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Finanzierung der Suchtberatung in MV: Dringender Appell für Stabilität

Anlässlich des bundesweiten Aktionstags „Suchtberatung Kommunal wertvoll“ am 9. November betont die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) in Mecklenburg-Vorpommern die dringende Notwendigkeit einer stabilen, kostendeckenden und verlässlichen Finanzierung für die Suchtberatung

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  • Veröffentlicht November 9, 2023

Anlässlich des bundesweiten Aktionstags „Suchtberatung Kommunal wertvoll“ am 9. November betont die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) in Mecklenburg-Vorpommern die dringende Notwendigkeit einer stabilen, kostendeckenden und verlässlichen Finanzierung für die Suchtberatung im Bundesland.

Symbolbild von Schwerin | Foto: privat
Symbolbild von Schwerin | Foto: privat

 

Suchtmittelabhängigkeit ist eine ernsthafte Krankheit, die leider immer noch zu oft als Willensschwäche abgetan wird. Die Suchtberatung spielt eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur unverzichtbar ist, sondern auch erhebliche Kosteneinsparungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen ermöglicht. Studien in Sachsen und Bayern zeigen, dass jeder in die Suchtberatung investierte Euro zu Einsparungen von 28 Euro an gesellschaftlichen Kosten führt.

Die Finanzierung der Suchtberatung hängt stark von politischen Entscheidungen ab und orientiert sich leider nicht immer am tatsächlichen Bedarf. Diese Situation führt dazu, dass die Suchtberatung weit von einer ausreichenden und stabilen Finanzierung entfernt ist, obwohl ihre positive Wirkung auf verschiedenen Ebenen nachgewiesen ist, wie Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST, erklärte.

 

Regionale Unterschiede bedrohen Existenz von Beratungsstellen

Die Einführung eigener Förderregelungen durch die Landkreise im Zuge des neuen Wohlfahrtsfinanzierungs- und Transparenzgesetzes des Landes hat zu regionalen Unterschieden in der Finanzierung geführt. Dies gefährdet die langfristige Existenz der Suchtberatungsstellen. Aufgrund der aktuellen Finanzierungssituation sind vor allem Beratungsstellen in ländlichen Regionen gezwungen, sich zurückzuziehen, was zu einer Zunahme von „weißen Flecken“ und zur Isolation der Menschen in diesen Gebieten führt.

Wenn das Land und die Landkreise nicht gemeinsam die finanziellen Mittel aufstocken, besteht die Gefahr, dass Träger aufgrund gestiegener Stundenlöhne das Personal reduzieren müssen. Dies führt zu längeren Wartezeiten für Beratungstermine und höheren gesellschaftlichen Kosten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die erforderliche Personalausstattung nicht aufrechterhalten werden kann und die Anerkennung als Suchtberatungsstelle durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern zurückgezogen wird.

Im letzten Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern knapp 10.000 Menschen in den insgesamt 25 Beratungsstellen begleitet, so die aktuellen Zahlen der Landeskoordinierungsstelle. Die Problematik der Suchtberatung erfordert dringend eine nachhaltige Lösung, um den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die benötigte Unterstützung zu bieten.

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Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal. Kontakt: redaktion@schwerin-lokal.de

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