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Schwerin: Die erste Platte hob pünktlich ab

Seit der Wiedervere­ini­gung hat sich das Bild des dama­li­gen Neubauge­bi­etes Großer Dreesch – heute die Stadt­teile Dreesch, Neu Zip­pen­dorf und Mueßer Holz – schon deut­lich gewan­delt. Zwar dominiert noch immer

  • Veröffentlicht August 7, 2021
Die erste Dach­plat­te des Fün­fgeschossers in der Pankow­er Straße 3 schwebte aus 15 Metern Höhe nach unten. | Foto: max­press

Seit der Wiedervere­ini­gung hat sich das Bild des dama­li­gen Neubauge­bi­etes Großer Dreesch – heute die Stadt­teile Dreesch, Neu Zip­pen­dorf und Mueßer Holz – schon deut­lich gewan­delt. Zwar dominiert noch immer die eher monot­o­ne Plat­ten­bauar­chitek­tur der ein­sti­gen DDR. Aber ein­er­seits ist auch nicht jed­er aktuelle Neubau ansehn­lich­er, und ander­er­seits haben städtis­che Woh­nungs­ge­sellschaft, Genossen­schaften und viele Pri­vateigen­tümer viel Geld investiert, um „die Plat­te” zu sanieren und zu mod­ernisieren, sowie ihr auch ein – stel­len­weise so gar sehr deut­lich erkennbares – neues Antlitz zu ver­lei­hen. Zudem sind die oft­mals sehr eng ste­hen­den Gebäude durch punk­tuelle Abrisse heute attrak­tiv­er, und auch manch nicht mehr wirtschaftlich sanier­bares Hochhaus ver­schwand. 

 

Ein Abriss auf dem Weg zu einem neuen Stadtteil

Der Wan­del ist aber noch nicht abgeschlossen. Im Gegen­teil, er ist erst mit­ten­drin. Und so entste­hen weit­er­hin viele neue Ideen, die die Attrak­tiv­ität der heute drei Stadt­teile steigern sollen. Dazu gehört in diesem Zusam­men­hang aber auch der weit­ere Abriss einzel­ner Objek­te. „Der Abriss ist der notwendi­ge Schritt, um dem Leer­stand und den damit ver­bun­de­nen Kosten ent­ge­gen­zuwirken und gle­ichzeit­ig an dieser Stelle Platz zu schaf­fen. Platz, für neue Ideen und Konzepte, die für den Stadt­teil Neu Zip­pen­dorf einen nach­halti­gen Wan­del erzie­len“, sagt WGS-Geschäfts­führer Thomas Köchig. Der Wohnkom­plex in der Pankow­er und Magde­burg­er Straße ist Teil des Großbaupro­jek­tes „Neue Mitte – Neu Zip­pen­dorf“. An dieser Stelle ist in den näch­sten Jahren die Umset­zung ein­er Neube­bau­ung speziell für junge Fam­i­lien vorge­se­hen.

 

Schwere Technik nimmt Häuser auseinander

Jede Beton­plat­te wird einzeln an den freigelegten Anschlagösen einge­hängt. Erst dann geht’s nach unten. | Foto: max­press

Dafür aber gilt es nun erst ein­mal, das Ver­gan­gene zu beseit­i­gen. Um Punkt 10 Uhr ging es damit am ver­gan­genen Mon­tag los: Die erste Dach­plat­te des Fün­fgeschossers in der Pankow­er Straße 3 schwebte aus 15 Metern Höhe nach unten. Das war der Start für den Rück­bau gle­ich mehrerer Wohn­blöcke. Konkret in der Pankow­er Straße 1 sowie 3–21 und der Magde­burg­er Straße 3–10. Ein 100 Ton­nen schw­er­er Mobilkran sowie ein Hydraulik-Bag­ger wer­den in den näch­sten Monat­en ihr Werk ver­richt­en und die aus dem Jahr 1977 stam­menden Gebäude voll­ständig abbrechen.

 

Der Rück­bau erfol­gt dabei in zwei Abschnit­ten. Zunächst wer­den durch den Mobilkran sämtliche Dach­plat­ten abge­tra­gen. Dabei wird jede Beton­plat­te einzeln an den freigelegten Anschlagösen einge­hängt, durch den Kran her­aus­ge­hoben und nach unten befördert. Nach erfol­gter Schad­stoff­sanierung begin­nen im Sep­tem­ber Hydraulik-Bag­ger damit, die weit­ere Bausub­stanz abzubrechen. Die ins­ge­samt 28.000 Ton­nen Bauschutt wer­den par­al­lel dazu in mehreren Touren nach und nach abtrans­portiert.

 

Ende Januar 2022 sind die Fünfgeschosser Geschichte

Während in der Pankow­er Straße bere­its der Mobilkran zum Ein­satz kommt und der Abriss damit deut­lich erkennbar ist, find­en in der Magde­burg­er Straße noch Entk­er­nungsar­beit­en statt. Dabei ent­fer­nen Fachkräfte beispiel­sweise sämtliche Mate­ri­alien aus den Gebäu­den. Ins­ge­samt wer­den beispiel­sweise 1.620 Türen, 1.503 Fen­ster und rund 9.700 m² Boden­be­lag aus dem gesamten Wohnkom­plex her­ausgenom­men. Läuft alles nach Plan, dürfte schon Ende Jan­u­ar näch­sten Jahres von den vier Fün­fgeschossern nichts mehr zu sehen sein.

  • Stephan Haring

    Stephan Har­ing ist freier Mitar­beit­er unser­er dig­i­tal­en Tageszeitung. Er hat ein Bach­e­lor-Studi­um der Kom­mu­nika­tion­swis­senschaften an der Uni­ver­sität Erfurt mit den Neben­fäch­ern Sozial­wis­senschaften & Poli­tik absolviert. Im Nach­hinein arbeit­ete er in lei­t­en­den Funk­tio­nen der Presse- & Öffentlichkeit­sar­beit, im Leitungs­bere­ich eines Unternehmens sowie als Rek­tor ein­er pri­vat geführten Hochschule. Zudem entwick­elte, organ­isierte und real­isierte er mit der durch ihn entwick­el­ten LOOK ein Fash­ion­event in Schw­erin. Heute arbeit­et er freiberu­flich als Tex­ter, Press­esprech­er und Tex­tko­r­rek­tor sowie als Berater in ver­schiede­nen Pro­jek­ten. In einem Schw­er­iner Orts­beirat ist er zudem ehre­namtlich als Vor­sitzen­der kom­mu­nalpoli­tisch aktiv.

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