Sa, 20. April 2024
Close

Energiesicherheit in Deutschland gewährleisten

Die Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern haben sich mit einem 10 Punkte umfassenden Positionspapier zur aktuellen Krisenlage an die Bundestagsabgeordneten aus MV und an die Landesregierung gewandt. „Die unklaren Rahmenbedingungen der Energiewende,

  • Veröffentlicht August 8, 2022

Die Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern haben sich mit einem 10 Punkte umfassenden Positionspapier zur aktuellen Krisenlage an die Bundestagsabgeordneten aus MV und an die Landesregierung gewandt.

„Die unklaren Rahmenbedingungen der Energiewende, gestoppte oder gekürzte Finanzierungsinstrumente, der Nachwuchs- und Fachkräftemangel für die Energiewende sowie gravierende Preissteigerungen und Lieferprobleme bei Gütern und Anlagen gefährden die wirtschaftliche Basis unserer Betriebe“, so die Präsidenten der Handwerkskammern Ostmecklenburg-Vorpommern Axel Hochschild und Schwerin Uwe Lange.

 

Steuerpolitisch sehen die Handwerkskammern Handlungsbedarf

 

Das Handwerk sei für die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Produkten und Dienstleistungen, vor allem aber für die energetische Erneuerung unverzichtbar. Um die gefährdeten Betriebsstrukturen zu stabilisieren, sei es notwendig, alle zur Verfügung stehenden Ressourcen und Techniken „ideologiefrei, pragmatisch und technologieoffen“ zu nutzen, um die Versorgungslage mit Gas, Strom und Öl zu sichern. Der Ausbau regenerativer Energien müsse durch einen spürbaren Bürokratieabbau und erheblich beschleunigte Verfahren vorangetrieben werden. Auch steuerpolitisch sehen die Handwerkskammern Handlungsbedarf. „Die Energiesteuern in Deutschland müssen auf den in Europa zulässigen Mindestsatz gesenkt werden“ so die Kammerpräsidenten.

Zudem dürfe es keine Priorisierung der Industrie zu Lasten des Handwerks geben. „Vom Bund gezahlte Energiekostenzuschüsse müssen auch den energieintensiven Handwerksbetrieben wie Bäckereien gewährt werden. Ansonsten entstehen daraus massive Wettbewerbsverzerrungen.“

 

Die Pläne der Politik sind für die Kammerpräsidenten unter den aktuellen Bedingungen nicht umsetzbar

 

Scharf kritisieren die Kammerpräsidenten die beschlossene Absenkung der Fördermaßnahmen für die energetische Sanierung und für die Umstellung auf gewerbliche E-Mobilität. „Notwendig wäre hier eine neue Förderkulisse, um wichtige Modernisierungsmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen wirksam zu stimulieren. Mit dem Rückzug der Fördermittel werden diese notwendigen Schritte voll ausgebremst“, so Axel Hochschild und Uwe Lange.

Die Pläne der Politik, der Gasmangellage mit einer massenhaften Umstellung auf Wärmepumpentechnologie und verpflichtende Heizungs-Checks zu begegnen, sind für die Kammerpräsidenten unter den aktuellen Bedingungen nicht umsetzbar. „Diese Pläne erfordern Verfügbarkeit. Derzeit fehlt es aber vom Heizkessel über Steuerungstechnik bis hin zu Wärmepumpen überall an Material und Technik.“ Zudem sei die Fachkräftedecke zur Umsetzung solcher Maßnahmen viel zu dünn. Allein in Mecklenburg-Vorpommern fehlten im Handwerk mindestens 5.000 Fachkräfte und die Ausbildungszahlen seien noch nicht auf dem erforderlichen Niveau. „Die vom Handwerk geforderte Bildungswende weg vom Akademisierungsdrang ist keine Zukunftsaufgabe, sondern muss jetzt beginnen“, sagen die Kammerpräsidenten.

Written By
Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal. Kontakt: redaktion@schwerin-lokal.de

Kommentiere den Beitrag

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert