Schwerin: Linke fordert Fokus auf Schulwegpläne

Vor Beginn des neuen Schuljahres legt die Fraktion "Die Partei.Die Linke" Schwerin den Finger in eine bekannte Wunde. Es fehlen Schulwegpläne in der Stadt.

Die „Nordlichter“ am Ziegelsee scheinen in der Erarbeitung eines Schulwegplans zu sein.

Wiederholt hatten die Fraktionen der Stadtvertretung Schwerin in der Vergangenheit gegenüber der Verwaltung die Thematik von Schulwegplänen für die Grundschulen der Stadt angesprochen. Dabei handelt es sich um eine zusammenfassende Darstellung von Gefahrenpunkten der Wege der jüngsten Schülerinnen und Schüler sowie weitergehende wichtige Informationen  dazu. In Zusammenhang mit einer diesbezüglichen Anfrage der Fraktion „Die Partei. Die Linke“ fordert diese nun nochmals alle Beteiligten – konkret aber die Stadt – zum handeln auf.

Schulwegpläne sollen Sicherheit der Jüngsten erhöhen

Die seitens der Kommunalpolitik nicht erst einmal eingeforderten und nachgefragten Pläne beinhalten dabei eine Vielzahl detaillierter Angaben. Darunter sind Empfehlungen bestimmter -weniger gefährlicher – Wege, Empfehlungen zur Nutzung einer konkreten Straßenseite, geeignete Überquerungsstellen, wichtige Verkehrszeichen und auch Hinweise zu aufgrund von gefahren zu meidenden Bereichen sowie eine Vielzahl weiterer für den Schulweg wichtiger Informationen. Die Entstehung dieser schulbezogenen Pläne erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit von Verkehrs-, Bau- und Planungsbehörden, den Schulen, Schulträgern und auch der Polizei. Idealerweise ist auch die Elternschaft in den Prozess eingebunden.

Verwaltung 2018: Auch Schulträger in der Pflicht

In einer Stellungnahme der Verwaltung zu einem entsprechenden Prüfauftrag zu diesem Thema hieß es 2018: „Die Erstellung von Schulwegplänen ist ein Instrumentarium, welches seitens der Schulen und des Schulträgers in enger Kommunikation mit den Eltern und Schülern initiiert werden muss. […] Dieser Plan ist unerlässlich, um sichere Schulwege aufzuzeigen, Routen zu empfehlen, Problemstellen zu markieren und Gefahrenstellen zu benennen, Lotsenstandorte festzulegen sowie allgemeine und konkrete Verhaltensempfehlungen und Hinweise zur Schulwegsicherheit zu geben.“ (Quelle: Bürgerinformationssystem Schwerin)

Foerster kritisiert wechselnde Antworten auf gleiche Frage

Wer anhand dieser an sich recht eindeutigen Aussage meint, es sei nur noch eine Frage kurzer Zeit, bis alle Schweriner Grundschulen über einen solchen Plan verfügen, sieht sich nun allerdings enttäuscht. „In der Vergangenheit wurden Nachfragen zu diesem Thema verwaltungsseitig unterschiedlich beantwortet. Die Spanne reichte von ‚sind bereits existent‘ bis ‚liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Schule‘.
Auch die neuerlichen Antworten der Verwaltung können nicht zufrieden stellen“, so Henning Foerster, Stadtvertreter und Fraktionsmitglied „Die Partei. Die Linke“ in Schwerin.  Bislang habe lediglich die Nils Stensen Schule einen solchen Schulwegplan. Das ist wenig rühmlich, bedenkt man, dass dies schon 2018 der Fall war. Laut Foerster haben zwischenzeitlich die Grundschule Schweriner Nordlichter, die John Brinckmann Schule und die Förderschule am Fernsehturm entsprechende Pläne zumindest angekündigt. Wie es um die Umsetzung steht, sei der Verwaltung jedoch nicht bekannt.

Fraktion hinterfragt, wer Koordinierung übernimmt

„Hohe Priorität scheint das Thema ohnehin nicht zu genießen. Zieht man sich im Stadthaus doch darauf zurück, dass die Initiative von den Schulen selbst ausgehen müsse. Ich finde das befremdlich. Beim Thema Schulwegsicherheit handelt es sich nach meiner Einschätzung um eine Angelegenheit des äußeren Schulbereiches. Hier steht der Schulträger in der Verantwortung. Unabhängig davon halte ich es für unangemessen, sich mit Blick auf das Ziel der Unfallvermeidung für die kleinsten Schülerinnen und Schüler hinter Zuständigkeitsfragen zu verschanzen. Offen bleibt zudem auch die Frage, wer verwaltungsseitig derartige Initiativen der Schulen koordiniert“, so Henning Foerster weiter. Aussagen zu einer Koordinierung machte die Verwaltungsinformation aus dem Jahr 2018 auch schon nicht. Allerdings hieß es damals, der Fachbereich Verkehrsmanagement würde entsprechende Prozesse „gern unterstützen“.

Zum neuen Schuljahr weiter nur eine Schule in Schwerin mit Schulwegplan

Bleibt nun also abzuwarten, ob und wie in diese Thematik doch noch eine Dynamik kommt. Vorerst gibt es also offenbar nur eine Schule in Schwerin, die am Montag mit Schulwegplan ins neue Schuljahr startet.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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