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In Schwerin und Wendorf wächst Angebot für anspruchsvollen Tourismus weiter

Trotz nun schon mehrmonatigem Lockdown hat sich die international operierende Amedia-Hotelgruppe unter Leitung von  Udo und Monika Chistée nicht in eine Schockstarre zurückgezogen. Vielmehr hat man bereits in der Umsetzung

  • Veröffentlicht April 26, 2021
Traumhaft gelegen und sensibel saniert: Das Schlosshotel Wendorf | Foto: Amedia

Trotz nun schon mehrmonatigem Lockdown hat sich die international operierende Amedia-Hotelgruppe unter Leitung von  Udo und Monika Chistée nicht in eine Schockstarre zurückgezogen. Vielmehr hat man bereits in der Umsetzung befindliche Projekte und Planungen für neue Hotels an verschiedenen Standorten fortgeführt. Von beidem profitiert die Region Schwerin gleich auf doppelte Weise.

 

Trotz Corona: In Wendorf und Schwerin laufen die Projekte weiter

Denn das Ehepaar Chistée ist aktuell dabei, an zwei Standorten in und um Schwerin ihre Ideen für modernes und komfortables Wohnen in ansprechendem Ambiente in die Tat umzusetzen. Da wäre einerseits der Ort Kuhlen-Wendorf. Ein kleines Dorf, nur knappe 30 Fahrminuten von der Landeshauptstadt Schwerin entfernt. Wunderschön gelegen inmitten der unberührten Natur der westmecklenburgischen Landschaft.

 

Wendorf: Traumhaftes Schloss und moderne Chalets in wundervoller Lage

Schlosshotel Wendorf | Foto: Amedia

Das Zentrum und Herz des Dorfes bildet das heute liebevoll sanierte in neuem und doch historischen Glanz erstrahlende Schlosshotel. Die Eheleute Chistée kauften das um 1200 a.d. als Ritterburg erbaute und erstmals 1637 als Herrenhaus erwähnte heutige Schloss, das auf eine bewegte Geschichte zurückblickt, im Jahr 2000. Über mehrere Jahre ließen es dann mit viel Liebe und finanziellem Einsatz  als traumhaftes Schloss wiedererstehen. Schrittweise fand eine Erweiterung um eine Hotelresidenz vis-a-vis zum Schloss und die Sanierung und Errichtung weiterer Gebäude – darunter eine große Reithalle – statt. Im weiteren Verlauf galt es, die Bettenzahl der Urlaubsanlage für Naturliebhaber mit Freude an hohem Komfort zu erweitern. Innerhalb des Dorfes planten Chistées daher zusätzliche Appartements und Chalets.

 

Nach aufwändiger Schlossanierung entstanden nun moderne Chalets

Im Dorf entstanden 20 moderne und doch naturgebundene Chalets. | Foto: Amedia

Die Architektur dieser neu errichteten Chalets erscheint auf den ersten Blick eher ungewohnt. Denn sie stechen zweifelsohne aus dem sonstigen Baustil der umgebenden Einfamilienhäuser und erst Recht des historischen Schlossensembles heraus. Und doch passen sie im Jahr 2021 nahezu perfekt an diesen Standort. Denn in der Optik dominiert – neben der zeitgemäßen Moderne – Holz. Holz, das wie kein anderer Baustoff Naturverbundenheit repräsentiert. Das Besondere – für andere eben „Ungewöhnliche“ – ist eine in leicht wirkende Holzeinfassung der Chalets. Diese bietet zudem den Betrachtern ein besonderes Gefühl der Offenheit. Für die Gäste hingegen  garantiert dennoch die Gewissheit des individuell möglichen Rückzugs. Ein architektonisch anspruchsvolles „Spiel“, das hier in Wendorf auf bemerkenswerte Weise gelingt. Innen erwartet die Gäste der Chalets Moderne, Luxus und ausreichend Raum für echte Entspannung – umgeben von einem kleinen Dorf und wundervoller Natur.

 

Ehepaar investierte auch in Kinderspielplatz für das Dorf

Noch haben Monika und Udo Chistée Ideen für das Dorf, dessen Bewohner und die Urlaubsgäste. Was davon am Ende überhaupt Realität wird, ist in großen Teilen noch offen. Aber ohne Visionen, und den festen Willen, vieles davon auch umzusetzen, gäbe es vielleicht schon gar kein Schloss mehr. Denn als Chistées das Gebäude erwarben, war es heruntergekommen und dringend sanierungsbedürftig. Schon damals gab es so manchen, der das Ganze mit Argwohn betrachtete. Und ein wenig schienen das Hotel und die zugehörigen Gebäude eher separiert, als ein Teil des Dorfes zu werden. Allerdings ist das kein Einzelschicksal des nach historischen Vorgaben wieder errichteten Schlosshotels, sondern ein recht häufig zu beobachtendes Phänomen. Für Udo Chistée aber kein Grund, seine Vision eines Hotels mit Appartements und Chalets als Teil eines Dorfes in unberührter Landschaft Westmecklenburgs nicht in die Tat umzusetzen. „Uns war und ist es wichtig, auch etwas für das Dorf zu tun“, so Chistée. So investierte er unter anderem privates Geld in einen Kinderspielplatz im Ort und baute einen neuen Löschwassertank.

 

Wendorf lohnt – Zum Entspannen für mehrere Tage oder auch als Ausflugsziel

Das „Cheval Blanc“ mit Sonnenterrasse – Auch für einen Ausflug von Schwerin ein ztolles Ziel | Foto: Amedia

Zudem entstand, natürlich den Anforderungen eines 5-Sterne-Hotels gerecht werdend, in der Hotelresidenz das „Cheval Blanc“ ein gehobenes Restaurant mit großer Außenterrasse, das Hotelgästen aber auch Besuchern des Ortes offensteht. Demnächst planen Chistées den Neubau eines Apartment-Gebäudes, das ein Spiegelbild der Residenz werden und so das Schlossensemble vervollständigen soll. Damit sind die Pläne von Udo und Monika Chistée, was Ferienobjekte in Wendorf betrifft, dann erst einmal abgeschlossen. „Dann haben wir mit den Zimmern im Schlosshotel, den Appartements und 20 Chalets eine Kapazität erreicht, die eine bessere Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Somit wird es „nur noch“ um das „Drum herum“ gehen. „Schon jetzt kann man in und um unser Schlosshotel herum viel erleben und unternehmen. Aber wir möchten unseren Gästen natürlich ein wachsendes und abwechslungsreiches Angebot bieten“, so Monika Chistée, die sich in Wendorf grundsätzlich längst heimisch fühlt.

 

Von Wendorf aus auf’s Meer hinaus segeln

Mit der „Skythia“ geht’s auf’s Meer hinaus. | Foto: Amedia

Eine durchaus bemerkenswerte Neuerung ist den beiden Österreichern schon gelungen. Denn ab diesem Jahr ist die Ostsee Teil des Schlossurlaubs. Wie das geht? „In Wismar liegt seit Kurzem unsere Segelyacht ‚Skythia‘. Ein Nachbau der legendären ‚America 1851‘. (-> mehr zur Segelyacht „Skythia“) Diese traumhafte Yacht mit historischem Hintergrund können unsere Gäste ab sofort – nebst Crew – für einen Tag, ein Wochenende oder eine ganze Woche mieten. So wird die Ostsee ein Teil des Natur-Erholungsurlaubs mit Komfort im wunderschön gelegenen Wendorf.“ Und schon der Weg dorthin wird ein Erlebnis. Denn das Hotel organisiert den Transfer zur und von der „Skythia“ im Rolls Royce oder Bentley.

 

 

Trotz sanfter Investitionen regte sich zuletzt Unmut

In Wendorf selbst aber sind Chistées unmittelbar ferienspezifische Investitionen dann abgeschlossen. Auch wenn es derzeit einige Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes und erstaunlicherweise vor allem so manch Auswärtigen gibt, der Gegenteiliges behauptet, und gegen das Ehepaar Chistée vor allem in den sozialen Medien Stimmung macht. Auf Facebook heißt es beispielsweise: „Wir sind gegen den Bau weiterer 100 und mehr Ferienhäuser in Wendorf. Wir fordern maßvollen statt Massentourismus“.  Zudem sei man gegen die Zerstörung der Flora und Fauna – und des gesamten  Dorfes. „Das sind alles Forderungen, die wir genau so sofort unterschreiben würden“, sagt Udo Chistée. Wer ein Lächeln in seinem Gesicht bei dieser Feststellung vermutet hätte, der täuscht sich. Der engagierte Investor blickt sehr ernst. Denn die Forderungen richten sich gegen ihn und seine Frau. Und dieses „Gegen“ lassen manche das Ehepaar vor allem in häufig anonymen Mails, hässlichen Kommentare unter Decknamen und auf manch andere Art und Weise auch spüren.

 

Ein Missverständnis sorgte für Irritationen

Hintergrund war und ist eine echte kommunikative Panne, die passieren kann, aber natürlich nicht sollte. Auf der zentral von Österreich gesteuerten Facebook-Seite der Hotelgruppe war ein Eintrag aufgetaucht, der darauf schließen ließ, dass mindestens 100 weitere Ferienhäuser in Wendorf entstehen könnten. „Hintergrund war eine echte Fehlinformation eines Dienstleisters, der mit uns zusammenarbeitet“. Das griff man andernorts falsch auf, und das Schicksal nahm seinen Lauf. Denn inhaltlich stellt sich die Sache anders dar. Vielmehr nämlich hatte das den Ort und die Gegend liebende Investoren-Ehepaar verschiedene Gedankenspiele für ein am Ortsrand liegendes Grundstück durchgespielt. „Das waren nur wenige Minuten Gespräch mit dem Bürgermeister. Dabei ging es zum Beispiel um Überlegungen für weitere Einfamilienhäuser, eine mögliche Dorfgastronomie, einen Veranstaltungssaal für den Ort – und im Optimum um Einkaufsmöglichkeiten. Worum es aber zu keinem Zeitpunkt ging: Ferienhäuser“, so Udo Chistée.

 

Initiative gegen weitere, aber gar nicht geplante, Ferienobjekte in Größenordnungen

Gelbe Kreuze als kleines Protestzeichen – wirken auch wie eine Kunstinstallation. | Foto: privat

Noch ehe man diesen Fehler aber gerade rücken konnte, rollte eine Lawine des Widerstands über das Dorf. Schnell allerdings zeigte sich zudem, dass vor allem auch einige auswärtige Personen zusätzliche Negativstimmung verbreiteten und die Menschen aufheizen wollten. Und damit wurde eine Kommunikation nicht nur schwer, sondern vorerst unmöglich. „Die Beleidigungen und Unterstellungen reißen bis heute nicht ab“, so Udo Chistée, der gern in einer Einwohnerrunde für Klarheit gesorgt hätte. „Aber einerseits war das corona-bedingt nicht möglich. Und andererseits schienen so manche auch gar nicht an Aufklärung interessiert zu sein“. So „schmücken“ nun einige schmallattige, gelbe Holzkreuze als Zeichen des Protestes gegen Udo und Monika Chistée.

 

Investorenehepaar rückt Situation gerade und ist im Gespräch 

Beide hoffen nun darauf, dass sich diese Stimmung wieder legt. Denn auf verschiedenen Wegen haben sie ihren Teil getan, um den Fehler und das Missverständnis gerade zu rücken. Nach und nach scheint das auch zu gelingen. Wenn auch nicht so ganz öffentlich, so sprechen sie doch die einen oder anderen Dorfbewohner inzwischen an, fragen sachlich und hören sich Chistées Sichtweise an. „Es tut gut, doch schrittweise wieder mehr und mehr sachliche Gespräche führen zu können. Da war viel Fehlinformation im Spiel, die es aufzulösen gilt. Es ist total verständlich, dass die Menschen Sorge um ihr Dorf haben, und nicht einfach alles ungesehen mitmachen. Aber man muss dann auch zu Gesprächen bereit sein, und nicht nur durch Stimmungsmache Unfrieden säen, wie es einige wenige tun“.  Jetzt aber gelte es ohnehin erst einmal, „nur“ das Hotelprojekt zu Ende zu bringen. Ob es dann überhaupt noch zu weiteren Engagements der Chistées in Wendorf kommt, ist komplett offen.

 

Ein Glasdach soll den Innenhof erlebbar machen. | Foto: AMEDIA Hotel

Priorität hat weiter 4-Sterne-plus-Hotel in Schwerin

Priorität hingegen hat weiterhin, so Udo Chistée, das in der Friedrichstraße in Schwerin geplante 4-Sterne-plus-Hotel. Im, das Bild der gesamten Straße dominierenden, Gebäude der einstigen Staatsbank der DDR soll ein zentral gelegenes Hotelprojekt mit edlen Shops und Gastronomie im Erd- und Tresorgeschoss Realität werden (schwerin-lokal berichtete). „Über die Parkplatzthematik sprechen wir bereits, um Lösungen im Umfeld zu finden. Auch sind wir mit der Stadtverwaltung, Dem Denkmalschutz und auch der Domgemeinde in engen Gesprächen“, so Chistée. Ganz gelang es nicht, den durchaus ambitionierten Zeitplan auch umzusetzen. „Da hat sich die Corona-Situation als ein echtes Problem herausgestellt. Viel entscheidender aber ist, dass letzten Endes alle ein gutes Gefühl bei diesem Projekt haben, und gemeinsam an einem Strang ziehen. Eben dieses Gefühl vermitteln mir aktuell wirklich alle entsprechenden Gesprächspartner in Schwerin“, so Chistée.

 

Planungen etwas verzögert, aber klar in der Zielrichtung

In der ehemaligen Kassenhalle der früheren Staatsbank in Schwerin sollen in einer Verbindung aus Historie und Moderne Geschäfte und die Rezeption entstehen. | Foto: schwerin-lokal

Ein wenig Ruhe wird noch vorherrschen in der Friedrichstraße, bevor dann in einigen Monaten, nach Erhalt der Baugenehmigung, der wirkliche Baustart erfolgen kann. 2023 als Eröffnungsjahr ist nun im Fokus des engagierten Investors. Wer vielleicht vorab schon einmal einen kleinen Eindruck davon bekommen möchte, ob und dass Udo Chistée historisch sensible Sanierungen nicht nur verspricht, sondern auch hält, der kann ja – wenn Hotel und Gastronomie hoffentlich bald wieder geöffnet sind – durchaus einmal nach Wendorf fahren, und sich selbst überzeugen. Dann lohnt auch ein Spaziergang über das Schlossgelände und durch das Dorf mit seinen dorftypischen Gebäuden und den modernen Chalets. Und zum Abschluss vielleicht noch ein Kaffee, ein Stück Kuchen oder auch ein Abendessen auf der Sonnenterrasse des „Cheval Blanc“.

 

 

Written By
Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher und Textkorrektor sowie als Berater in verschiedenen Projekten. In einem Schweriner Ortsbeirat ist er zudem ehrenamtlich als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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