Plant der Nahverkehr Preiserhöhungen?

Kommt im Herbst eine Fahrpreiserhöhung im Nahverkehr? Das behauptete zumindest vor einigen Tagen die ASK in einem Artikel. Tatsächlich arbeitet der NVS im Moment an Veränderungen.

Die Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) veröffentlichte vor zwei Tagen einen Artikel in dem behauptet wird, dass ab Herbst 2019 die Fahrpreise des Nahverkehr Schwerin (NVS) erhöht werden. In dem Artikel beruft sich die Wählergemeinschaft auf die Aussagen des ehemaligen Kommunalpolitikers der LINKEN, Dirk Rosehr. 

Bis Mai 2019 war Dirk Rosehr für die LINKE Stadtvertreter. Nachdem ihm bei der Wahl am 26. Mai der Sprung in das Stadtparlament nicht mehr gelang, verließ er seine Partei. Rosehr wechselte zur ASK. 

 

NVS arbeitet an einer Tarifreform

 

Im Zusammenhang mit möglichen Preiserhöhungen im Nahverkehr gibt Rosehr nun an, dass bei den meisten damaligen Stadtvertretern der LINKEN bekannt war, dass eine Fahrpreiserhöhung geplant ist.  „Meiner damaligen Fraktion war schon deutlich vor den vergangenen Kommunalwahlen bekannt, dass der Nahverkehr in Rücksprache mit wichtigen Protagonisten aus Verwaltung und Politik vor hat die Fahrpreise beim Nahverkehr Schwerin anzupassen.“, so Rosehr. 

Auf Anfrage der Redaktion bestätigt NVS-Geschäftsführer, Wilfried Eisenberg, dass sein Unternehmen im Moment an einer Tarifreform arbeitet. „Eine Tarifreform betrachtet und entwickelt einzelne Fahrschein- und Tarifsegmente , beziehungsweise entwickelt sie weiter.“, so Eisenberg. Dabei würden Nutzungsdaten, wie zum Beispiel Fahrtenhäufigkeiten, Nutzergruppen, gesellschaftliche Trends (zum Beispiel Fahrrad- und E-Rollermitnahme), Industrieansiedlungen, demografische Entwicklungen, Studentenanzahl, Quelle-Zielbeziehungen, Inflationsdaten, Teuerungen (z. B. Strom, Diesel) und andere Dinge berücksichtigt. Diese Faktoren werden dann mit einem Preis versehen. 

 

Kommt das 365-Euro-Ticket?

 

Eine Tarifanpassung müsste dann aber im Aufsichtsrat des NVS beschlossen werden. Ziel sei es, die Tarifreform im kommenden Jahr umzusetzen. „Eine Tarifreform ist keine grundsätzliche Fahrpreiserhöhung.“, betont NVS-Geschäftsführer Eisenberg. Ausschließen möchte Eisenberg eine Preiserhöhung offenbar in einzelnen Segmenten nicht. 

Im vergangenen Jahr hatte Wilfried Eisenberg schon einmal ein 365 Euro-Ticket ins Spiel gebracht. Hierzu benötige es nach Angaben des NVS-Geschäftsführers allerdings mehr Abonnenten von Jahreskarten als die bisherigen 2.500. Im Rahmen der Tarifanpassung könnte dieses Vorhaben nun umgesetzt werden. 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.