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Man müsste mal mit Oliver Hübner

Es sind die verlassenen und dunklen Orte, die es ihm angetan haben. Dort zieht es Oliver Hübner hin. Angefangen hat es mit „Geocaching“, einer Leidenschaft, die manche als moderne Schnitzeljagd

  • Veröffentlicht Dezember 11, 2023

Es sind die verlassenen und dunklen Orte, die es ihm angetan haben. Dort zieht es Oliver Hübner hin. Angefangen hat es mit „Geocaching“, einer Leidenschaft, die manche als moderne Schnitzeljagd abtun. Abgeleitet ist der Begriff von altgriechisch γῆ gē „Erde“ und englisch cache „Versteck, geheimes Lager“.

 

Oliver Hübner zu Gast beim Podcast "Man müsste Mal" | Grafik: Claus Oellerking
Oliver Hübner zu Gast beim Podcast „Man müsste mal“ | Grafik: Claus Oellerking

 

Es ist eine Art Schatzsuche. Die Verstecke der „Schätze“ werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden.

„Als ich damit begann, waren wir auch mal an Orten unterwegs, in baufälligen Ruinen, in Kellern und Wäldern, die heute zum Teil nicht mehr zugänglich sind. Das war schon aufregend und dabei bin ich auf den Geschmack gekommen“, sagt Oliver Hübner und erinnert sich: „Es war irgendwann in den späten Nuller-Jahren, 2007 oder 2008. Mit Gleichgesinnten streifte ich durch die Wälder um Schwerin. Gasmasken der Roten Armee in verlassenen Bunkern, kriechen durch Tunnelanlagen auf zugewachsenen Schießplätzen, in leere Öltanks herabsteigen, auf brüchigen Leitern die Galerieebene verlassener Lagerhallen erklimmen. Sogar das Wrack eines gestrandeten Betonschiffs vor der mecklenburgischen Küste habe ich erkundet.“

Heute heißt das Urbex – Urban exploration – oder auch Lost Places entdecken. Und Hübner stellt klar: „Inzwischen mache ich das nicht mehr auf diese Weise, aber damals habe ich eine Reihe toller Orte in Mecklenburg und Vorpommern entdeckt, die heute auch in meinen Büchern dargestellt sind.“

„Lost & Dark Places – 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte in Mecklenburg“ ist sein erster Band in der Reihe, die im Bruckmann-Verlag erscheint. Als das Buch mit vielen Informationen und tollen Bildern im Herbst 2022 erscheint, ist Hübner schon wieder unterwegs, dieses Mal in Vorpommern.

„Ich besuchte Orte im Nordosten, auf Rügen, Usedom und dem Hinterland Vorpommerns. Auch dort gab wieder einiges zu entdecken: Klostermauern in Eldena, an der Peene und bei Anklam, die Heeresversuchsanstalt auf Usedom, ein niemals fertig gestelltes Ostseebad der Nationalsozialisten auf Rügen, Guts- und Herrenhäuser, Wasserburgen, Festungen. Zwischen Fischland und dem Stettiner Haff machte ich einige überraschende und auch schaurige Entdeckungen“, beschreibt er seine Eindrücke auf seiner Internetseite zu „33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte in Vorpommern und Rügen“.

Eigentlich ist Oliver Hübner Diplom-Physiker und hat einen festen Job als IT-ler. Beruflich zog er 2004 nach Schwerin, machte Pressearbeit für ein Filmfestival und schrieb Kolumnen für ein Wochenblatt. 2013 kehrte er ins Ruhrgebiet zurück, gründete dort die Agentur Blogwerk und begann sein deutsch-niederländisches Blog speciaal.

Das Herz des Autors und Bloggers hängt aber nach wie vor an Mecklenburg-Vorpommern und in unserem Podcast legt er offen, wo er unterwegs war und wie er heute an den verlassenen und dunklen Orten agiert. Er verrät auch, wo die „Dark& Lost Places“ seines dritten Buches liegen.

Wer das alles und noch das eine oder andere mehr über Oliver Hübner wissen möchte, hört einfach mal rein … in den Podcast „Man müsste mal …“ mit Andreas Lußky und Claus Oellerking.

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Redaktion

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