50 Jahre Grün-Weiss Schwerin: „Das Miteinander im Blick behalten“

Christian Stolz, stellvertretender Vorsitzender Grün-Weiss Schwerin e.V.
Christian Stolz, stellvertretender Vorsitzender Grün-Weiss Schwerin e.V.

(sr). Beim SV Grün-Weiss Schwerin denkt man sicherlich sofort an Handball. Immerhin hat sich die Frauenmannschaft des Vereins in der 3. Liga des Deutschen Handballbundes (DHB) etabliert. Grün-Weiss ist aber mehr als Handball. Mit seinen über 500 Vereinsmitgliedern, gehört der Verein zu Schwerins großen Sportvereinen. Am kommenden Samstag feiert SV Grün-Weiß Schwerin sein 50-jähriges Jubiläum. Wer sich ein Bild über die Vielfalt des Vereins machen möchte, der kann sich ab heute bis zum kommenden Freitag in den Schweriner Höfen am Infostand von Grün-Weiss Schwerin informieren. Interessierte haben hier die Möglichkeit von den Trainern, Betreuern und den Spielerinnen ihre Fragen direkt beantwortet zu bekommen. Beim Torwandwerfen gibt es dann sogar kleine Preise zu gewinnen.

Schwerin-Lokal sprach in der Jubiläumswoche mit dem stellvertretenden Vorsitzenden, Christian Stolz über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Grün-Weiss.

Schwerin-Lokal: Hallo Herr Stolz. Sie sind stellvertretender Vorsitzender von Grün-Weiss Schwerin. Was zeichnet Ihren Verein aus und wo zwickt es?

Christian Stolz: Unser Sportverein ist trotz seiner Größe immer noch ein Stück weit familiär geblieben. Das empfinden unsere Mitglieder als sehr angenehm und es schlägt sich auch im großen ehrenamtlichen Engagement unserer Trainer, Betreuer, Übungsleiter und Funktionsträger nieder. Mit über 500 Mitgliedern gehören wir zu den großen Sportclubs in Schwerin.

Seit längerem zwickt uns, dass wir mit unseren äußeren Rahmenbedingungen an unsere Grenzen gestoßen sind. Insbesondere die Hallenbedingungen reichen längst nicht mehr aus. Der Bedarf hier ist weitaus größer als das was wir anbieten können. Bauliche Veränderungen wären also unbedingt notwendig. Hier würden wir uns mehr Unterstützung seitens der Stadt wünschen.

Schwerin-Lokal: Grün-Weiss Schwerin wurde vor 50 Jahren gegründet. Gibt es Werte und Traditionen, die sie bis heute fortleben lassen. Wenn ja welche und wie?

Christian Stolz: Wir haben uns seit unserer Gründung immer als ein familiärer Sportverein verstanden. Das haben wir bis heute trotz unseres Erfolgs und der Größe beibehalten. Das Gemeinschaftsgefühl ist uns allen sehr wichtig. Trotz aller notwendigen Professionalisierungen, die sich insbesondere dadurch ergeben, dass unsere Frauenmannschaft in der 3. Liga spielt, haben wir das Miteinander immer im Blick behalten.

Ein weiterer Punkt in diesem Zusammenhang ist sicherlich auch, dass wir seit unserer Gründung auf die gleichberechtigte Förderung von Breiten- und Leistungssport Wert gelegt haben.

Schwerin-Lokal: Können Sie damit auch den Nachwuchs begeistern?

Christian Stolz: Ja. Der Zulauf gibt uns insbesondere beim Handball recht. Unsere Nachwuchsarbeit fängt hier schon früh an. So kommen schon Kinder ab dem 3. Lebensjahr zu uns. In anderen Sparten unseres Vereins wie Fußball, Gymnastik, Badminton, und Kegeln haben wir ehrlicherweise noch ein wenig Nachholbedarf. Hier arbeiten wir daran aufzuholen.

Schwerin-Lokal: Ihr Verein wird oft nur mit Leistungshandball in Verbindung gebracht. Der Verein hat aber mit Fußball, Gymnastik, Badminton und Kegeln 5 Sparten. Was hat sich der Verein bei der Gründung auf die Fahnen geschrieben?

Christian Stolz: Wie ich schon sagte, ging es um ein erfolgreiches Miteinander von Freizeit-, Wettkampf und Leistungssport. Nach der Wende 1989 standen wir dann vor der Herausforderung, weiterhin Sportangebote unter den nun geänderten Rahmenbedingungen zu machen. Das haben wir gut hinbekommen.

In den letzten Jahren hatten wir mit der stetigen Absenkung der Fördermittel zu kämpfen. Kein Sportverein kann heute nur noch von Fördermitteln und den Mitgliedsbeiträgen existieren. Eigeninitiative und Sponsoring sind auch für uns Wege, um den durch die

Professionalisierung gestiegenen finanziellen Anforderungen gerecht werden zu können. Daher sind wir unseren über 30 Sponsoren sehr dankbar, dass sie unsere  Arbeit finanziell ermöglichen.

Schwerin-Lokal: Ihr Aushängeschild ist sicherlich die Frauenhandballmannschaft, die in der 3. Handballliga spielt. Was zeichnet diese Mannschaft aus Ihrer Sicht aus?

 Christian Stolz: Mit ihrem niedrigem Durchschnittsalter ist unsere Mannschaft eine sehr junge Mannschaft. Wir setzen darüber hinaus weniger auf  „Legionäre“, sondern freuen uns, dass die Mannschaft zu einem großen Teil aus „Eigengewächsen“ besteht. Viele unserer Spielerinnen sind im frühen Kindesalter zum Handball gestoßen und zusammen mit uns gewachsen. Das wirkt sich positiv aus.

Schwerin-Lokal:  Auf welche Errungenschaften von Grün-Weiss sind Sie besonders stolz und was hätte dem Verein erspart bleiben können?

Christian Stolz: In erster Linie ist hier natürlich der Aufstieg unserer Frauen in die 3. Liga zu nennen. Weiterhin ist hier auch die Qualifikation unserer A- Jugend für die Jugendbundesliga zu nennen. Erfolge auf die wir sehr stolz sind.

Wir freuen uns auch darüber, dass wir Menschen aller Altersgruppen ein Sportangebot machen können. Gerade unter dem Aspekt des Gemeinschaftserlebnisses ist das für uns ein wichtiger Punkt. Darüber hinaus sind wir froh, dass zwei Drittel unserer Vereinsmitglieder Kinder und Jugendliche sind. Für den Vereinsnachwuchs ein wirklich positives Signal.

Wenn Sie fragen, auf was wir lieber verzichtet hätten, so fällt mir hier eigentlich nichts ein. Auch an kleineren Problemen, die das Vereinsleben so mit sich bringt, sind wir gewachsen. Daher hat auch das unseren Verein nach vorne gebracht.

Schwerin-Lokal: Diese Woche steht bei Ihnen ganz im Zeichen der Feier zum 50. Geburtstag am kommenden Samstag. Was sind danach die nächsten Anliegen, um die Sie und die Mitglieder sich kümmern möchten?

Christian Stolz: An erster Stelle steht hier die Verbesserung der räumlichen Bedingungen. Darüber hinaus möchten wir die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen.

Schwerin-Lokal: Wo sehen Sie Grün-Weiss in 10 Jahren?

Eine gute Frage! Dann möchten wir in einer der Handball-Bundesligen stehen. Natürlich auch viel Nachwuchsarbeit betreiben und vor allem wichtiger Sportanbieter für die Region sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Redaktion

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