Ein Projekt mit klarer Botschaft: „Man ist nicht behindert, man wird behindert!“

Mehr als 40 Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums Pestalozzi (Waren/Müritz), der RAAbatz Medienwerkstatt (RAA MV) sowie dem „Friedrichshof 13 e.V.“ haben ein spannendes Hörspiel realisiert. Die fantastische Abenteuerreise der Heldin Chris, nach der Vorlage des Jugendbuches „Wer wir sind und wie wir leben“, bringt dabei Jugendliche und Menschen mit Behinderung 2022 in einem inklusiven wie kreativen Projekt zusammen, welches mit Esprit an der Ostseeküste realisiert wurde.

Als Ergebnis des Projektes entstand ein Hörspiel.

Die äußerst kreativen Entwicklerinnen und Entwickler haben sich dabei vorab intensiv mit Themen wie Teilhabe, Emanzipation, Demokratie und Menschenrechten auseinandergesetzt. Themen, mit denen auch sie tagtäglich konfrontiert sind. Die eindrückliche Nachricht: „Man ist nicht behindert, man wird behindert!“

 

Menschen mit und ohne Handicap entwickelten gemeinsam ein Hörspiel

Das Ergebnis kann sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes hören lassen: Ein ganz besonderes Hörspiel mit Fantasiewelten in denen Drachen, Trolle, Räuber und geheimnisvolle Flüsse lebendig werden. Wo zum Leben erweckte Musen, Magierinnen und Magier sowie Könige unserer Heldin helfen müssen, da sie über die stärkste Kraft verfügt, die wir im Universum finden können: Ein Herz, das liebt.

 

Stück verdeutlicht (Er)Leben aller Jugendlichen

Die Geschichte zeigt: Alle Jugendlichen – ganz gleich ob gehandicapt oder nicht – erleben Abenteuer, in denen sie sich selbst und andere besser verstehen lernen. Geschichten, die unsere Persönlichkeit prägen und die die Brillen unserer Wahrnehmung einfärben, durch die wir unsere Welt und unsere Mitmenschen sehen und beurteilen. Narrative, die sich mit wichtigen Themen wie Gefühlen, Angst, Gemeinschaft, Mut und Vertrauen, unserem Gerechtigkeitsempfinden, dem Abgewiesen-Werden und Akzeptiert-Zu-Sein beschäftigen.

 

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Ziel müssen in sich und für den Alltag gestärkte Jugendliche sein

Die konstruktive, zuversichtliche Auseinandersetzung mit all diesen Herausforderungen führt im Idealfall dazu, dass wir unsere Lebenswelt nicht als feindliche Drohkulisse wahrnehmen. Eine Drohkulisse, die von Typen bevölkert wird, die danach trachten, uns aufzuzehren und zu schaden. Ganz im Gegenteil: Es bringt uns dahin, dass junge Menschen mit Zuversicht ins Leben starten. Dass sie in der Lage sind, resilient und gestärkt auf ihre Mitmenschen und auf die tatsächlichen Herausforderungen zuzugehen.

 

Mit viel Kreativitiät, Interesse und Engagement waren alle Projektbeteiligten dabei. | Foto: RAAbatz

Fantasiegeschichte, eng mit Demokratiepädagogik verknüpft

Schlussendlich ist dieser Anspruch auch eng verknüpft mit einer Demokratiepädagogik, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt: Der Stiftung einer fairen und würdeorientierten Atmosphäre gemeinsam geteilter Erlebnisse unter den Kindern und Jugendlichen. Einer Erfahrung, die das Augenmerk nicht auf Schwächen, Trennendes und Unterschiede richtet, sondern die die Stärken und Gemeinsamkeiten, Bedürfnisse und Gefühle, ähnliche Wünsche und Träume der heranwachsenden Menschen betont. Im Mantel einer ambitionierten Fantasiegeschichte werden viele dieser Themen verhandelt, angetriggert und durchgespielt.

 

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Bücherkoffer „Deine Würde“ soll über Geschichten gesellschaftliche Themen vermitteln

Das Hörspiel wird übrigens Bestandteil des Bücherkoffers „DEINE WÜRDE“ (2 Teile: Grundschule (bis 10J.) und weiterführende Schule (bis 18J.)) sein. Der Bücherkoffer soll Themen rund um Menschenrechte, Beteiligung und Demokratie über das Mittel erzählter Geschichten den Kindern- und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern näherbringen. Die Zusage weiterer Förderinstitutionen vorausgesetzt, werden die Bücherkoffer „Deine Würde“ ab dem Schuljahr 2022/23 durch die Leselernhelfer des Vereins Mentor e.V. sowie der Demokratiepädagogen des RAA-Regionalzentrums Westmecklenburg kostenlos verschiedenen Bildungseinrichtungen (- zunächst Schweriner Schulen und den Bibliotheken der Landeshauptstadt -) zur Verfügung gestellt.

Danach soll mit den Kindern altersgerecht didaktisch gearbeitet werden. Auch Peer-Group-relevante Themen wie Mobbing/Bullying, Dazugehörigkeitsgefühle und Ausgrenzungerfahrungen, die Wahrnehmung von Kinderrechten sowie die Zurückdrängung von Vorurteilen und Schulgewalt spielen hierbei eine Rolle.

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