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Angriff der Hamas:
Jüdische Gemeinde sagt Begegnung der Religionen ab

  • Veröffentlicht Oktober 17, 2023

Am kommenden Sonntag sollte der alljährliche Begegnungsnachmittag der Religionen im katholischen Bernhard-Schräder-Haus stattfinden. Nun hat der Ausrichter, die Jüdische Gemeinde, den Nachmittag abgesagt.

 

Landesrabbiner Yuriy Kadnykov
Landesrabbiner Landesrabbiner Yuriy Kadnykov | Foto: Schwerin-Lokal / Peter Scherrer

 

Seit Jahren findet im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ in Schwerin auch immer ein Nachmittag der Begegnung statt. An diesem Nachmittag nehmen die Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften teil, neben der evangelischen und der katholischen Kirche gehörten auch immer die Jüdische Gemeinde in der Stadt, der Islamische Bund und das Islamische Zentrum.

Am 22. Oktober war unter dem Motto „Weißt Du wer ich bin?“ im Bernhard-Schräder-Haus die diesjährige Veranstaltung geplant. Ausrichter sollte die Jüdische Gemeinde sein. Der Angriff der Hamas auf Israel hat in diesem Jahr nun alles verändert. Die Gemeinde sagte die Veranstaltung ab.

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Mit dem Angriff, der 1.400 Tote auf israelischer Seite gefordert hat, habe sich die Situation grundlegend verändert, so Landesrabbiner,  Yuriy Kadnykov. Der Gemeinde sei im Moment nicht nach Feiern. Eher würden im Moment Trauer, Entsetzen und Bangen die Situation der Gemeindemitglieder kennzeichnen. Daher sei es im Moment die Zeit der Trauer als der Feier.

Ein Begegnungsnachmittag mit Musik und Feiern, kann daher nicht durchgeführt werden, so Kadnykov. Im Moment könne man auch nicht abschätzen, wie sich die Situation in nächster Zeit entwickelt. Auf jeden Fall soll der Nachmittag zu einem geeigneteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

 

 

Written By
Stefan Rochow

Chefredakteur, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.

1 Comment

  • Als ehemalige Teilnehmerin an den Nachmittagen der Begegnung kann ich zwar die Absage nachvollziehen, halte sie aber für unklug. Gerade in dieser Situation, gerade mit und zusammen der anderen religiösen Kirchen/Gemeinschaften wäre es ein schönes Zeichen der Verständigung, Willen und Suche nach Frieden gewesen, g e m e i n s a m sich der Situation zu stellen. Nicht zusammen feiern hätte im Vordergrund gestanden, sondern zusammen zeigen, dass Kommunikation zur Verständigung unablässlich ist. – und das in Schwerin ein friedliches Miteinander möglich ist.

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