Nach Schneechaos: Bilanz des Einsatzes

Ganz unvorbereitet traf das Schneechaos die Schwerinerinnen und Schweriner gestern nicht. Der Winterdienst der Stadt stand nach dem Versagen im vergangene Jahr diesmal unter besonderer Beobachtung. Von Stefan Rochow

So wie dieses Fahrzeug, waren gestern zehn weitere Autos des SDS für den Winterdienst im Einsatz. Foto: SDS

 

Vor wenigen Wochen hatten die  Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, kurz SDS, ihr neues Winterdienstkonzept der Öffentlichkeit vorgestellt. In gut zwei Wochen soll es in der Schweriner Stadtvertretung diskutiert werden. Die Bewährungsprobe kam nun aber schon früher. Gestern hatte der Schnee auch die Landeshauptstadt fest im Griff. Fast ganztägig fiel Schnee und die meisten Straßen waren relativ schnell zugeschneit. Mit beginnendem Schneefall waren dann auch sofort 11 Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes im Einsatz. Alle verfügbaren Kräfte wurden hier mobilisiert und sagten dem Schneechaos den Kampf an. An den Steigungen, wie beispielsweise dem Plater Berg, der Neumühler Straße und dem Fliederberg kam es aber trotzdem zu Problemen, obwohl die Fahrfläche frühzeitig mit Granulat abgestumpft worden war. 

 

Ampelausfälle und Verspätungen im Nahverkehr

 

 

Auch beim Nahverkehr führte der Wintereinbruch zu Verspätungen. Betroffen waren hier vor allem die Buslinien 14 und 16. Bei den Straßenbahnen hingegen, habe es keine Verspätungen gegeben, heißt es seitens des NVS. 

Mit Problemen hatte auch das Verkehrsmanagement gestern zu kämpfen. Durch mehrere kleinere Stromschwankungen und -ausfälle im Stadtgebiet kam es zu Störungen an zahlreichen Ampelanlagen. Die Ampeln wurden danach automatisch neu gestartet. Das städtischen Verkehrsmanagement und beauftragte Firmen waren anschließend vor Ort unterwegs, um Ampeln zu prüfen, die nicht automatisch hochgefahren  sind. Diese wurden manuell neu gestartet.

Der Waldfriedhof musste gestern gesperrt werden. Durch die Schneelast  besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen und Fußgänger verletzt werden können“, sagte Stadtsprecherin Michaele Christen. Auf dem Waldfriedhof konnte der Weg zur Friedhofsverwaltung weiterhin genutzt werden. Heute soll überprüft werden, ob die Sperrung aufrechterhalten oder aufgehoben wird. 

 

Die meisten Autofahrer verhielten sich wetterangepaßt

 

Die Polizei Schwerin lobt heute die Verkehrsteilnehmer in der Landeshauptstadt. Die meisten Autofahrer hätten sich vorbildlich auf die Situation eingestellt. Insgesamt mussten nur sieben Verkehrsunfälle aufgenommen, deren Ursache auf die Witterung zurückzuführen ist.

Dabei blieb es glücklicherweise in allen Fällen bei Sachschaden. Der schwerste Unfall ereignete sich auf der Landstraße in Richtung Pingelshagen, hier überschlug sich nach einem Überholmanöver ein Pkw, die Insassen blieben zum Glück unverletzt. Am Vormittag landete Höhe Stern-Buchholz ein Lkw nach einem Bremsmanöver im Straßengraben, hier kam es zu leichten Verkehrsbehinderungen.

Kopfschütteln bei den Beamten löste ein Verkehrsunfall zur Mittagszeit in der Gerhart-Hauptmann-Straße aus. Ein volltrunkener Mazda-Fahrer rammte ein parkendes Fahrzeug und flüchtete anschließend. Durch Mithilfe von Zeugen konnte der 26-jährige Fahrzeugführer in der Voßstraße gestellt werden. Bei den nun folgenden Maßnahmen beleidigte und bespuckte der Mann die eingesetzten Polizeibeamten. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,47 Promille, eine gültige Fahrerlaubnis besitzt er auch nicht.

Da gegen den Unfallverursacher ein offener Haftbefehl vorlag, wurde dieser im Anschluss in die JVA Bützow gebracht. Durch diesen Einsatz wurden zwei Streifenwagen über einen längeren Zeitraum gebunden, die dringend in anderen Einsatzsituationen am gestrigen Tag gebraucht wurden. Gegen den 26-jährigen Schweriner wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

 

Winterdienst unterschiedlich bewertet

 

Die Leistung des Winterdienstes wurde in den sozialen Netzwerken allerdings unterschiedlich bewertet. „Viele Schweriner melden, dass der Winterdienst leider wieder eine Katastrophe ist.“, schreibt UB-Fraktionsvorsitzender, Silvio Horn auf seiner Facebook-Seite. Insbesondere für die glatten Steigungen gestern hat der Stadtvertreter wenig Verständnis. „Es war angekündigt, dass der Schnee kommt. Meines Erachtens muss man vorausschauend agieren und zum Beispiel Steigungen vor Einsetzen des Schneefalls abstumpfen oder vorsorglich absalzen.“, schreibt Horn weiter. 

Andere Schweriner hingegen loben den Winterdienst, den sie dieses Mal stark im Stadtgebiet wahrgenommen hätten. Das die Straßen, vor allem während des Schneefalls kaum freizumachen sind, dass müsse auch den Kritikern einleuchten. 

Der Winterdienst der Stadt war letztes Jahr massiv in die Kritik geraten, nachdem die Räumung von Straßen nur mangelhaft durchgeführt wurde. Damals wurde immer wieder von einem „Totalversagen“ der Landeshauptstadt gesprochen. 

 

 

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