Fr, 19. Juli 2024
Close

Mehr Stellen, mehr Kosten:
Immer mehr Stellen bei Land und Kommunen

Der öffentliche Dienst in Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahr 2022 seinen Personalbestand weiter ausgebaut, wobei insgesamt 76.855 Mitarbeiter bei Land und Kommunen beschäftigt waren – ein Anstieg von 2,7 Prozent im

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht Oktober 17, 2023

Der öffentliche Dienst in Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahr 2022 seinen Personalbestand weiter ausgebaut, wobei insgesamt 76.855 Mitarbeiter bei Land und Kommunen beschäftigt waren – ein Anstieg von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

Öffentlicher Dienst
Der öffentliche Dienst in Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahr 2022 seinen Personalbestand weiter ausgebaut.

 

Der öffentliche Dienst in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete auch im Jahr 2022 einen kontinuierlichen Anstieg seiner Mitarbeiterzahlen, wie das Statistische Amt in Schwerin gestern bekannt gab. Zum Stichtag am 30. Juni 2022 waren insgesamt 76.855 Personen bei Land und Kommunen sowie deren nachgeordneten Einrichtungen beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 2045 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr, was einem Anstieg von 2,7 Prozent entspricht.

Laut Angaben des Statistikamtes hat sich der Personalbestand des Landes seit 2018 insgesamt um beeindruckende 8 Prozent auf 37.925 Mitarbeiter erhöht. Ein entscheidender Faktor für dieses Wachstum war die Einstellung von 1.650 zusätzlichen Lehrkräften. Auch Gemeinden und Gemeindeverbände verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von etwa 9 Prozent auf zuletzt 26.735 Mitarbeiter. Darüber hinaus wurden auch Beschäftigte in Zweckverbänden, Kliniken und Unternehmen in die Berechnungen einbezogen.

Ein bemerkenswertes Ergebnis aus den Daten ist der anhaltende Trend zur Teilzeitbeschäftigung im öffentlichen Dienst, der inzwischen einen Anteil von 29,3 Prozent ausmacht.

Die Bedenken des Landesrechnungshofs Mecklenburg-Vorpommerns hinsichtlich des kostspieligen Stellenzuwachses in der Landesverwaltung wurden in seinem jüngsten Jahresbericht erneut betont. Rechnungshof-Präsidentin Martina Johannsen gab an, dass das Land nun jährlich etwa 2,6 Milliarden Euro, das entspricht rund einem Viertel des Haushalts, für Personalkosten aufwendet. Mit fast 22 Stellen in der Landesverwaltung je 1.000 Einwohner liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer westdeutscher Länder.

Für die nächsten beiden Jahre sind sogar noch mehr als 1.000 neue Stellen geplant. Johannsen betonte jedoch, dass eine größere Verwaltung nicht zwangsläufig eine bessere Verwaltung bedeute. Sie forderte erneut eine kritische Überprüfung bestehender Gesetze und Arbeitsprozesse, um durch Bürokratieabbau und eine optimierte Organisation effizienter zu arbeiten und Personalkosten zu reduzieren.

In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung hatte es einen massiven Stellenabbau in Verwaltungen und Behörden gegeben. So sank die Zahl der Beschäftigten allein beim Land von knapp 66.000 im Jahr 1991 auf 43.000 im Jahr 2000. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle gibt es jedoch Bedenken, dass in vielen Bereichen künftig personelle Engpässe auftreten könnten, die aufgrund des allgemeinen Mangels an Berufsnachwuchs nur schwer zu beheben sein werden.

Avatar-Foto
Written By
Stefan Rochow

ist Journalist, Unternehmer und Gründer von SNO | Schwerin-Lokal. Mail: redaktion@sn-o.de

Kommentiere den Beitrag

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert