Geschäftsführer Goeke stellt Investitionspläne in geschlossenem Kreis vor

Am 8. März wird Matthias Goeke die Ansiedlungspläne seines Unternehmens in Schwerin in einer geschlossenen Runde der Fraktionsvorsitzenden vorstellen. Die UB-Fraktion kritisiert dieses Verfahren und spricht von "Hinterzimmerpolitik von Land und Stadtspitze".

Dieses Grundstück möchte die Goeke Group für Wohnungsbau erwerben. Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal.de

 

Am 8. März wird der Geschäftsführer der  Unternehmensgruppe IBG Goeke Technology Group, Matthias Goeke den Fraktionsvorsitzenden der Fraktionen in der Schweriner Stadtvertretung seine Investitionspläne vorstellen. In einer geschlossenen Runde möchte der Unternehmer erläutern, welche Investitionspläne er in der Landeshauptstadt hat. Die Goeke Gruppe macht den Kauf eines Seegrundstücks zur Bedingung dafür, dass das Unternehmen hier in Schwerin einen Standort errichten möchte. Die Stadt soll sich nach Vorstellungen des Investors verpflichten, entsprechendes Baurecht für Wohnungen auf dem Seegrundstück zu schaffen. Anderenfalls möchte der Investor sich nach anderen geeigneten Standorten umsehen. Das sorgte schon bei der Ankündigung für Diskussion in der Stadtpolitik. 

 

Hinterzimmerpolitik muss beendet werden

 

„Wir bleiben dabei: Diese Erpressung machen wir nicht mit. Für diesen exklusiven Standort am Wasser wollen wir ein transparentes Verfahren, was dort entstehen und durch wen es umgesetzt werden soll. Eine Fortsetzung der bisherigen Hinterzimmerpolitik von Land und Stadtspitze lehnen wir ab.“, sagt UB-Fraktionschef Silvio Horn. 

Die Öffentlichkeit müsse informiert sein, erst Recht, wenn jemand wie der Lübecker Investor einseitig Bedingungen im Zuge seines Ansiedlungswunsches in der Güstrower Straße diktieren wolle. Horn kritisiert daher, dass lediglich die Fraktionsvorsitzenden zu einer nichtöffentlichen Vorstellung des Projektes eingeladen wurden. Nach Ansicht der Unabhängigen wäre der öffentlich tagende Hautausschuss der richtige Ort, Rede und Antwort zu stehen.

 

UB sehen einseitige Bevorzugung

 

Alternativ zu den Investionsplänen von Goeke steht immer noch die Errichtung  eines maritimen Dienstleistungszentrum mit Wassertankstelle im Raum. Das nun alleine Matthias Goeke die Möglichkeit erhält, seine Pläne den Fraktionsvorsitzenden vorzustellen, stößt bei den Unabhängigen Bürgern auf weitere Kritik. „Wenn wir das von OB Badenschier bevorzugte Verfahren wählen, müssten alle potentiellen Investoren ebenso die Möglichkeit zum exklusiven Vortrag erhalten. Alles andere ist eine anhaltend einseitige Bevorzugung“, sagt Fraktionschef Horn.

Die Schweriner Stadtvertretung hatte auf ihrer letzten Sitzung mehrheitlich beschlossen, das Investitionsvorhaben der Goeke Group in die Fachausschüsse zu verweisen und dort die Pläne zu beraten. Das Grundstück gehört zwar dem Land. Der Bebauungsplan müsste aber durch die Stadt verändert werden, wenn auf dem Seegrundstück Wohnungen gebaut werden sollen. 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.