Schwerin: Zeichen gegen die Todesstrafe

Der 30. November ist auch in diesem Jahr der internationale Aktionstag gegen die Todesstrafe. Erneut beteiligt sich auch Schwerin an dieser Initiative.

Schwerin setzt auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen gegen die Todesstrafe. | Foto: Landeshauptstadt Schwerin

Alljährlich findet weltweit am 30. November der internationale Aktionstag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ statt.  Er geht auf eine Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio zurück. Erneut beteiligt sich auch die Landeshauptstadt Schwerin in diesem Jahr an dieser Initiative.

 

Rathaus und E-Werk grün beleuchtet

Im Jahr 2006 hatte die Stadtvertretung mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich auch Schwerin der internationalen Initiative anschließt. Damit befindet sich die Landeshauptstadt inzwischen im Kreis von fast 300 deutschen Städten, die diesen Schritt in den vergangenen 18 Jahren gingen. Darunter sind auch Großstädte wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt und Dortmund, wie die Pressestelle der Stadt darstellt.

Wie auch im vergangenen Jahr setzt Schwerin dabei auch ein optisch erkennbares Zeichen. Mit dem Historischen Rathaus auf dem Altstädtischen Markt und dem E-Werk am Pfaffenteich werden zwei Gebäude in grünes Licht getaucht. Dabei allerdings belässt man es nicht. Zusätzlich können sich die Bewohner von Schwerin bis 27. November 2020 mit ihrer Unterschrift gegen die Todesstrafe aussprechen. Eine entsprechende Liste liegt während der Öffnungszeiten im Foyer des Stadthauses, Am Packhof 2-6, aus.

 

Vereinte Nationen stimmen erneut über Moratorium der Todesstrafe ab

Im Dezember möchte dann die Generalversammlung der Vereinten Nationen erneut über eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe abstimmen. Bleibt zu hoffen, dass die Stimmen dafür den bisherigen Bestwert von 2018 übertreffen. Damals stimmten 123 Länder dafür.

 

Hintergrund

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Bewegung mit über 70.000 Mitgliedern in ca. 70 Ländern. Seit 1998 engagiert sie sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen in der „World Coalition against the Death Penalty“ aktiv gegen die Todesstrafe.

Zu diesem Zweck riefen die Mitglieder 2002 die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben. Die Entscheidung fiel dabei nicht grundlos auf den 30. November. Denn an diesem Tag erklärte das Großherzogtum Toskana im Jahr 1786 als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten. Viele davon unterstützen sie im persönlichen Einsatz. In ihrer Arbeit tritt Sant’Egidio dabei weltweit für eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gefängnissen, insbesondere in Afrika, ein.

 

 

Redaktion

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