Große Teichmuschel, Dreistachliger Stichling, Schlammpeitzger & Co.

Einmal jährlich werden einige größere Gräben im Siebendörfer Moor zwischen Pampow und Schweriner Flächen durch den Wasser- und Bodenverband gepflegt (Gewässerunterhaltung). Es werden bspw. Unterwasserpflanzen abgemäht, dass das Wasser wieder ungehindert abfließen kann, und mit einem speziellen Bagger aus dem Wasser entnommen.

Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem städtischen Fachdienst Umwelt, denn Umweltbelange müssen dabei genauso berücksichtigt werden, wie der ungehinderte Wasserabfluss. „Ende des vergangenen Jahres fand zum dritten Mal in Folge die Gewässerunterhaltung der Gräben im Siebendörfer Moor begleitend mit einem extern beauftragten Biologen statt, der normalerweise nicht Teil der Gewässerunterhaltung ist“, erklärt Anne Janßen vom Fachdienst Umwelt. „Mit Hilfe einer Harke werden die ausgebaggerten Pflanzen nach verbliebenen Fischen und Großmuscheln durchsucht, die dann umgehend in das Gewässer zurückgesetzt werden.“ Besonderes Augenmerk lag dabei auf der gefährdeten Fischart Schlammpeitzger, die nachweislich im Siebendörfer Moor beheimatet ist.

„Dass sich dieser erhebliche Mehraufwand lohnt, zeigen die Ergebnisse“, freut sich Anne Janßen. „Insgesamt haben wir 3.520 Lebewesen aus dem Sediment entnommen und dem Gewässer wieder zugeführt. Darunter waren 13 Fischarten sowie 116 einzelne Großmuscheln.“

Die häufigsten Fischarten waren der Flussbarsch (> 2.000), der Kaulbarsch (850), Plötze (175) und der Dreistachlige Stichling (100). „Alle samt sind dies Arten, die typischerweise in diesen Gräben vorkommen“, sagt Anne Janßen. „Darüber hinaus haben wir Schleie, Neunstachlige Stichlinge, Giebel, Karauschen, Hechte, Bleie, Rotfedern, Gründlinge und Schlammpeitzger gefunden.

Diese spezielle Form der ökologischen Begleitung an Gräben im Siebendörfer Moor zum Schutz der Arten wird seit 2020 jährlich vom Fachdienst Umwelt beauftragt. Voruntersuchungen während eines Monitorings 2019 in diesen Gräben und auch Hinweise von Spazierenden über das gehäufte Auffinden toter Großmuscheln nach Gewässerunterhaltungsarbeiten gaben den Ausschlag zu der ökologischen Begleitung. Auch in den kommenden Jahren werden diese Arbeiten in den Gräben des Siebendörfer Moores durchgeführt werden.

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