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„Man müsste mal…“ – Podcast mit Ramona Ramsenthaler

"Man müsste mal..." der Podcast aus und für Schwerin beleuchtet Ideen und Beweggründe von Menschen aus der Region, die sich in den unterschiedlichsten Gründen engagieren. So wie Ramona Ramsenthaler, die

  • Veröffentlicht März 17, 2022
Ramona Ramsenthaler | Foto: privat

Man müsste mal…“ – im Ehrenamt schauen, was sich so unter dem Erdboden befindet. Suchen, sichten und bewahren. Das dachte sich Ramona Ramsenthaler, nachdem sie ihre berufliche Laufbahn beendet hatte. Anders als so mancher von uns, der oder die es dann doch bei dem Gedanken, etwas tun zu müssen belässt, wurde und ist die einstige Gedenkstättenleiterin aktiv geworden und geblieben.

 

„Schatzssuche“ und „buddeln“ trifft die Arbeit absolut nicht

Schatzsuche und buddeln? Solche Begriffe hört Ramona Ramsenthaler nicht gerne, wenn es um die ehrenamtliche Bodendenkmalpflege geht. Richtig buddeln dürfen die Ehrenamtlichen nicht – und sie tun das auch nicht. „Wir begehen die Suchgebiete, oft sind es Felder, im Frühjahr oder Herbst mit offenen Augen. Dabei finden wir eine Vielzahl von interessanten Dingen aus vergangenen Jahrtausenden.“, so Ramsenthaler. Und dann öffnet sie ihre kleine Kiste mit grünen Glasstücken und Keilen und Beilen aus Stein. Es sind ein paar Anschauungsstücke.

„Unsere Funde werden genau erfasst und gesichert“, sagt sie. Und so landen diese dann mal in einem regionalen Museum oder in den Depots der Landesarchäologie Mecklenburg-Vorpommerns. Und warum nicht in einem Landesmuseum? Das Archäologische Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern, vormals Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin, ist das archäologische und kulturgeschichtliche Landesmuseum des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Seitdem die Ausstellungsräume im Schweriner Schloss geschlossen sind, gibt es keine eigenen Ausstellungsräume mehr. Stattdessen liegen die schönen Funde in Dänemark. Das aber soll sich ändern.

 

Fundstücke auch für zukünftiges Landesmuseum

In Rostock sollen nämlich in ein paar Jahren auch die Fundstücke der ehrenamtlichen „Schatzsucherinnen und Schatzsucher“ zu sehen sein. Mit einem jüngst gegründeten Förderverein unterstützen die Mitglieder der Archäologiegruppe Schwerin/Ludwigslust die Einrichtung des neuen Standortes. „Wir freuen uns darüber sehr. Es ist durchaus auch eine Wertschätzung der Arbeit unserer vielen Aktiven zwischen 20 und 80 Jahren, denen die Geschichte unserer Region am Herzen liegt.“, weiß Ramona Ramsenthaler.

„Aus meinen Schülerarbeitsgruppen haben im Laufe der Jahre einige junge Leute auch beruflich den Weg in die Archäologie gefunden“, sagt die ausgebildete Lehrerin für Deutsch und Geschichte und lächelt. Von 2007 bis zu ihrem Ruhestand 2021 leitet sie die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern. Für ihr Engagement im Bereich der historisch-politischen Bildung wurde Ramona Ramsenthaler 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. „Ich habe einst mein Hobby zu Beruf gemacht und freue mich darüber, nun auch im Ruhestand in der Bodendenkmalpflege aktiv zu sein“, sagt sie und freut sich bereits auf das nahende Frühjahr, wenn es endlich wieder losgeht mit der Suche in Feld und Flur.

Über ihre Beweggründe für eben dieses Engagement und die spannende Arbeit der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -denkmalpfleger erzählt Ramona Ramsenthaler im Podcast „Man müsste mal …“

Written By
Carl Otte

Carl Otte ist freier Mitarbeiter der Digitalzeitung Schwerin-Lokal.de

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