Schwerin: Impfen ohne Termin nun auch im Zentrum möglich

Es führt kein Weg daran vorbei: Deutschland muss sich impfen lassen. In Schwerin hat sich gezeigt, dass die Bereitschaft dafür durchaus groß ist. Daher ermöglicht die Landeshauptstadt nun freitags an zwei Standorten offene Impfaktionen ohne Termin. Neben der Sport- und Kongresshalle gibt es die Pieks auch im Zentrum

Jetzt in Schwerin impfen lassen! | Foto: Pete Linforth

Inzwischen ist es keine Frage mehr: Der Weg aus der Corona-Pandemie führt nur über die Impfung möglichst vieler Menschen in Deutschland. Natürlich können sich auch Geimpfte mit dem Virus infizieren. Aber auch hier gibt es inzwischen ausreichend Erfahrungen, die belegen, dass die Verläufe in einer deutlich größeren Zahl als bei Ungeimpften leicht sind. Krankenhauseinweisungen sind deutlich seltener, schwere Verläufe auf Intensivstationen ebenso. Es bleibt somit ein Restrisiko, das aber weit unterhalb der Schwelle der Ungeimpften liegt. Da alles Bitten und Flehen der Politik bislang nicht half, die Impfquote nachhaltig in den erforderlich hohen Bereich zu bringen, hat der zukünftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nun ein Gesetzgebungsverfahren für eine allgemeine Impfpflicht angekündigt. Deutlicher als man es von ihm gewohnt ist, da er in der letzten Zeit eher den Profi im Sich-Nicht-Festlegen gab, sprach sich Scholz am Dienstag für diesen Weg aus.

Trotz drohender vierter Welle wurde Impf-Infrastruktur heruntergefahren

Ein Problem dabei ist allerdings, dass aktuell nicht nur die Test-Infrastruktur in Deutschland lückenhaft bis mangelhaft ist. Gleiches gilt auch noch für die Impf-Infrastruktur. Denn Erst Ende September schlossen die Impfzentren bundesweit. Unter anderem, da die finanzielle Unterstützung seitens des Bundes auslief. Wissend bereits zu diesem Zeitpunkt, dass eine vierte Corona-Welle bereits im Anrollen war. Wissend darum, dass man noch Millionen Menschen zur Erstimpfung bewegen muss. Und auch wissend darum, dass noch mehr Millionen Menschen in Deutschland nun die Booster-Impfung benötigen. All dies war zweifelsfrei der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik wie auch -verwaltung absolut bewusst. Selbst wer Augen und Ohren versuchte verschlossen zu halten, musste diese Situation vernommen haben.

 

Zentrale Terminvergabe über Hotline in M-V wieder möglich

Mecklenburg-Vorpommern ging in diesem wohl unsinnigsten Schließ-Zirkus einen etwas anderen Weg. Hier wandelte man die Impfzentren in Impfstützpunkte um. Deutlich kleiner und meist als Stützpunkte für mobile Impfteams gedacht. Aber man schloss die Infrastruktur eben nicht ganz. Nicht ganz zu Unrecht weist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) häufiger auf diesen individuellen Weg des Landes hin, der nun das Hochfahren der Impfstützpunkte organisatorisch erleichtert. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, das verschweigt die Ministerpräsidentin gern, dass das Land dafür Ende Oktober die zentrale Hotline zur Vergabe von Impfterminen abschaltete. Zu einem Zeitpunkt also, als die gerade beschriebene Situation noch viel deutlicher war, und Jeder und Jedem hat klar sein müssen, dass kurzfristig Impfkapazität in hohem Maße benötigt würde, war mit der zentralen Terminvergabe in M-V Schluss.

Erst seit Beginn der vergangenen Woche gibt es diese Hotline wieder. Erreichbar ist sie unter 0385 / 202 71 115. Oder richtiger ausgedrückt ist das die Rufnummer. Denn um dort jemanden zu erreichen und den gewünschten Termin zu vereinbaren, bedarf es, wie bereits vor einem Jahr, viel Geduld und meist diverser Versuche.

 

Offene Impfaktion nun freitags auch am Schlossparkcenter

Wer dabei in Schwerin einen Termin ergattert, kann diesen dann im Impfzentrum in der Sport- und Kongresshalle wahrnehmen. Allerdings möchte die Stadt zumindest die Chance geben, auch ohne Termin die gewünschte Impfung zu erhalten. Daher bietet die Stadt freitags von 12 bis 19 Uhr am Standort Sport- und Kongresshalle eine offene Impfaktion an. Zuletzt waren die Schlangen dabei sehr lang, so dass man nun die Kapazität durch einen zweiten Standort im Zentrum erhöht.

Ab Freitag, 3. Dezember, steht eine weitere Impfstation in den Räumen des ehemaligen SpieleMaxx am Seiteneingang des Schlossparkcenters in der Wittenburger Straße zur Verfügung. Auch hier bietet die Stadt Schwerin nun freitags zwischen 12 und 19 Uhr terminfreie Impfmöglichkeiten an. An beiden Standorten werden dabei aktuell grundsätzlich die Impfstoffe von Moderna und BionTech verimpft. Da man an die Zulieferungen gebunden ist, kann es sein, dass zeitweise einer der beiden Impfstoffe nicht verfügbar ist. Weil es sich aber in beiden Fällen um hochwirksame mRNA-Produkte handelt, können die Impfungen dennoch erfolgen. Für Auffrischimpfungen bei über 30-Jährige kommt grundsätzlich der Impfstoff Moderna zum Einsatz. Die Impfstoffe von Astra-Zeneca und Johnson&Johnson werden nicht angeboten. Zum Start des zweiten Standorts wird auch Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier am 3. Dezember ab 12 Uhr eine Impfschicht übernehmen.

Die Auffrischimpfung ist dabei frühestens 6 Monate nach der vollständigen Immunisierung (also der nach der zweiten Impfung) möglich. Eine Ausnahme bilden die Einmalimpfung mit Johnson&Johnson und die Boosterung von schwer immundefizienten Personen Hier erfolgt die Auffrischimpfung bereits früher.

 

Offene Impfaktionen für Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen in Schwerin

Impfstützpunkt in der Sport- und Kongresshalle, Wittenburger Straße 118

immer freitags von 12.00 bis 19.00 Uhr
Impfstoff: Moderna (mRNA Impfstoff) + BionTech (mRNA Impfstoff)

Ehemaliger Spiele-Maxx am Seiteneingang des Schlosspark-Centers

immer freitags von 12.00 bis 19.00 Uhr
Impfstoff: Moderna (mRNA Impfstoff) + BionTech (mRNA Impfstoff)

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