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Bettensteuer: Druck auf Hotels wächst

Die Bet­ten­s­teuer kommt. Die Kri­tik an der Steuer ver­s­tummt aber nicht. Viele befürcht­en nun eine Ver­schär­fung der Sit­u­a­tion für die Hotels in der Stadt.   Die Lan­desregierung hat in der

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  • Veröffentlicht März 26, 2014
Mit der Bettensteuer geraten Hotels weiter unter Druck
Mit der Bet­ten­s­teuer ger­at­en Hotels weit­er unter Druck

Die Bet­ten­s­teuer kommt. Die Kri­tik an der Steuer ver­s­tummt aber nicht. Viele befürcht­en nun eine Ver­schär­fung der Sit­u­a­tion für die Hotels in der Stadt.

 

Die Lan­desregierung hat in der ver­gan­genen Woche den Weg für die Ein­führung ein­er Bet­ten­s­teuer in Schw­erin frei gemacht. Die Stadt rech­net mit jährlichen Mehrein­nah­men von rund 300.000 EURO im Jahr. Kri­tik­er der Bet­ten­s­teuer bezweifeln diese Ein­nah­me­prog­nose und befürcht­en, dass Schw­erin als Touris­mus­stan­dort weit­er an Attrak­tiv­ität ver­lieren kön­nte.

 

Wider­spruch gegen die Ein­führung ein­er Bet­ten­s­teuer, kommt daher vor allem aus den Rei­hen der Wirtschaft. . „Wir brauchen gezielte Wirtschafts­förderung und keine Pseu­do-Ein­nah­men, die in riesi­gen Haushalt­slöch­ern ver­schwinden, den Wirtschafts­stan­dort in sein­er Wet­tbe­werb­s­fähigkeit ein­schränken und die Unternehmen zusät­zlich belas­ten“, sagt Sieg­bert Eise­nach, Haupt­geschäfts­führer der IHK zu Schw­erin.

 

Attraktivität der Stadt für Touristen sinkt

 

Im ver­gan­gen Jahr hat Schw­erin erhe­blich als attrak­tiv­er Touris­mus­stan­dort einge­büsst. So nahm die Anzahl von Bus­reisen im ver­gan­genen Jahr im Ver­gle­ich zum Vor­jahr um fünf Prozent ab. Um Aus­gaben zu sparen, hat die Stadt darüber hin­aus auch noch die Mit­glied­schaft im Touris­musver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern aufgekündigt. Das wird ger­ade bei Unternehmen, die vom Touris­mus leben, mit großer Sorge gese­hen. Zusam­men mit der Bet­ten­s­teuer, befürcht­en Hote­liers und Gast­wirte weit­ere Umsatzein­bußen. „Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, dass die touris­tis­che Nach­frage weit­er sinkt. Bere­its heute haben die Schw­er­iner Hotels Aus­las­tun­gen, die an der unteren Gren­ze der Wirtschaftlichkeit liegen. Das macht die Schließung von zwei großen Schw­er­iner Hotels in den let­zten Jahren deut­lich“, meint Astrid Lud­wig, Hoteldirek­torin des Inter­Ci­ty­Ho­tels Schw­erin.

 

Lud­wig kann daher nicht ver­ste­hen, dass die Lan­deshaupt­stadt in dieser Sit­u­a­tion nun auch noch durch eine Bet­ten­s­teuer weit­er Druck auf die Hotels, Pen­sio­nen und Ferien­woh­nun­gen in der Stadt ausübt.

 

Einnahmen stehen nicht im Verhältnis zu den Nachteilen

 

Kri­tik an der Ein­führung einen Bet­ten­s­teuer, die bish­er in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein­ma­lig ist, kommt auch aus Rei­hen der Lan­desregierung. Lan­desin­nen­min­is­ter Lorenz Caffi­er (CDU) hat­te ein Gutacht­en über die Ein­führung ein­er Bet­ten­s­teuer in Auf­trag gegeben. Lan­desver­fas­sungsrechtlich und kom­mu­nal­ab­gaberechtlich hat das Gutacht­en keine Bedenken, so dass dem Innen­min­is­teri­um nichts anderes übrig geblieben ist, als dem Ansin­nen der Schw­er­iner Stadt­spitze stattzugeben. Die Erhe­bung ein­er Bet­ten­s­teuer hält es den­noch für falsch. „Die erwarteten Ein­nah­men wer­den in keinem Ver­hält­nis zu den Nachteilen für die Beherbungsstät­ten und den Touris­mus ste­hen. Die Hotels haben einen erhöht­en Ver­wal­tungsaufwand und diese Abgabe ist ein vol­lkom­men ungeeignetes Mit­tel, um die touris­tis­che Wet­tbe­werb­s­fähigkeit zu stärken, wie es sich Meck­len­burg-Vor­pom­mern als Touris­mus­land auf die Fah­nen geschrieben hat.”, macht der Min­is­ter deut­lich.

 

Marketinginitiativen werden durch die Stadt erschwert

 

Die Bet­ten­s­teuer ist aber auch ein Schlag ins Gesicht der Unternehmen in Schw­erin, die sich ger­ade erst in der Mar­ketingini­tia­tive der Wirtschaft zusam­mengeschlossen haben, um die Stadt Schw­erin als Touris­mus­stan­dort bekan­nter zu machen. Chris­t­ian Getz, Sprech­er der Mar­ketingini­tia­tive Schw­erin betont: „Viele Unternehmen unter­schiedlich­er Branchen sind bere­it, einen frei­willi­gen Beitrag zu leis­ten, um den Schw­er­iner Bekan­ntheits­grad zu steigern. Durch ein gemein­sames Außen­mar­ket­ing kann der Stan­dort Schw­erin erhe­blich an Bedeu­tung bei Gästen, Kun­den, Inve­storen, Fachkräften, Stu­den­ten und Ein­wohn­ern gewin­nen. Ver­lässliche poli­tis­che Rah­menbe­din­gun­gen sind eine unbe­d­ingte Voraus­set­zung für ein frei­williges Engage­ment der Wirtschaft.”

 

Am 14.03.2014 ist ger­ade erst eine Kam­pagne für Schw­erin in Mit­teldeutsch­land unter dem Mot­to „Schw­erin. Magis­che Momente” an den Start gegan­gen.  Ziel ist es, Kurzurlauber nach Schw­erin zu lock­en. Mit der Kam­pagne ver­bun­den ist ein Gewinn­spiel. Unter den Teil­nehmern wer­den bis Ende Novem­ber ins­ge­samt acht Woch­enen­den in Schw­erin ver­lost. Die Leis­tun­gen hier­für sowie buch­bare Ange­bote haben Mit­glieder der Mar­ketingini­tia­tive zur Ver­fü­gung gestellt. Schon in den ersten Stun­den nach Start der Kam­pagne wur­den Anfra­gen für das Gewinn­spiel verze­ich­net. Eine zweite Plakatierung ist in Ham­burg und Berlin im August vorge­se­hen.

 

Mit ein­er Medi­enko­op­er­a­tion im Reise­jour­nal der West­deutschen All­ge­meinen Zeitung läuft ein zweites Mar­ket­ing­pro­jekt, von dem sich die Ini­tia­tive Erfolg ver­spricht. Mit der Bet­ten­s­teuer im Rück­en, dürfte das unnötig erschw­ert wer­den.

 

26.03.2014 | Ste­fan Rochow