Do, 13. Juni 2024
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Erster Angriff auf Politiker in Schwerin:
AfD-Abgeordneter Martin Schmidt in Kneipe attackiert

Viel ist in den letzten Wochen über Angriffe auf Politiker gesprochen worden. Nun hat auch Schwerin den ersten Fall. Ein Landtagsabgeordneter musste nach einem Angriff ins Krankenhaus gebracht werden.

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  • Veröffentlicht Mai 17, 2024
Martin Schmidt
Landtagsabgeordneter Martin Schmidt wurde in einer Schweriner Kneipe angegriffen | Foto: AfD-Fraktion

Heute Morgen gegen 0:30 Uhr kam es zu einem Angriff auf einen Landtagsabgeordneten in der Schweriner Altstadt.

Nach Informationen von SNO handelte es sich dabei um den AfD-Politiker, Martin Schmidt. 
Zusammen mit drei weiteren Personen, darunter auch der Schweriner Stadtvertreter, Steffen Beckmann, besuchte der Politiker den Karaokeabend in einer Schweriner Kneipe in der Innenstadt. Nach Informationen der Polizei, habe plötzlich ein 52-jähriger Mann angefangen, in Richtung der Gruppe zu pöbeln und zu beleidigen.

Angreifer fühlt sich dem linken Spektrum zugehörig 

Als die Gruppe um den Landtagsabgeordneten Schmidt den Mann zur Rede stellen wollte, kam es zu einem verbalen Streit, in dessen Verlauf ein Glasaschenbecher in Richtung des Abgeordneten flog. Dieser traf den AfD-Politiker am Kopf. Zufällig anwesende Rettungssanitäter versorgten umgehend die Platzwunde am Kopf. Ein gerufener Rettungswagen brachte den Landtagsabgeordneten daraufhin in die Helios-Kliniken, wo er versorgt wurde. Gegen 5 Uhr konnte Schmidt das Krankenhaus wieder verlassen. 


Der Angreifer hat nach Polizeiangaben noch vor Ort angegeben, dass er sich selber dem “linken Spektrum” zugehörig fühle. Aus Abneigung gegen die politische Meinung von Schmidt, sei er den Politiker angegangen. 


AfD-Fraktionschef Kramer verurteilt Angriff 

Der AfD-Fraktionsvorsitzende, Nikolaus Kramer, hat heute Morgen sofort auf den Angriff auf seinen Fraktionskollegen reagiert.  “Gewalt gegen Politiker, egal welcher Partei, ist ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit und den demokratischen Diskurs. Wer zu solchen Mitteln greift, zeigt nicht nur einen erschreckenden Mangel an Respekt vor der menschlichen Würde, sondern auch vor den demokratischen Prozessen, die unsere Gesellschaft ausmachen”, so der Fraktionschef laut Pressemitteilung. In einer Demokratie siege das “Argument, nicht die Faust”. Man müsse sich deshalb geschlossen gegen jede Form von Gewalt stellen, so Kramer weiter. 


Immer wieder Angriffe auf Politiker 

Angriffe auf Politiker war in den letzten Wochen immer wieder Thema in der medialen Berichterstattung. Vor allem nach dem Anfang Mai der SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden von vier Männern beim Plakatieren angegriffen wurde, war bundesweit über Gewalt auf Politiker diskutiert worden. Die Polizei ging damals von einem rechtsextremistischen Tatmotiv aus. Zur gleichen Zeit wurden in Dresden auch Wahlkampfhelfer der Grünen angegriffen.


Vor einer Woche kündigte der Schweriner Linken-Kreisvorsitzende, Daniel Trepsdorf als Reaktion auf die Angriffe in anderen Bundesländern, die Wahlkampfhelfer seiner Partei mit einem sogenannten Notfall-Equipment auszustatten. Dieses besteht nach Angaben von Trepsdorf aus Tierabwehrsprays. 
„Engagierte im Wahlkampf sind keine Opfer, sondern als Menschen und Respektspersonen wichtige Grundpfeiler unserer freiheitlich rechtsstaatlichen Ordnung“, so Trepsdorf  damals gegenüber der SVZ.  “Auch Demokratieverstärker und Ehrenamtliche, Kommunalpolitiker und Aktive müssen wehrhaft sein“, betonte Trepsdorf weiter. 


Die Maßnahme der Linken war vor allem als Präventivmaßnahme gedacht. Bisher gab es keine Angriffe und Bedrohungen von Politikern in Schwerin. Das hat sich nun heute Nacht verändert. Reaktionen anderen Parteien auf den Angriff gab es bisher noch nicht. 

 

 

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Stefan Rochow

ist Journalist, Unternehmer und Gründer von SNO | Schwerin-Lokal. Mail: redaktion@sn-o.de

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