den großen Stadtrivalen Hertha BSC wäre das höchste der Gefühle. Zwar dürfen die Fans träumen, die Verantwortlichen hingegen bleiben bewusst bodenständig. Angesprochen auf die Zielsetzung für diese Saison, antwortete Clubchef Dirk Zingler: „Da möchte ich nicht vorgreifen. Noch läuft die Vorbereitung und das Transferfenster ist auch noch eine Weile offen“. Wenn sich die Eisern Union allerdings bis zum Frühjahr in den oberen Regionen der Tabelle festsetzen kann und gegen die Favoriten wie den Hamburger SV Punkte holt, scheint zumindest der Relegationsplatz in Reichweite.

Dynamo Dresden hat ein konkretes Ziel

Der Traditionsverein aus Dresden ist in der vergangenen Zeit eher durch Fanausschreitungen als durch positive Ergebnisse auf dem Platz auffällig geworden. Dennoch wollen die Verantwortlichen den Blick auf das sportliche lenken und zusammen mit der starken Fanszene für eine positive Fußballkultur in der Landeshauptstadt sorgen. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit zwei Siegen und drei Niederlagen belegt Dynamo nach dem 5. Spieltag den 10. Rang. Im Gegensatz zu Union Berlin, gibt man in Dresden ein ganz konkretes Saisonziel aus – 47 Punkte sollen es sein. Trainer Uwe Neuhaus erklärt die ungewöhnliche Zahl: „Das ist eine Punktzahl, die erreichbar scheint und trotzdem anspruchsvoll ist. Wenn wir vier Spieltage vor Schluss diese Marke erreicht haben, ist auch noch Luft nach oben. Und dann geht es gleich in ganz andere Gefilde.“, so der Übungsleiter vor dem Saisonstart gegenüber der SZ.

Erzgebirge Aue will den Klassenerhalt sichern

Seit dem Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga kämpft das Team von Daniel Meyer Saison für Saison um den Klassenerhalt. Auch dieses Jahr hat ein Nichtabstiegsplatz oberste Priorität für die Sachsen. Das Auftaktprogramm hatte es schon in sich – drei der ersten vier Spiele mussten auswärts bestritten werden. Der Auftaktniederlage gegen Union folgte ein torloses Unentschieden gegen Magdeburg, worauf drei Auswärtsniederlagen, eine im Pokal und zwei in der Liga, folgten. Dementsprechend findet sich Aue derzeit in den unteren Rängen der Tabelle wieder. Der Sieg gegen den FC St. Pauli am fünften Spieltag bedeutete allerdings den ersten Dreier der Saison und könnte dem Team den nötigen Aufschwung geben.

Unglücklicher Start für Magdeburg

Nach der Auftaktniederlage gegen den FC St. Pauli folgten zwei Unentschieden für den 1. FC Magdeburg, so dass man sich ganz schnell auf den Abstiegsrängen wiederfand. Die Niederlage gegen Holstein Kiel verbesserte die Situation keineswegs. Das bedeutet für Trainer Jens Härtel und sein Team eine Menge Arbeit. Zwar braucht die Mannschaft jetzt unbedingt ein Erfolgserlebnis, doch trotz der angespannten Situation, will Kapitän Nils Butzen nicht zu ernst an die Sache herangehen: „Ich achte darauf, dass die Stimmung in der Kabine mit einem Spruch mal aufgelockert wird.“, so der Spielführer. Fans und Spieler des FC Magdeburg sind sich sicher: wenn der erste Sieg in der Saison eingefahren ist, wird auch der Knoten platzen und der Klassenerhalt möglich sein. Der Abstiegskampf wird auf jeden Fall spannend. Ganz im Gegensatz zur ersten Bundesliga, in der die Bayern mit einer Betway Quote von 1,05 (Stand 27.9.) der klare Favorit auf die erneute Meisterschaft sind. Es bleibt also interessant, zu beobachten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird.

Spannung ist garantiert

Direkt in Schwerin wird es wohl in kommender Zeit nichts mit Profifußball. Dynamo Schwerin spielt derzeit in der Landesliga. Allerdings gibt es einige ostdeutsche Traditionsvereine in der zweiten Bundesliga, deren Wege in der Saison alle eine Menge Spannung bieten. Sei es Union Berlin mit Außenseiterchancen auf den Aufstieg, die spannende Zielvorgabe von Dynamo Dresden oder der Kampf um den Klassenerhalt bei Aue und Magdeburg – die zweite Liga bietet in unseren Gefilden eine Menge Spannung.

Redaktion

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