Grüne wollen Mitbestimmung am Theater

Nach dem die vollständige Übernahme des Theaters durch das Land nun näher rückt, fürchten die Bündnisgrünen, dass die Landeshauptstadt auch die Mitbestimmungsmöglichkeit verlieren könnte.

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin Foto: Silke Winkler

Im Rahmen des sogenannten Theaterpaktes, über den sich Landeshauptstadt und das Land Mecklenburg-Vorpommern im Juni des vergangenen Jahres geeinigt haben, hatte Noch-Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) vor wenigen Tagen angekündigt, das Land wolle die Trägerschaft für das Mecklenburgische Staatstheater vollständig übernehmen. Konkret würden nun alle Gesellschaftsanteile zu 100 Prozent an das Land übergehen. 

 

Bei dem angedachten Beirat muss es um tatsächliche Mitbestimmung gehen

 

Kritik kommt nun von den Bündnisgrünen. „Wir haben uns in der Stadtvertretung dafür eingesetzt, dass wir als Kommune nicht völlig die Einflussnahme über das Theater in unserer Stadt verlieren. Dieser Antrag ist – nebenbei bemerkt – noch in der Beratung und wird erst in der nächsten Sitzung der Stadtvertretung abgestimmt. Nach Aussage des Oberbürgermeisters soll nun im Rahmen des Theaterpaktes die Mitwirkung der Stadt durch einen Fachbeirat dauerhaft gesichert werden.“, sagt Regina Dorfmann, die Mitglied des Kulturausschusses der Stadtvertretung ist. 

Wichtig sei nun für die Grünen, dass es sich beim dem Beirat auch um eine wirkliche Mitbestimmung handele und die Interessen Schwerins Gehör finden würden. „Von den nun 6,6 Millionen Euro der frei werdenden Mittel sollen auch Gelder im Topf für die Kulturförderung bleiben!“, mahnt die bündnisgrüne Stadtvertreterin an. 

 

Theaterpakt soll Theaterlandschaft langfristig absichern

 

Mit der Übernahme des Mecklenburgischen Staatstheaters will das Land die Zukunft des Theaters langfristig sichern. Immer wieder war das Staatstheater in den letzten Jahren in finanzielle Schieflagen gekommen. Vor sechs Jahren hatte der damalige Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) eine Theaterreform für Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg gebracht. Ziel dieses Theaterkonzeptes war es, durch Fusionen und Stellenabbau vorrangig Kosten an den verschiedenen Bühnen einzusparen. Erst danach sollte es global mehr Geld für die Theater geben. Neun verschiedene Theatermodelle waren diskutiert und mehrheitlich wieder verworfen worden. Übrig blieb die Fusion der Theater in Schwerin und Parchim.

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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