Schwerin: CDU-Spitzenkandidat für Hochschulstandort Schwerin

Den bisherigen Landesregierungen - auch denen aus SPD und CDU - fiel es in der Regel erkennbar schwer, die Begriffe "Hochschulstandort" und "Schwerin" in einem positiven Zusammenhang über die Lippen zu bekommen. Vielmehr erlebten diejenigen, die Schwerin auch in diesem Bereich deutlich stärken wollen, oftmals eine Mischung aus Verweigerung und Ablehnung.Nun allerdings kommt Bewegung in das Thema. Nicht nur, dass sich in Schwerin eine breite Allianz gebildet hat, die Schwerin als Hochschulstandort nachhaltig stärken und etablieren möchte. Auch aus der Spitzenpolitik des Landes kommt Unterstützung. So spricht sich der Spitzenkandidat der CDU, Michael Sack, für einen Hochschulstandort Schwerin auch mit staatlichen Hochschulstrukturen aus.

In die Frage, ob Schwerin nachhaltig auch Hochschulstandort wird, kommt neue Bewegung. | Foto: Moderner Hösaal (Ideen-Modell)

Schon seit vielen Jahren ist die Landeshauptstadt Schwerin Hochschulstandort. Sie bewegt sich dabei aber leider aber noch viel zu oft viel zu deutlich unter dem Radar. Denn in der Stadt mit dem wohl schönsten Märchenschloss Deutschlands, den zahlreichen Seen, der historischen Altstadt und dem vielen Grün – also optimalen Bedingungen für ein auch „schönes Studium“ – gab und gibt es bislang „nur“ kleine private Hochschulstrukturen. Einen doch deutlicheren Schritt in Richtung Wahrnehmen dürfte das bevorstehende Engagement der Medical School Hamburg mit sich bringen. Durch sie sollen, schon in Kürze startend, schrittweise um die 500 privaten Medizin-Studierenden nach Schwerin kommen.

Zwei Dinge aber fehlen bisher: Obwohl Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) aus Schwerin kommt, sperrt sich das Land seit Jahren konsequent, die eigene Landeshauptstadt als Hochschulstandort anzusehen, anzuerkennen und vor allem auch nachhaltig zu stärken. Und es fehlt an einer auch staatlichen Hochschulstruktur, die das zuvor benannte Problem erledigen würde. Zudem könnte eine staatliche Struktur vermutlich auch eine stabil größere Anzahl an Studierenden nach Schwerin ziehen. 

 

Inzwischen kämpft breite Allianz für Hochschulstandort Schwerin

Schon seit Jahren kämpfen verschiedenste Einzelpersonen aber auch Institutionen darum, Schwerin zu einem nachhaltig anerkannten Hochschulstandort im Nordosten Deutschlands zu entwickeln. Allem voran der Verein der Förderer von Hochschulen in Schwerin. Inzwischen sind dessen Bemühungen auf breiten Nährboden. Denn eine breite Allianz von Unternehmen, Vereinen, Verbänden, Privatpersonen – allem voran die Industrie- und Handelskammer – setzen sich inzwischen kraftvoll für eine Stärkung Schwerins als Wissenschafts- und Hochschulstandort eben auch durch die Ansiedlung staatlicher Hochschulstrukturen ein. Dabei liegt die Betonung stets darauf, Schwerin in die Hochschulstrukturen des Landes einzubinden. Es gehe keinesfalls darum, anderen Standorten etwas wegzunehmen. Vielmehr sind vollkommen neue, zukunftsorientierte Studiengänge im Gespräch sowie auch solche, die es so im Land noch nicht gibt. Immer wieder kommt dabei die Möglichkeit einer Außenstelle der Hochschule Wismar ins Gespräch. Damit entstünde nicht noch eine komplett neue Struktur. Vielmehr könnte man auf bestehende Strukturen aufbauen. 

 

Studierende können Schwerin neue Impulse für die Zukunft bringen

Vom Land allerdings, regiert von einer Koalition aus SPD und CDU, kam in den vergangene Jahren im optimalsten Fall nur ein verhaltenes Schweigen. Irgendetwas schienen vor allem  die führenden Politikerinnen und Politiker gegen eine Ansiedlung von Hochschul- und in der Folge auch Wissenschaftsstrukturen in Schwerin zu haben. Vielleicht fürchtet man sich, die Gemütlichkeit und Ruhe aufgeben zu müssen, in der sich so mancher scheinbar gut eingerichtet hat. Dabei würden Studierende vermutlich mit dazu verhelfen, Schwerin aus einem immer wieder spürbaren Dornröschenschlaf zu wecken.

Junge Menschen sind dabei kein Allheilmittel. Eine ausreichend große Zahl aber belebt die Stadt zusätzlich, bringt neue Impulse und dürfte bestehende Strukturen zerbrechen und neue entwickeln helfen. Eine riesengroße Chance also für die Landeshauptstadt. Denn nicht zuletzt bringen junge Menschen nicht nur zusätzliche Kaufkraft in die Stadt. Sie sind vielmehr auch ein in anderen Studentenstädten nicht zu vernachlässigender Faktor in der Besetzung offener Arbeitsplätze gerade in Bereichen wie beispielsweise der Gastronomie. Zudem sind sie die Fachkräfte der Zukunft und somit Garanten der nachhaltigen Entwicklung eines Wirtschaftsstandortes.

 

CDU-Spitzenkandidat bekennt sich klar zu Hochschulstandort Schwerin

Die große Bedeutung entsprechender Impulse für die Landeshauptstadt aber auch eines zukunftsorientierten Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Schwerin als integrativer Bestandteil der Hochschullandschaft von Mecklenburg-Vorpommern – scheint nun allerdings doch die Landespolitik zu erreichen. Zumindest bekannte sich der CDU-Spitzenkandidat in der bevorstehenden Landtagswahl, Michael Sack, in dieser Woche klar zu einem Hochschulstandort Schwerin, wie unter anderem DIE ZEIT gestern berichtete. In verschiedenen Gesprächen unter anderem mit Wirtschaftsvertretern sei wiederholt das Fehlen entsprechender akademischer Ausbildungen in Schwerin als Problem dargestellt worden. „Deswegen muss am Standort Schwerin die Akademisierung in entscheidenden Berufsfeldern vorangetrieben werden“, so Michael Sack laut DIE ZEIT. Er kann sich beispielsweise vorstellen, die zentrale Weiterbildungsstelle für Lehrkräfte in eine solche Hochschule zu integrieren. Allein staatliches Engagement allerdings schwebt Michael Sack mit Blick auf einen zukunftsorientierten Hochschulstandort Schwerin nicht vor. So müsse sich die nächste Landesregierung auch um privatrechtliche Hochschulansiedlungen in Schwerin kümmern“.  

 

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