Do, 11. Dezember 2025
Close

Streit um Rock Palast: Beteiligte setzen sich erstmals zusammen

℠. Seit vie­len Monat­en stre­it­en sich die Stadt und die Betreiber des Rock Palast über die Zukun­ft der Szenekneipe. Am Mittwoch war dieses Stre­it The­ma ein­er Sitzung des Orts­beirates.  

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht September 5, 2014
Erstmalig setzten sich auf Einladung des Ortsbeirats die Beteiligten des Streits um den Rock Palast an einen Tisch
Erst­mals set­zten sich am Mittwoch auf Ein­ladung des Orts­beirats die Beteiligten des Stre­its um den Rock Palast an einen Tisch

℠. Seit vie­len Monat­en stre­it­en sich die Stadt und die Betreiber des Rock Palast über die Zukun­ft der Szenekneipe. Am Mittwoch war dieses Stre­it The­ma ein­er Sitzung des Orts­beirates.

 

Am ver­gan­genen Mittwoch traf sich der Orts­beirat Alt­stadt, Paulsstadt, Feld­stadt, Lewen­berg zu ein­er Son­der­sitzung. Auf der Tage­sor­d­nung stand das The­ma Rock Palast, das in der Ver­gan­gen­heit immer wieder für Ärg­er sorgte.

 

Zum ersten Mal saßen nun auf Ein­ladung des Orts­beirates sowohl die Anwohn­er des Wohnge­bi­etes, die Beschw­erde­führerin, der ehe­ma­lige Betreiber Heiko Stein­müller, Frau Schei­d­ing vom Bauamt Schw­erin, Hau­seigen­tümer, Her­mann Burk­ert zusam­men, um über eine Lösung des Kon­flik­tes zu reden. Wie wichtig dieses The­ma ist, wurde anhand der zahlre­ichen Teil­nahme von Gästen deut­lich.

 

Die Nerven liegen blank

 

Gle­ich zu Beginn des Tre­f­fens wurde deut­lich, wie blank die Ner­ven inzwis­chen bei allen Beteiligten liegen. Stadt und ehe­ma­liger Betreiber des Rock Palast liefer­ten sich sofort ein Tauziehen. Pünk­tlich um 18:30 Uhr wartete der ehe­ma­lige Rock Palast – Betreiber »Stei­ni«, zusam­men mit weit­eren Vere­ins­mit­gliedern auf die Gäste. Schon dro­hte alles im Fiasko zu enden. Der Rock­palast ist vor eini­gen Wochen ver­siegelt wor­den und darf nicht betreten wer­den. Frau Schei­d­ing lehnte es daher ab, die Räume zu betreten. Sie machte den Vorschlag, dass man sich im Stadthaus tre­f­fen könne. Das lehnte Heiko Stein­müller wiederum ab. Das Tre­f­fen dro­hte also schon vor dem Beginn zu platzen.

 

Am Ende einigten sich dann die Parteien darauf, die Ver­samm­lung spon­tan in den Hin­ter­hof zu ver­legen. Mit ein­er Vier­tel­stunde Ver­spä­tung, kon­nte die Sitzung dann doch noch stat­tfind­en.

 

In die Sackgasse geraten

 

Zu Beginn, erk­lärte Frau Schei­dung den for­malen Ablauf des Kon­flik­tes im fein­sten Beam­ten­deutsch. For­mal sei also von Seit­en der Behör­den alles richtig gelaufen, fasste Orts­beiratsvor­sitzen­der Stef­fen Wehn­er, der die Ver­samm­lung sehr sou­verän leit­ete, die Aus­führun­gen zusam­men. “Wir als Orts­beirat haben ein Inter­esse daran, dass eine Szenekneipe dieser Art in der Innen­stadt ein zu Hause haben sollte. Es muss nach vorne geschaut wer­den, um einen Weg zu find­en das der Rock Palast offiziell seine Türen öff­nen darf”, so Wehn­er weit­er.

 

Es gibt bere­its ein Ange­bot der Ver­wal­tung, betonte Schei­dung in ihrer Erk­lärung. “Wenn Herr Stein­müller sich bere­it erk­lärt, ein DIN genormtes Gutacht­en einzure­ichen, kann er in der Woche bis 22 Uhr und am Woch­enende bis 24 Uhr öff­nen. Sobald die Gutacht­en da ist, und von der Ver­wal­tung angenom­men wird, kann dann auch länger geöffnet wer­den.”

 

Dem wider­spricht Stein­müller, der sichtlich von der Auseinan­der­set­zung der let­zten Monate gen­ervt ist. Es scheine als wolle man „ihm Steine in den Weg“ leg­en, die einen offiziellen Betrieb des Rock Palast unmöglich machen. „Wir haben ein Gutacht­en ein­gere­icht. Dieses wurde aus for­malen Grün­den durch einen Gutachter der Stadt abgelehnt. Es gäbe in Meck­len­burg Vor­pom­mern lediglich 3 Gutachter , die den voraus­ge­set­zten Anforderun­gen gerecht wer­den. »Ich habe zu allen drei Gutachtern Kon­takt aufgenom­men und zwei davon, sind nicht bere­it mir das Gutacht­en zu erstellen.«, erläutert Stein­müller weit­er. Der dritte Gutachter wäre bere­it ein Gutacht­en zu erstellen, ver­lange aber 8.000 Euro als Vorauszahlung. Kosten könne der Betreibervere­in des Rock Palastes aber nicht auf­brin­gen, da es satzungs­gemäß Gewinne aus­geschlossen seien und Beträge in solch­er Größenord­nung ein­fach nicht ver­füg­bar seien. Die Sit­u­a­tion hätte sich daher in eine Sack­gasse bewegt.

 

»Wie soll ich den Brand­schutz her­stellen, wenn ich keine Bau­genehmi­gun­gen bekomme? Wie soll ich einen Schallschutz ein­richt­en, wenn offiziell wed­er ich noch mein Ver­mi­eter oder ein ander­er, auf­grund der Ver­siegelung, die Räume betreten darf?«, fragte der ehe­ma­lige Rock­palast­be­treiber in Rich­tung Stadt.

 

Auch einige der Gäste melden sich zu Wort: „Der Rock­palast ist ein­er der weni­gen Orte, wo ich mich wohl füh­le und tief­sin­nigere Gespräche führen kann.„ so Mark, ein Mit­glied des Vere­ins. In die gle­iche Rich­tung äußerten sich auch andere Anwe­senden.

 

Keine Lösung und doch kleine Schritte vorwärts

 

Am Ende kon­nten Fak­ten zusam­menge­tra­gen wer­den, die Fron­ten aufgewe­icht und für etwas mehr Klarheit bei den Teil­nehmern gesorgt wer­den. Das war schon ein­mal sehr viel. Eine Lösung kon­nte freilich nicht gefun­den wer­den. Dank der Ein­ladung des Ort­beirates wurde aber vielle­icht ein klein­er Anfang zur Klärung des Prob­lems gemacht. Vielle­icht ist das ein erster Schritt aus der Sach­gasse her­aus. Wün­schen möchte man es sich schon.

 

Haiko Stein­müller und sein Vere­in, haben schon jet­zt ein neues Vere­in­sheim für Lieb­haber von Rock- und Metal­musik eröffnet. Dort wird man sich nun auch in der kom­menden Woche tre­f­fen und über das Ange­bot des Bauamtes und die gemacht­en Empfehlun­gen des Ort­beirates berat­en. Vielle­icht ist die Tür zu ein­er Szenekneipe dann doch noch nicht zugeschla­gen.