Merkel in Schwerin: „Angie“ wird es richten

Petra Zieger & Band stimmte auf Angela Merkel ein
Petra Zieger & Band stimmte auf Angela Merkel ein

(sr). Europas mächtigste Frau auf Wahlkampftour. Das lockte gestern auch über 1.000 Schwerinerinnen und Schweriner auf den Platz des Alten Gartens. Am Vormittag hatte es noch in Strömen geregnet und so drohte der Wahlkampfauftritt von Angela Merkel in den Schlamm zu versinken.

 

Ab 16:00 Uhr heizt Petra Zieger & Band die Stimmung auf dem Platz an. Mit Songs, die viele Anwesende noch sehr gut von früher kennen, entsteht sehr schnell Popfest- Atmosphäre. Politik als Volksfesterlebnis, das soll offensichtlich die Botschaft des Tages sein. „Sie sind wach!“ ruft Zieger dann auch zufrieden in die Menge.

 

„Das ist eine Superfrau, die gleich kommen wird!“

 

Für viele an diesem Tag ist Angela Melkel die "Superfrau"
Für viele an diesem Tag ist Angela Melkel die „Superfrau“

CDU-Aktivisten verteilen inzwischen „Angie-Schilder“ und orange Sonnenhüte mit Parteilogo. Der Platz ist wenig später dann auch orangefarben dominiert.

Die Interviews auf der Hauptbühne mit den beiden CDU-Bundestagsabgeordneten, Karin Strenz und Dietrich Monstadt, die sich um das am Sonntag vom Wähler zu vergebene Direktmandat in ihren beiden Wahlkreisen bemühen, wirken heute ein wenig wie Nebensächlichkeiten. Beide berichten ein wenig aus Ihrer Ausschussarbeit. Strenz macht in Berlin Verteidigungspolitik und Monstadt hat sich in den letzten vier Jahren in den Bereich Gesundheitspolitik eingearbeitet. Wenn Monstadt das Thema medizinische Versorgung des ländlichen Raums anspricht und in diesem Zusammenhang das im letzten Jahr beschlossene Versorgungsstrukturgesetz als Leistung der Regierungskoalition hervorhebt, kann man kurz eine Beziehung zur Region herstellen. Ansonsten geht es um die große Politik, die manchmal weit weg erscheint. Ein wenig mehr Aussichten darüber, was der Wähler mit den Direktkandidaten für die Region erwarten darf, hätte sich der eine oder andere vielleicht deutlicher gewünscht.

 

"Angie" wird es richten
„Angie“ wird es richten

Nach den Kurzinterviews, ist noch einmal  Petra Zieger dran und die Ankunft der Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin rückt immer näher. Zieger stimmt darauf mit ihrem Song „Superfrau“ ein. „Superfrauen gibt es nicht“, singt sie und stellt sofort klar. dass es diese doch gibt. „Das ist eine Superfrau, die gleich kommen wird!“, so die Sängerin. Nur wenige Anwesenden auf dem Platz, scheinen anderer Meinung zu sein. Wie ein versprengter Haufen, halten sie Plakate wie „Merkel verbieten“ oder „CDU verbieten“ hoch. Vielleicht ist es gerade die hier zutage tretende Geisteshaltung der Kritiker, die an diesem Nachmittag keine Solidarisierung zulassen. Die Mehrheit klatschen zum Song und halten „Angie“-Plakate in die Höhe.

 

„Der Endspurt ist eingeleitet“

 

Ich bin gerne in mein politisches Heimatland gekommen
„Ich bin gerne in mein politisches Heimatland gekommen“

Kurz nach 17:00 Uhr ist es dann so weit: Die Bundeskanzlerin bahnt sich zusammen mit dem CDU-Generalsekretär Gröhe und der örtlichen Parteiprominenz, ihren Weg durch die Wartenden. Sie schüttelt Hände und zeigt damit Volksnähe, ein Signal das hier ankommt und zur Stimmung passt. Kurzweilig geht am Alten Garten unter, dass das Wahlrecht in unserem Land gar keine Personenwahlen über die Wahl der Direktkandidaten hinaus, vorsieht. „Angie“ wird es richten, da sind sich hier fast alle einig.

 

"Angie"-Plakate und orange Hüte dominieren das Geschehen
„Angie“-Plakate und orange Hüte dominieren das Geschehen

Angela Merkel versichert, dass sie gerne in ihr „politisches Heimatland“ gekommen sei. Sie spricht dann über „weniger als drei“ Millionen Arbeitslose, die zu Beginn ihrer Kanzlerschaft noch bei über fünf Millionen lagen. Sie verspricht ihren Zuhörern, dass sie anders als Rot-Grün gar nicht daran denke Steuern zu erhöhen, um dann auf Europa und den Euro zu kommen. Der Euro würde „unseren Wohlstand sichern“ und noch einmal stellt sie klar, dass EU-Krisenländer bei aller Solidarität für ihre Schulden selber haften sollen.

 

Mit Rückenwind aus der gerade in Berlin stattgefundenen Kabinettssitzung, erteilt sie dem flächendeckenden Mindestlohn eine Absage. Gerade hat die Regierung nämlich für drei Branchen einen tariflichen Mindestlohn neu, bzw. deren weitere Gültigkeit beschlossen. Daher dürfe der Staat bei der Lohnbildung nur dort eingreifen, wo es keine Tarifverträge gäbe.

 

„Politik soll und darf nicht alles bestimmen“, so die Botschaft der Kanzlerin. Politik müsse lediglich die Rahmen bauen und Leitplanken aufstellen.

 

Nach knapp einer halben Stunde hat Merkel dann noch ein Wahlversprechen parat: Frauen, die ihre Kinder vor 1992 bekamen, sollen ebenfalls bei der Rente bessergestellt werden. Dieses Versprechen bedeute, für diese Frauen 600 Euro mehr Rente im Jahr. Das kommt bei den Anwesenden an.

 

Wir können nur gemeinsam erfolgreich sein
Wir können nur gemeinsam erfolgreich sein

„Wir können nur gemeinsam erfolgreich sein“. Daher gehe es am kommenden Sonntag um die Entscheidung, wer in den nächsten Jahren die Geschicke des Landes lenkt. Die Kanzlerin bittet um die „Erst- und Zweitstimme“ für die CDU. Dann sagt sie noch, dass sie gern Kanzlerin bleiben wolle und wo die Leute dafür am nächsten Sonntag ihr Kreuzchen machen sollen. „Der Endspurt ist eingeleitet“, stellt der örtliche CDU-Direktkandidat, Dietrich Monstadt, dann noch einmal zum Abschluss fest. Die letzten Tagen hießen daher noch einmal Kampf um jede Stimme.  Die Zweitstimme sei Kanzlerstimme.

 

Aus Sicht der Schweriner-CDU, dürfte dieser Merkel-Auftritt perfekt gelaufen sein. Ob er etwas gebracht hat, das wird man erst am Wahltag sehen.

 

 

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