Schlossgarten Schwerin: Ast stürzt auf Getränkewagen – 29 Menschen verletzt

Gestern Abend ist während einer Veranstaltung auf dem Gelände der Schweriner Freilichtbühne ein baumgroßer Ast einer Buche auf einen Getränkewagen gefallen. 29 Menschen wurden verletzt, sechs davon schwer.

Rettungskräfte vor Ort.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Schwerin-Mitte

Eigentlich sollte es gestern Abend eine ausgelassene Party werden. Gut 1.000 Besucher wollten an der Freilichtbühne musikalisch die 90-er und 2000-er Jahre aufleben lassen. Gegen 19:35 Uhr war dann alles vorbei – unvermittelt stürzte der dicke Ast einer Buche auf einen Getränkewagen. Genau zu einem Zeitpunkt, als sich viele Menschen am Getränkewagen angestellt hatten, da sie sich das erste Getränk des Abends kaufen wollten. Durch den herabfallenden Ast wurden insgesamt 29 Menschen verletzt. Sechs Personen davon, nach Angaben der Rettungskräfte, schwer. 

Augenzeugen berichteten gegenüber unserer Redaktion von Menschen,  die infolge des Astaufschlags auf den Bierwagen, eingeklemmt gewesen seien. 

In der Rettungsleitstelle wird sofort Stadtalarm ausgelöst. Das heißt in diesem Moment: Die Berufsfeuerwehr und alle in Schwerin verfügbaren Freiwilligen Feuerwehren rücken aus. Dazu Notärzte, Rettungssanitäter und Polizei. In kurzer Zeit sind mehr als 70 Einsatzkräfte vor Ort. 

 

Veranstaltung sofort abgebrochen

 

Die Veranstalter drehen nach dem Unfall die Musik sofort ab. Die Veranstaltung wird abgebrochen und die Gäste werden gebeten, das Gelände zu verlassen. Eine ursprünglich im Anschluss in der Disko ZENIT geplante Party wurde auch sofort abgesagt. Nach Feiern war nach diesem Vorfall niemandem mehr zumute. 

Blick auf den Getränkewagen. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Schlossgarten

Da nicht alle Verletzten in den Schweriner Helios Kliniken versorgt werden konnten, entschied man in Absprache mit der Klinik, nur die Schwerverletzten in das Klinikum zu bringen. Die anderen Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser Wismar, Ludwigslust, Crivitz und Hagenow verteilt. 

Das gestern eine zügige Hilfe stattfinden konnte, lag auch daran, dass im Publikum mehrere Krankenschwestern und Feuerwehrmänner waren. Diese haben schnell entsprechende Ersthelfer-Maßnahmen einleiten können. 

Während den Verletzten geholfen wurde, räumte die Polizei das Gelände. Nach Angaben der Rettungsleitung sei das schnell und unkompliziert gelaufen. Immer wieder seien den Polizisten Menschen mit Schrammen und Schocksymptome begegnet. Einige sassen einfach nur da und weinten. Auch hier wurden Menschen in das Krankenhaus gebracht. 

 

Ursachenforschung läuft noch

 

Einen Tag nach dem Unglück fragen sich immer noch viele Menschen, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass der Ast abbrach? Dazu kann im Moment nur spekuliert werden. Noch dauert die Ursachenforschung an. Laut Aussagen des zuständige Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Ordnung der Landeshauptstadt, Bernd Nottebaum (CDU) gegenüber der OZ, habe Kongresshallen-Geschäftsführerin Petra Blunk bereits am Abend betont, dass die Bäume ringsherum regelmäßig kontrolliert worden seien. Die betroffene Buche sei unauffällig gewesen. Die C&M Concert und Management GmbH, die auch die Kongresshalle betreibt, ist ebenfalls Betreiberin der Freilichtbühne. An diesem Abend wurde die Bühne  aber an eine Eventagentur vermietet, die Veranstalter der 90-er Jahre – Party gewesen ist. 

Vermutet wird im Moment, dass der Ast infolge eines Windstoßes heruntergefallen sein könnte. Mehrere Zeugen des Vorfalls haben aber schon in den sozialen Netzwerken geschrieben, dass nach ihrem subjektiven Empfinden zum Zeitpunkt des Unglücks kein Windstoß zu verspüren gewesen sei. 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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